OpenAI-Analyse: Warum Engineering-Aufgaben auch außerhalb technischer Berufe auftauchen
KI verschiebt Aufgaben zwischen Berufen: Ingenieurwissen wird breiter genutzt, Rollen werden interdisziplinär. Was das für Jobs und Kompetenzen bedeutet.
Vom Spezialistenwissen zur Schnittstellenkompetenz: KI erweitert den Einsatz technischer Expertise über klassische Ingenieurrollen hinaus.
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ChatGPT bringt technische Aufgaben in Bereiche, die bisher kaum mit Engineering verbunden waren. Das zeigt eine Auswertung von mehr als 800.000 beruflichen Nachrichten aus den USA. 16,8 % aller untersuchten Nachrichten wurden Tätigkeiten außerhalb des eigenen Berufsfelds zugeordnet. Werden allgemeine Aufgaben wie Schreiben, Zusammenfassen oder Terminplanung herausgerechnet, steigt der Anteil auf 43,5 %. Besonders häufig tauchen Engineering-Aufgaben bei Beschäftigten anderer Fachrichtungen auf. Ob sie diese Arbeit tatsächlich übernehmen oder lediglich Unterstützung suchen, bleibt allerdings offen.
Inhaltsverzeichnis
- KI verändert die Arbeitsteilung in Unternehmen
- „Task Crossover“: vom Spezialistenwissen zur breiteren Kompetenz
- Engineering-Aufgaben wandern durch KI in andere Fachbereiche
- Ingenieurwissen bleibt der Schlüssel bei komplexen Entscheidungen
- Marketing und Engineering prägen viele andere Berufe
- Diese Kompetenzen werden für Ingenieure wichtiger

KI verändert die Arbeitsteilung in Unternehmen
Der Ingenieur erstellt mit KI eine Produktpräsentation. Die Vertrieblerin analysiert Kundendaten. Der Personaler lässt sich technische Zusammenhänge erklären. Was vor wenigen Jahren nach Ausnahmefällen klang, gehört durch generative KI zunehmend zum Arbeitsalltag. Beschäftigte nutzen ChatGPT für Aufgaben, die traditionell anderen Berufsgruppen zugeordnet waren.
Eine Analyse von OpenAI zur beruflichen Nutzung von ChatGPT zeigt: 16,8 % aller arbeitsbezogenen Nachrichten entfielen auf Aufgaben, die traditionell einem anderen Berufsfeld zugeordnet werden. Betrachtet man nur eindeutig berufsspezifische Aufgaben und blendet allgemeine Tätigkeiten wie E-Mails schreiben oder Zusammenfassungen erstellen aus, steigt der Anteil auf 43,5 %. Damit verschiebt KI die Grenzen zwischen Berufen. Sie verändert, wie Unternehmen Aufgaben verteilen und wie Beschäftigte ihre Rollen ausfüllen.
„Task Crossover“: vom Spezialistenwissen zur breiteren Kompetenz
Die Arbeitswelt war lange stark arbeitsteilig organisiert. Technische Analysen lagen bei Ingenieurinnen und Ingenieuren, Marketingkampagnen bei Marketingteams, Datenanalysen bei spezialisierten Fachkräften.
Generative KI macht Wissen breiter verfügbar:
Ein Vertriebler kann mit KI Kundendaten analysieren und erste Erkenntnisse gewinnen. Eine Marketingmitarbeiterin kann technische Inhalte aufbereiten oder einfache Skripte erstellen. Aufgaben, die früher mehrere Fachbereiche verbunden haben, lassen sich schneller innerhalb einer Rolle bearbeiten.
Die zentrale Frage verändert sich:
Wer ist für diese Aufgabe zuständig?
wird zunehmend ergänzt durch:
Wer kann diese Aufgabe mit Unterstützung durch KI übernehmen?
Die Forschenden von OpenAI beschreiben diesen Wandel als „Task Crossover“. Aufgaben bewegen sich mithilfe von KI zwischen Berufsgruppen.
Engineering-Aufgaben wandern durch KI in andere Fachbereiche
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei technischen Tätigkeiten. Engineering-Aufgaben gehören zu den Bereichen, die durch KI zunehmend in andere Berufsfelder hineinreichen.
