Flugreisen 08.04.2011, 19:52 Uhr

Im Urlaubsflieger auf Dienstreise

Geschäftsreisende haben eine Möglichkeit entdeckt, günstig zu fliegen: Sie steigen in Maschinen der preiswerten Touristen-Airlines. Insbesondere während der Finanz- und Wirtschaftskrise sattelten Dienstreisende auf Billigflieger um.

Ob German-Wings oder Air Berlin – die Fluggesellschaften für preisbewusste Touristen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei Damen und Herren mit Aktenkoffer. Und das ist kein Wunder, denn diese Airlines bemühen sich seit einigen Jahren um Geschäftsreisende, die mehr Geld auf den Tisch legen als der klassische Urlauber, wenn auch nicht ganz so viel wie für den Transport im Linienflieger. Vor allem seit der Finanz- und Wirtschaftskrise achten Geschäftsreisende auf den Cent. Und darüber hinaus bietet manche Ferienroute eine direkte Verbindung, die von klassischen Business-Linien nicht angeboten wird.

„Unsere Kunden sind auch nach der Krise noch extrem kostensensibel“, sagte Martina Eggler, Sprecherin von Carlson Wagonlit Travel (CWT), einem der weltweit führenden Anbieter im Business-Travel-Management. Man achte konsequent auf Kosten, da sei der Linienname zweitrangig. So habe sich eine Air Berlin bei den Geschäftsreisenden fest etablieren können und rangiere im Jahr 2010 bei innerdeutschen Flügen nach Lufthansa an 2. Stelle. Außerdem seien die Fluggesellschaften wie Air Berlin oder die Lufthansa-Tochtergesellschaft German-Wings mittlerweile anders aufgestellt. „Das sind keine reinen Tourismus-Anbieter mehr.“

Unterdessen reagieren die etablierten Linienflieger wie das Mutterunternehmen von German-Wings, die Lufthansa, auf den Sparkurs der Geschäftskunden. „Die Lufthansa ist bedacht, sich für die neue Nachfrage zu rüsten und bietet innerdeutsche One-Way-Flüge zum Preis von 59 € an“, berichtete Frau Eggler. So würden also die sogenannten „Low-cost-carrier“ nicht gleich automatisch den günstigsten Preis anbieten. Auf Kundenseite sei darüber hinaus die Entwicklung zu beobachten, bei kürzeren Flügen auf den Komfort der Business-Class zu verzichten. „Erst bei Langstreckenflügen ab 8 Stunden wählen noch die meisten Kunden zugunsten eines entspannten Erscheinens beim Geschäftstermin die Business-Class.“

Dass Spartickets nicht die volle Flexibilität bieten, muss für Business-Tou-risten keine besondere Hürde darstellen. In aller Regel ist der Geschäftstermin fix, so bildet eine kostenpflichtige Umbuchung eher die Ausnahme. „Selbst wenn mal ein Ticket verfällt, ist das auf lange Sicht günstiger“, so Eggler.

Bei Air Berlin ist man schon Jahre vor der Finanzkrise auf die Idee gekommen, Geschäftsreisenden attraktive Angebote zu unterbreiten. 2001 wurde der City-Shuttle, der europäische Metropolen miteinander verbindet, ins Streckennetz aufgenommen. „Das war die Voraussetzung für Firmenverträge“, erklärte Susanne Höhenberger, Leiterin des Firmengeschäfts bei Air Berlin. Als Air Berlin 2006 die innerdeutschen dba-Verbindungen übernommen hatte und sie in das europäische Netz integrierte, sei der Anteil der Geschäftsreisenden nochmals sprunghaft gestiegen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise um das Jahr 2008 gab dem Geschäftsreisensegment der Air Berlin abermals Aufwind. Plötzlich hätten viele Firmen versucht, bei den Flugtransfers Kosten zu sparen. Das Fliegen in der Business-Class sei meist gestrichen worden. „Dadurch haben wir auf innerdeutschen und europäischen Strecken viele Kunden dazugewonnen, die dank unseres preisgekrönten Services und des sehr guten Preis-Leistungsverhältnisses bei uns geblieben sind“, freute sich Höhenberger.

Nun soll dieser Bereich noch ausgeweitet werden. Das Vielfliegerprogramm namens „topbonus“ sei 2009 re-launcht und das Business-points-Programm ist erst vor knapp einem Jahr eingeführt worden. Kleine und mittelständische Unternehmen sollen damit Punkte sammeln können, die sich in Primärflüge umwandeln lassen. Auch in Bequemlichkeit und ins Streckennetz investiere die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. „Wir haben gerade eine Komfortoffensive gestartet, die unter anderem neue Sitze beinhaltet.“ Zudem offeriere man für Geschäftsreisende attraktive Tagesrandzeitverbindungen, also früh morgens und spät abends. so Höhenberger. Ganz neu dazugekommen sei die Strecke Basel – Berlin. Und ab Juni soll die Verbindung Berlin – Linz auf dem Flugplan stehen. L. WALLERANG

Ein Beitrag von:

  • Lars Wallerang

    Lars Wallerang schreibt als freier Journalist für verschiedene Print- und Onlinemedien wie VDI Nachrichten und ingenieur.de u.a. über Forschung und Lehre, Arbeitsmarktpolitik sowie Technik.

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