Gesundheit

Sitzbeinhocken statt Weichteilsitzen!

Damit sitzen Sie nicht allein da.

Chronische Rückenschmerzen stehen auf der Behandlungsliste der Ärzte an zweiter Stelle. Nur Infektionen sind häufiger. Wir sind eine sitzende Gesellschaft und hocken dennoch auf Möbeln, die sich seit Jahrzehnten kaum verändert haben. Der üppig gepolsterte Chefsessel ist Statussymbol, auch wenn der Chef schon längst auf Slipper umgestiegen ist, weil er sich nach dem Zubinden der Schuhe nicht mehr aufrichten kann.
Das Problem: Der menschliche Körper ist der eines Sammlers und Jägers und unsere Wirbelsäule ist auf Bewegung ausgelegt. Bewegung stärkt die Muskeln. Und Bandscheiben, die in aktive, starke Muskelstränge eingepackt sind, schmerzen nicht. Also muss Bewegung ins Büro.
Zu dem Schluss kam auch Krankengymnastin Dorothea Prodinger-Glöckl aus München und gab ihrem Mann den Auftrag, einen Stuhl zu entwickeln, der den Rücken trainiert. Das Ergebnis ist ein wippender, schwingender Hocker, der das aktiv-dynamische Sitzen erzwingt. „Das Wichtigste und weltweit Einmalige am ‚Swopper’ ist seine starke Feder und die damit gegebene vertikale Schwingfähigkeit. Sie macht es möglich, dass die Bandscheiben abwechselnd be- und entlastet werden. Dadurch bleibt der für ihre Elastizität erforderliche Saug-Pump-Effekt wie beim Laufen und Joggen erhalten“, erklärt Josef Glöckl seine Idee.
Das Möbel erzieht zum Zappelphilipp. Die Bewegungsabläufe sind ähnlich wie bei einem Sitzball, der durch Körperspannung unter dem Gesäß bleibt. Nur sind die aufblasbaren Gummibälle unpraktisch. Beim Aufstehen rollen sie zum Tisch des Nachbarn und ein Dreh zum Aktenregal will wohl überlegt sein. „Der Sitzball ist nicht in drei Dimensionen beweglich. Das funktioniert nur beim Swopper. Sie können sowohl in die Vertikale als auch in die Horizontale schwingen, als auch drehen“, erklärt Reinhardt Altmann, Marketingleiter des Herstellers Aeris-Impulsmöbel.
Der wippende Hocker ist nicht nur für junge Modebewusste gedacht, die gegen den braunen Fünf-Rollen-Klassiker rebellieren. „Wir haben viele in der Zielgruppe, die älter sind, weil die viel öfter Rückenprobleme haben.“
Die Mitarbeiter auf dieses neue Gestühl zu setzen, kann sich für eine Firma lohnen. Rückenschmerzen sind ein häufiger Grund für Arbeitsausfälle, weiß Dr. Franz Hessel vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement der Universität Greifswald: „Groben Schätzungen zufolge ist durch Rückenschmerzen ein jährlicher Verlust von rund 400 000 Erwerbsjahren zu verzeichnen, was zu Kosten von rund 10 Mrd. “ pro Jahr führt.“
Ein gequälter Sitzer wollte nicht länger warten, dass ihm jemand einen Stuhl erfindet. Er hat sich selbst ans Werk gemacht: Ernst-Ulrich Mathieu, Ingenieur in Rente, hat festgestellt, dass es „beim Sitzen im Wesentlichen um zwei Dinge geht. Wir entwickeln, wenn wir uns hinsetzen, eine Fehlstellung in der Wirbelsäule. Und das bereitet das Problem, weil die Wirbel nicht mehr ordentlich übereinander liegen. Dazwischen werden die Bandscheiben und Nerven gequetscht.“
Außerdem verteilten gepolsterte Sitzflächen den Druck zu ungenau. Es sollte auf den Sitzbeinhöckern und nicht auf den Weichteilen gesessen werden, ist Mathieu überzeugt. Dafür hat er eine Aussparung in die Sitzfläche eingebaut. Die Fehlstellung der Wirbelsäule korrigiert er bei seinem Stuhlkonzept, indem er die Neigung der Sitzfläche verstellt. „Ich habe einen Rückenbausch, der den idealen Maßen entspricht, und wenn sich jemand daran setzt, drückt die Wirbelsäule auf die Sensoren in dem Polster und der Sitz wird dadurch automatisch hinten angehoben. Das sind nur Millimeter, das ist ja gar nicht viel. Sitzt er dagegen im Hohlkreuz, spürt er keinen Druck, dann muss der Sitz ein bisschen abgelassen werden.“
Irgendwann, wenn Mathieu Partner für seine Stuhlidee gefunden hat, soll das alles automatisch funktionieren. Sogar die Bewegung, die die Muskeln geschmeidig hält, soll der Stuhl dann erzeugen. Die Teile der Sitzfläche heben und senken abwechselnd den rechten und linken Sitzbeinhöcker – ein Gehen im Sitzen sozusagen.
JO SCHILLING

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