Die Analyse zeigt: Ingenieurinnen und Ingenieure setzen KI überwiegend für Aufgaben aus ihrem eigenen Fachgebiet ein. Gleichzeitig greifen Beschäftigte anderer Fachrichtungen mithilfe von KI auf technische Aufgaben zurück. 7,4 % ihrer KI-Nutzung entfallen auf Tätigkeiten, die traditionell dem Engineering zugeordnet werden.
Ein Beispiel ist die Fehlersuche bei Software und digitalen Anwendungen. Beschäftigte aus Vertrieb, Verwaltung oder anderen Fachbereichen können mit KI erste technische Analysen durchführen, Funktionsweisen verstehen oder einfache Lösungen entwickeln. Auch Programmieraufgaben, technische Dokumentationen und digitale Prozesse werden dadurch für mehr Nutzergruppen erreichbar.
Für Ingenieurinnen und Ingenieure könnte diese Entwicklung die Veränderung ihrer Rolle bedeuten: Ihr Fachwissen bildet weiterhin die Grundlage, gewinnt durch KI aber neue Einsatzmöglichkeiten. Ein Maschinenbauingenieur kann beispielsweise technische Zusammenhänge mit Marktanforderungen verbinden, Dokumentationen effizienter erstellen oder komplexe Informationen für andere Fachbereiche aufbereiten.
Es kann ein neues Kompetenzprofil entstehen: tiefe technische Expertise kombiniert mit digitaler Handlungsfähigkeit. Ob daraus dauerhaft neue Zuständigkeiten oder Jobprofile entstehen, ist noch die Frage der Zukunft.
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Ingenieurwissen bleibt der Schlüssel bei komplexen Entscheidungen
Die Entwicklung verändert die Rolle technischer Fachkräfte.
Routineaufgaben und vorbereitende Analysen können durch KI-Unterstützung breiter verteilt werden. Gleichzeitig steigt der Wert von Fähigkeiten, die Ingenieurinnen und Ingenieure auszeichnen:
- komplexe Systeme verstehen,
- technische Risiken bewerten,
- Zusammenhänge erkennen,
- belastbare Lösungen entwickeln.
Gerade bei sicherheitskritischen Anwendungen, komplexen Produkten und langfristigen Technologieentscheidungen bleibt technisches Urteilsvermögen entscheidend.
Denn: KI erweitert den Handlungsspielraum von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Sie schafft neue Möglichkeiten, technische Expertise mit anderen Disziplinen zu verbinden.
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Marketing und Engineering prägen viele andere Berufe
Die OpenAI-Analyse zeigt unterschiedliche Muster bei der Bewegung von Aufgaben zwischen Berufen.
Marketing und Engineering gehören zu den Bereichen, deren Tätigkeiten besonders häufig in anderen Berufsgruppen auftauchen.
Marketing-Aufgaben übernehmen Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen beispielsweise für:
- Werbetexte,
- Social-Media-Inhalte,
- Präsentationen,
- Produktbeschreibungen,
- Kampagnenideen.
Engineering-Aufgaben verbreiten sich vor allem dort, wo technisches Verständnis gefragt ist. Dazu gehören Softwareprobleme, digitale Anwendungen und technische Erklärungen.
Während Design-Beschäftigte besonders häufig Aufgaben aus anderen Bereichen kombinieren, werden technische Aufgaben besonders häufig von Beschäftigten außerhalb des Engineerings genutzt.
Diese Kompetenzen werden für Ingenieure wichtiger
Mit der zunehmenden Verbindung von Fachwissen und KI verändern sich die Anforderungen an technische Fachkräfte.
- KI-Kompetenz – Ingenieurinnen und Ingenieure, die KI-Werkzeuge verstehen und gezielt einsetzen, erweitern ihre Möglichkeiten bei Analyse, Entwicklung und Kommunikation.
- Interdisziplinäres Denken – Technische Lösungen entstehen zunehmend an Schnittstellen zu Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Gesellschaft.
- Problemlösungskompetenz – KI liefert Informationen und Vorschläge. Menschen bewerten Zusammenhänge, treffen Entscheidungen und tragen Verantwortung.
- Kommunikationsfähigkeit – Wenn Aufgaben zwischen Fachbereichen wandern, wird Zusammenarbeit über Disziplingrenzen hinweg wichtiger.
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