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Weniger Frauen in Chefetagen: Der jahrelange Aufwärtstrend kippt

29. Juli 2026

Männliche und weibliche Füße
Der Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Börsenunternehmen stagniert. In den Vorständen ist er zuletzt sogar leicht gesunken. Foto: picture alliance / dpa | Oliver Berg
Erstmals seit Jahren sinkt der Frauenanteil in den Vorständen großer deutscher Börsenunternehmen wieder; in den Aufsichtsräten stagniert er. Die Organisation Fidar warnt vor einem Rückschritt und fordert eine schärfere Quote.
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Der Fortschritt stockt: Frauen sind in den Führungsetagen deutscher Börsenschwergewichte zuletzt kaum noch vorangekommen. Der jahrelange Anstieg des Frauenanteils in Vorständen und Aufsichtsräten ist weitgehend zum Stillstand gekommen.

Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Organisation „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar), über die die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

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Inhaltsverzeichnis

„Der über Jahre anhaltende Anstieg des Frauenanteils in den Führungspositionen der Privatwirtschaft ist weitgehend gestoppt“, stellt Fidar fest. Von einer paritätischen Besetzung in Aufsichtsrat und Vorstand seien die meisten der 183 betrachteten Unternehmen „noch weit entfernt“.

Frauenquote in Aufsichtsräten stagniert

Fidar beobachtet regelmäßig die Verteilung von Führungspositionen in öffentlichen Unternehmen und der Privatwirtschaft. Die aktuelle Auswertung zeigt:

  • Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien der untersuchten Unternehmen liegt bei 37 % (Stand: Mai 2026).
  • Damit stagniert der Anteil weiblicher Mitglieder in den Aufsichtsräten auf dem Niveau des Vorjahres.
  • Von einer gleichberechtigten Besetzung der Kontrollgremien sind viele Unternehmen weiterhin entfernt.

Frauenanteil in Vorständen sinkt leicht

Während die Entwicklung in den Aufsichtsräten stagniert, zeigt sich bei den Vorständen sogar ein leichter Rückgang:

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  • Der Anteil von Frauen in Vorständen sank im Vergleich zum Vorjahr von 19,9 % auf 19,1 %.
  • Der positive Trend vergangener Jahre konnte damit nicht fortgesetzt werden.
  • Besonders auf den obersten Führungsebenen bleibt der Anteil weiblicher Entscheiderinnen weiterhin niedrig.

Für die Analyse wurden den Angaben zufolge 160 Unternehmen aus Dax, MDax und SDax sowie 23 weitere börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen ausgewertet.

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Gesetzliche Frauenquote zeigt Wirkung – doch Lücke zwischen Unternehmen wächst

Seit 2016 gilt für große börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen eine verbindliche Frauenquote von 30 % in den Aufsichtsräten. Seit Sommer 2022 gelten zudem strengere Vorgaben für Vorstände: In börsennotierten Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten müssen Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern mindestens eine Frau und einen Mann umfassen (Mindestbeteiligungsgebot).

Die Regelungen zeigen Wirkung – allerdings nicht überall gleichermaßen. Besonders zwischen Unternehmen mit festen Quotenregelungen und solchen ohne gesetzliche Vorgaben wächst der Abstand.

„Die Schere zwischen den der Aufsichtsratsquote unterliegenden und den nicht unter die festen Quoten fallenden Unternehmen geht immer weiter auf“, sagt Fidar-Gründungspräsidentin Monika Schulz-Strelow.

Fidar fordert Ausweitung der Frauenquote

Die Organisation „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) sieht deshalb weiteren Handlungsbedarf. Nach Ansicht des Vereins sollten die Vorgaben des Führungspositionengesetzes auf mehr Unternehmen ausgeweitet werden.

Fidar-Präsidentin Anja Seng fordert:

  • Die Geschlechterquote im Aufsichtsrat soll auf 40 % steigen.
  • Die Quote soll für alle Unternehmen gelten, die börsennotiert oder mitbestimmt sind.
  • Auch für Vorstände soll eine verbindliche Regelung zur Beteiligung von Frauen eingeführt werden.

„Die Geschlechterquote im Aufsichtsrat sollte auf 40 % erhöht und auf alle Unternehmen ausgeweitet werden, die börsennotiert oder mitbestimmt sind.“ Zudem warnt Fidar vor einem Rückschritt bei der Besetzung von Vorstandsposten. Es sei „ein Alarmzeichen“, dass die Zahl der Unternehmen wieder gestiegen sei, die keine Frau im Vorstand einplanen.

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Politik sieht mehr Frauen in Führung als wirtschaftlichen Faktor

Auch Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) spricht sich für einen höheren Frauenanteil in der Wirtschaft aus: „Die gesetzlichen Regelungen der Führungspositionengesetze haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Frauenanteil in Führungspositionen in den vergangenen Jahren stetig angestiegen ist. Darauf sollten die Unternehmen jetzt aufbauen und gerade in Zeiten der Stagnation und sogar des Rückschritts ihr Engagement für mehr Frauen wieder intensivieren.

Klar ist: Wir brauchen weibliche Talente auf allen Ebenen der Wirtschaft. Mehr Frauen in Führungspositionen stärken nicht nur die Chancengerechtigkeit, sondern tragen auch wesentlich zum nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg bei“.

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