Studie 01.07.2024, 13:04 Uhr

Warum Gen Z Angst vor dem Urlaub hat

Die Gen Z legt Wert auf flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Balance, lässt aber oft Urlaubstage ungenutzt. Dafür haben jüngere Arbeitnehmende ihre Gründe. Im Gegensatz dazu nehmen Baby Boomer ihren Urlaub konsequenter und selbstbewusster.

Gen Z

Jüngere Generation lässt Urlaubstage ungenutzt aus Angst, etwas zu verpassen, während Baby Boomer ihren Urlaub selbstbewusster nehmen.

Foto: PantherMedia / Yuri Arcurs

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass die Gen Z eine andere Arbeitseinstellung hat als frühere Generationen. Es wird ihr nachgesagt, dass sie weniger an traditionellen Arbeitszeiten interessiert sind, sondern eher flexibel arbeiten möchten, um ihre Freizeit effektiver zu nutzen und dabei dennoch finanzielle Sicherheit zu gewährleisten. Diese Generation legt großen Wert auf ihre persönlichen Interessen und die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. In Bezug auf Urlaub zeigt sich jedoch ein überraschendes Bild.

Die Baby Boomer-Generation zeigt eine gesündere Einstellung zum Urlaub im Vergleich zur Gen Z, obwohl letztere als fortschrittlicher in Bezug auf die Work-Life-Balance gilt. Das ergibt sich aus der neuen Vacation Deprivation-Studie der Reise-App Expedia, die jährlich die Urlaubsgewohnheiten von Arbeitnehmenden weltweit untersucht.

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Vier Urlaubstage ungenutzt gelassen

Obwohl die jüngste Generation am Arbeitsplatz in Deutschland im Durchschnitt sogar einen halben Urlaubstag mehr hat als die Baby Boomer (28,8 vs. 28,3 Tage), hat die Gen Z im vergangenen Jahr etwa vier Urlaubstage ungenutzt gelassen. Im Gegensatz dazu hatten deutsche Baby Boomer nur 2,5 Tage übrig. Dieses Phänomen ist jedoch nicht auf Deutschland beschränkt: Weltweit hatte die Gen Z am Ende des Jahres im Durchschnitt 2,6 ungenutzte Urlaubstage, während die Baby Boomer im Schnitt nur 1,8 Tage übrig hatten.

Angst, etwas verpasst zu haben

Ein Grund für die Zögerlichkeit der Gen Z beim Nehmen von Urlaubstagen ist FOMO („Fear of Missing Out“), die Angst, etwas zu verpassen. Obwohl FOMO in allen Altersgruppen verbreitet ist, zeigt eine Expedia-Studie, dass besonders viele Arbeitnehmer der Gen Z davon betroffen sind. In Deutschland gibt etwa die Hälfte (51%) der Gen Z an, Angst zu haben, dass wichtige Entscheidungen auf der Arbeit getroffen werden oder dass Kollegen bevorzugt werden könnten, wenn sie selbst im Urlaub sind. Im Vergleich dazu sind es bei den deutschen Baby Boomern nur 16 %, die im Arbeitsleben von FOMO betroffen sind.

Ein ähnliches Phänomen zeigt sich bei Schuldgefühlen: 47 % der Gen Z, im Vergleich zu nur 16 Prozent der Baby Boomer, geben an, sich schlecht zu fühlen, wenn ihre Kollegen ihre Aufgaben während ihrer Abwesenheit übernehmen müssen. Darüber hinaus haben etwa drei Mal so viele Arbeitnehmer der Gen Z im Vergleich zu Baby Boomern das Gefühl, sich für ihre Urlaubsanfragen entschuldigen zu müssen.

„Die Angst, im Urlaub etwas auf der Arbeit zu verpassen, nimmt unserer Studie zufolge mit zunehmendem Alter ab“, kommentiert Expedia-Sprecherin Susanne Dopp die Ergebnisse der Untersuchung. „Ältere Arbeitnehmende sind generell selbstbewusster, was das Urlaubnehmen angeht. Die Jüngeren können sich von den Baby Boomern also durchaus etwas abschauen. Immerhin sehen 70 Prozent der Baby Boomer, aber nur 49 Prozent der jüngsten Arbeitnehmenden Urlaub als ein Grundrecht an.“

Wie Gen Z den Urlaub plant

Die deutsche Gen Z plant für 2024 durchschnittlich 26,3 Urlaubstage einzusetzen, was eine Steigerung im Vergleich zu den 24,9 Tagen des Vorjahres darstellt. Die Baby Boomer hingegen planen mit 27,2 Urlaubstagen leicht mehr. Ein interessanter Unterschied zeigt sich auch bei den Urlaubsplänen: 21 % der Gen Z planen eine große Reise, verglichen mit 14 % der Baby Boomer. Zudem erwägt ein signifikanter Anteil der Gen Z (20 %), flexible Arbeitsmodelle zu nutzen, um mehr zu reisen, im Vergleich zu nur 8 % der Baby Boomer. Ein weiterer Trend innerhalb der Gen Z ist das Besuchen mehrerer Reiseziele während eines Urlaubs: Bereits 30 Prozent kombinierten im vergangenen Jahr verschiedene Ziele, um in kurzer Zeit möglichst viel zu erleben.

Eine weiterhin bestehende Herausforderung stellt die Urlaubsplanung dar. Ein hoher Anteil von 50 Prozent der Gen Z Arbeitnehmer empfindet den Planungsprozess als überfordernd. Noch mehr, nämlich 53 %, finden die Buchung von Reisen stressig, da sie sich nie sicher sind, ob sie ein gutes Angebot erhalten werden.

Seit dem Jahr 2000 untersucht die Vacation Deprivation-Studie von Expedia jährlich die Urlaubsgewohnheiten und die Work-Life-Balance von Arbeitnehmern weltweit. Die aktuelle Umfrage wurde zwischen dem 26. März und 3. April 2023 von HarrisX Research Partners im Auftrag von Expedia durchgeführt und umfasste 11.580 Befragte in Nordamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum. In Deutschland wurden 1.004 Erwachsene befragt.

„Vacation Deprivation“ bedeutet auf Deutsch etwa „Urlaubsmangel“ oder „Urlaubsentzug“ und beschreibt das Gefühl der Unzufriedenheit und des Stresses, den Menschen empfinden können, wenn sie zu wenig Urlaub haben oder nicht in der Lage sind, diesen zu nehmen.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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