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Im Zentrum der Milchstraße brodelt etwas – ist es Dunkle Materie?

11. März 2025

Milchstraße
Forschende haben im Zentrum der Milchstraße eine rätselhafte Energiequelle entdeckt. Es könnte Dunkle Materie sein. Foto: PantherMedia /
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Neue Studie: Eine unbekannte Energiequelle im Zentrum der Milchstraße könnte auf eine leichte Form von Dunkler Materie hinweisen.
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Im Zentrum der Milchstraße gibt es eine unbekannte Energiequelle, die positiv geladenen Wasserstoff ionisiert. Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine leichtere Form von Dunkler Materie diesen Effekt hervorrufen könnte. Der Prozess würde bestehende Modelle herausfordern und könnte auch andere astrophysikalische Phänomene erklären, etwa eine spezielle Röntgenstrahlung.

Inhaltsverzeichnis

Mysteriöse Prozesse in der galaktischen Mitte

Das Zentrum unserer Milchstraße ist ein Ort extremer Bedingungen. Dort befinden sich dichte Gaswolken, hochenergetische Strahlung und das supermassereiche Schwarze Loch Sagittarius A*. Doch es gibt noch eine weitere, bisher ungeklärte Energiequelle, die Forschende vor ein Rätsel stellt. Neue Untersuchungen legen nahe, dass eine unbekannte Form von Dunkler Materie diese Prozesse antreiben könnte.

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Dunkle Materie ist eine hypothetische Substanz, die nach aktuellen Modellen rund 85 % der Masse des Universums ausmachen könnte. Sie lässt sich weder direkt beobachten noch mit Licht nachweisen, doch ihre gravitativen Auswirkungen auf Galaxien sind deutlich spürbar. Ein Forschungsteam hat nun eine neue Hypothese aufgestellt: Vielleicht ist Dunkle Materie leichter als bisher gedacht und interagiert stärker mit ihrer Umgebung, als bisher angenommen wurde.

Positiv geladener Wasserstoff als Hinweis

Im Zentrum der Milchstraße haben Astronominnen und Astronomen eine auffällige Eigenschaft entdeckt: Dort existieren riesige Wolken aus positiv geladenem Wasserstoff. Normalerweise liegt Wasserstoff in neutraler Form vor. Um Elektronen aus diesen Atomen zu lösen, ist Energie erforderlich. Doch woher stammt diese Energie?

Dr. Shyam Balaji, Postdoktorand am King’s College London und einer der Hauptautoren der Studie, erläutert: „Im Zentrum unserer Galaxie befinden sich riesige Wolken aus positiv geladenem Wasserstoff, die den Wissenschaftlern seit Jahrzehnten Rätsel aufgeben, da das Gas normalerweise neutral ist. Woher kommt also genug Energie, um die negativ geladenen Elektronen aus ihnen herauszuschlagen?“

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Die bisherigen Erklärungsansätze stützten sich auf kosmische Strahlung. Dabei handelt es sich um hochenergetische Teilchen, die aus verschiedenen Quellen im Universum stammen. Doch Messungen der Energiewerte zeigen, dass kosmische Strahlung allein nicht ausreicht, um die beobachteten Ionisationseffekte zu verursachen. Hier kommt eine neue Theorie ins Spiel.

Dunkle Materie als mögliche Energiequelle

Die gängigste Theorie zur Dunklen Materie postuliert sogenannte „Weakly Interacting Massive Particles“ (WIMPs). Diese schwer nachweisbaren Teilchen sollen nur minimal mit normaler Materie wechselwirken. Doch die neue Studie bringt eine alternative Erklärung ins Spiel: Vielleicht handelt es sich bei Dunkler Materie um eine viel leichtere Teilchenart, die auf bisher unbekannte Weise Energie freisetzt.

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Die Forschenden nehmen an, dass diese leichten Dunkle-Materie-Teilchen aufeinandertreffen und dabei einen Prozess namens Annihilation durchlaufen. Dabei könnten geladene Teilchen entstehen, die wiederum das Wasserstoffgas ionisieren. Sollte sich diese Hypothese bestätigen, wäre das ein bedeutender Fortschritt im Verständnis der Dunklen Materie.

Dr. Balaji erklärt weiter: „Die Energiesignaturen, die von diesem Teil unserer Galaxie ausgehen, deuten darauf hin, dass es eine konstante, brodelnde Energiequelle gibt, die genau das tut, und unsere Daten sagen, dass sie von einer viel leichteren Form der Dunklen Materie stammen könnte, als die aktuellen Modelle annehmen.“

Ein neuer Blick auf die Jagd nach Dunkler Materie

Bislang basierten viele Experimente zur Suche nach Dunkler Materie auf erdgebundenen Nachweisverfahren. Diese setzen darauf, dass Teilchen von Dunkler Materie mit den empfindlichen Detektoren in tief unter der Erde gelegenen Laboren interagieren. Die neue Studie verfolgt hingegen einen anderen Ansatz: Statt zu warten, dass die Dunkle Materie auf die Erde trifft, nutzen Forschende Beobachtungen aus dem Zentrum der Milchstraße, um deren mögliche Eigenschaften zu entschlüsseln.

„Die Suche nach Dunkler Materie ist die größte Fahndung der Wissenschaft, aber viele Experimente basieren auf der Erde. Indem wir Gas in der Zentralen Molekularen Zone (CMZ) für eine andere Art von Beobachtung verwenden, können wir direkt zur Quelle gelangen“, so Dr. Balaji.

Zusammenhang mit Röntgensignalen?

Eine weitere offene Frage der Astrophysik könnte durch diese Hypothese ebenfalls beantwortet werden. Im Zentrum der Milchstraße wurde eine spezielle Röntgenstrahlung gemessen, die als „511-keV-Emissionslinie“ bekannt ist. Diese Signatur deutet darauf hin, dass Elektronen und Positronen – das Antimaterie-Gegenstück der Elektronen – in großer Zahl entstehen und miteinander vernichten. Eine leichte Form der Dunklen Materie könnte für diesen Effekt verantwortlich sein.

Sollte sich diese Theorie bestätigen, wäre das ein bedeutender Schritt in der Erforschung der Dunklen Materie. Noch sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig, um die Ergebnisse zu untermauern.

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