Studie 10.07.2024, 10:59 Uhr

So wollen Deskless Worker von New Work auch profitieren

Die Studie von INFORM und dem Institut für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen beleuchtet die zentralen Herausforderungen und Motivationen von Deskless Workers in diversen Branchen. Die Ergebnisse zeigen, dass viele dieser Arbeitnehmer stark darüber nachdenken, ihren Job zu kündigen.

Deskless Work

Deskless Workers: Zwischen Herausforderungen und Kündigungsgedanken.

Foto: PantherMedia / Goodluz

Fachkräfte sind knapp geworden. Nur mit guter Bezahlung lassen sich qualifizierte Fachkräfte nicht langfristig binden. Konzepte wie New Work, die bisher oft an Deskless Workers vorbeigegangen sind, gewinnen nun an Bedeutung für diese Gruppe. Eine Studie von INFORM mit 500 Mitarbeitenden aus dem produzierenden Gewerbe zeigt, dass Deskless Workers neben guter Bezahlung vor allem bessere Kommunikation und mehr Wertschätzung von ihren Arbeitgebern erwarten.

Deskless Workers sind Beschäftigte, die ihre Arbeit nicht an einem traditionellen Büroarbeitsplatz ausführen, sondern in Branchen wie Produktion, Einzelhandel, Gesundheitswesen oder Dienstleistungsbereichen tätig sind, wo sie physisch präsent sein müssen, um ihre Aufgaben zu erfüllen.

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Ein Drittel hat Kündigungsgedanken

Mehr als ein Drittel der Befragten hatte in den letzten zwölf Monaten bereits Kündigungsgedanken. Ein weiterer Faktor ist, dass 47 % der Befragten gesundheitlich unter ihren Arbeitszeiten leiden. Zudem geben 70 % an, dass stressige Arbeitsbedingungen ein möglicher Kündigungsgrund für sie wären.

Eine aktuelle Studie von INFORM und dem Institut für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen untersucht die Herausforderungen und Motivationen von Deskless Workers im produzierenden Gewerbe vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels. Über einen Zeitraum von zwei Monaten wurden Mitarbeitende aus Produktion, Teamleiter, Produktionsleiter und Dienstplaner verschiedener Branchen befragt.

Wichtige Ergebnisse der Studie:

  • Gute Kommunikation (91 %) und Wertschätzung (90 %) sind fast genauso wichtig wie eine gute Bezahlung (92 %).
  • Hauptgründe für Kündigungsabsichten sind schlechte Bezahlung (77 %), mangelnde Wertschätzung (71 %) und stressige Arbeitsbedingungen (70 %).
  • Neue Arbeitsformen in der Schichtarbeit sind notwendig, um qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten.
  • Über ein Drittel (39 %) der befragten Mitarbeitenden hat in den letzten zwölf Monaten über eine Kündigung nachgedacht.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung darstellt und zu Problemen wie Maschinenstillständen, verkürzten Öffnungszeiten und sinkender Servicequalität führt.

Traditionelle Ansätze reichen nicht mehr aus

„Ursachen wie die zunehmende Akademisierung, der demographische Wandel und die schwächer werdende Bindung zum Arbeitgeber machen deutlich, dass traditionelle Ansätze nicht mehr ausreichen“, kommentiert Dr. Kai Kreisköther, Bereichsleiter Workforce Management bei INFORM. Die Studie zeigt, dass 41 % der Deskless Workers eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben anstreben, während 35 % der Befragten sich eine stärkere Beteiligung an Entscheidungsprozessen wünschen. „Die Studie hebt hervor, dass flexible Arbeitsmodelle und digitale Mitarbeitereinbindung der Schlüssel zu einer stärkeren Mitarbeiterbindung sind“, erklärt Kreisköther.

Flex-Schichten und verkürzte Arbeitszeiten

Fast die Hälfte der Deskless Workers (47 %) leidet gesundheitlich unter ihren Arbeitszeiten. Flexiblere und bedürfnisorientierte Schichtpläne könnten helfen. Obwohl nur 17 % der Befragten flexible Arbeitsmodelle als wichtiges Kriterium bei der Jobwahl sehen, bieten diese Modelle erhebliche Vorteile. Flex-Schichten, verkürzte Arbeitszeiten und eine bessere Berücksichtigung individueller Präferenzen können sowohl den Bedürfnissen der Unternehmen als auch der Mitarbeitenden gerecht werden. Immerhin 64 % der Befragten wünschen sich, dass ihre Arbeitszeitwünsche bei der Schichtplanung berücksichtigt werden.

Die Studie von INFORM und dem Institut für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen hat über zwei Monate hinweg die Herausforderungen und Motivationen von Deskless Workers untersucht. Insgesamt nahmen 500 Mitarbeitende aus Produktion, Teamleiter, Produktionsleiter und Dienstplaner aus verschiedenen Branchen teil, darunter Automobil- und Zulieferindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Lebensmittelindustrie, Chemie- und Pharmaindustrie, Metallindustrie sowie Warentransport und -logistik. Ziel der Studie war es, die Arbeitsrealität von Deskless Workers abzubilden und Wege aufzuzeigen, wie Schichtarbeit attraktiver gestaltet werden kann.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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