Recruiting 29.05.2026, 13:30 Uhr

Diese Zahl zeigt schonungslos, wie viel schlechte Chefs kaputtmachen

Nur 9,3 % empfehlen ihren Arbeitgeber bei schlechter Führung weiter. Die Zahlen zeigen, wie massiv schlechte Chefs Recruiting und Reputation schaden.

Kununu-Bewertung

Gute Führung macht den Unterschied: 96,6 % Weiterempfehlung vs. 9,3 % bei schlechter Führung.

Foto: Smarterpix/aoo3771

Viele Unternehmen investieren Millionen in Recruiting-Kampagnen, Karriereseiten und Employer Branding. Gleichzeitig übersehen sie oft den wichtigsten Einflussfaktor auf ihre Attraktivität als Arbeitgeber: die Qualität ihrer Führungskräfte. Eine aktuelle Auswertung von kununu zeigt, wie drastisch die Folgen schlechter Führung sein können.

Die Analyse zeigt, wie drastisch die Unterschiede sind: Unternehmen mit gut bewerteter Führung werden im Schnitt von 96,6 % der Beschäftigten weiterempfohlen. Bei schlecht bewerteter Führung liegt dieser Wert bei gerade einmal 9,3 %. Die Zahlen verdeutlichen den Einfluss von Führung auf die Arbeitgeberattraktivität eindrucksvoll.

Führung ist der entscheidende Hebel für Arbeitgeberattraktivität

Führung zählt zu den sensibelsten Bewertungskriterien für Mitarbeitende – und gleichzeitig zu den am schlechtesten bewerteten Kriterien. Mit einem durchschnittlichen Score von 3,5 gehört das „Vorgesetztenverhalten“ zu den am schlechtesten bewerteten Dimensionen auf kununu. Zum Vergleich: Gleichberechtigung erreicht im Schnitt 3,9 Punkte.

Gleichzeitig zeigt sich: Kaum ein Faktor beeinflusst die Weiterempfehlungsbereitschaft so stark wie Führung. Für die Analyse wurden Unternehmen mit sehr guter Führung (mindestens 4 Sterne) solchen mit sehr schlechter Führung (maximal 2 Sterne) gegenübergestellt – mit eindeutigen Ergebnissen.

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Schlechte Führung lässt sich nicht kompensieren

Selbst starke Kollegialität kann schlechte Führung kaum ausgleichen. In Unternehmen, in denen der Teamzusammenhalt gut bewertet wird, die Führung jedoch schlecht, liegt die Weiterempfehlungsquote trotzdem nur bei 19,3 %.

Führung beeinflusst nicht nur die Beziehung zur direkten Führungskraft. Sie wirkt sich auf die Wahrnehmung des gesamten Unternehmens aus.

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Gute Führung zeigt sich in Vertrauen, Transparenz und Entwicklung

Ein Blick auf die Kulturdaten macht deutlich, was gute Führung auszeichnet. In Unternehmen mit positiv bewerteten Vorgesetzten dominieren Begriffe wie:

  • Mitarbeitenden vertrauen (93,8 %)
  • Offen und transparent informieren (90,5 %)
  • Mitarbeitende fördern (92,3 %)

Zusätzlich werden häufig Werte wie kollegiales Verhalten, Zusammenarbeit sowie Spaß an der Arbeit genannt. Gute Führung wird also vor allem mit Vertrauen, Kooperation und Entwicklung verbunden.

Schlechte Führung ist geprägt von Kontrolle, Kritik und Druck

Ganz anders sieht es bei negativ bewerteter Führung aus. Hier dominieren Begriffe wie:

  • Mitarbeitende kleinhalten (84,9 %)
  • Unangemessen kritisieren (80,7 %)
  • Jeden Fehler kritisieren (76,8 %)

Diese Muster zeigen: Schlechte Führung ist häufig hierarchisch, kontrollierend und wenig entwicklungsorientiert.

Führung entscheidet über Erfolg oder Stillstand im Recruiting

„Schlechte Führung beschädigt nicht nur die Anziehungs- und Bindungsfähigkeit von Arbeitgebern, sondern auch deren organisationale Resilienz. Unternehmen, die vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungs- und Krisenprozesse handlungsfähig bleiben möchten, brauchen eine gute Führungskultur als Grundlage“, kommentiert Nina Zimmermann, CEO von kununu. 

Über die Analyse

Die Auswertung basiert auf rund 354.700 Bewertungen zum Vorgesetztenverhalten aus dem DACH-Raum. Berücksichtigt wurden Unternehmen mit mindestens 10 Bewertungen sowie klar definierten Schwellenwerten für gute (≥4 Sterne) und schlechte Führung (≤2 Sterne).

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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