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Humanoide: Honda ist jetzt Greifen wichtiger als Laufen ‒ das ist der Grund

05. August 2026

Menschliche und Roboterhand klatschen sich ab
Händesind aktuell noch eine Schwachstelle bei humanoiden Robotern. Honda will das nun ändern und arbeitet an Industrietauglichen Lösungen (hier ein Schmuckbild) . Foto: BiancoBlue/Smarterpix
Keine humanoiden Roboter, sondern feinfühlige Hände stehen nun bei Honda im Fokus. Ein neues Antriebskonzept soll für Robustheit sorgen.
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Während weltweit immer mehr Unternehmen humanoide Roboter entwickeln, geht der Vorreiter in dem Robotik-Segment inzwischen einen anderen Weg. Mit seinem „Advanced Step in Innovative Mobility“ (ASIMO) hatte Honda vor dem Jahr 2000 erstmals humanoide Roboter laufen lassen. Jetzt konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Händen.

Inhaltsverzeichnis

Japanische Verantwortung: Das Ende des Humanoiden Asimo und der Fokus auf Hände

Bei allem Hype um Humanoide mag der Ausstieg von Honda aus der Asimo-Entwicklung Außenstehende verwundern. Aus dem japanischen Verantwortungsbewußtsein heraus erscheint er aber als konsequenter Schritt. Wie Japan Today diese Woche berichtet, „gelang es Honda nicht, die Bedenken auszuräumen, dass der Roboter in unerwarteten Situationen Menschen in seiner Nähe umwerfen könnte.“ Es gab beispielsweise Bedenken, was passiert, wenn ein Kind ihn plötzlich umarmt. Trotz Erfolgen bei den Geh- und Interaktionsfähigkeiten habe das Unternehmen auf eine weitere geschäftliche Expansion verzichtet und Asimo 2022 aus dem Dienst genommen.

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Roboterhände gelten als notwendig, damit den humanoiden Robotern der nächste Sprung in praktische Anwendungen gelingt. Sie sind aber nicht nur für humanoide Bauformen von Nutzen. Nur wenn sie zuverlässig greifen können, können sie Menschen tatsächlich Aufgaben abnehmen. Dazu ist es notwendig, dass die maschinellen Hände große und feste Gegenstände wie Wasserflaschen genauso sicher handhaben können wie dünne Kabel oder feine Schrauben.

Roboterhand mit 16 Freiheitsgraden und viel Feingefühl

Genau hier setzt Honda jetzt an. Auf dem Humanoids Summit 2026 in Tokio hat das Unternehmen die jüngsten Details dazu vorgestellt. Die aktuelle Version der Hand verfügt über 16 Freiheitsgrade. Dazu kommen zwei weitere im Handgelenk. Zum Vergleich: Der bis 2022 verfügbare Humanoide Asimo hatte in der letzten Version insgesammt 57 Freiheitsgrade, inklusive der Hände.

Aktuelle Videos zeigen, wie die Vierfinger-Hand mit einer Schere einen Papierstreifen schneidet oder eine Schraube mit Sechskantkopf zwischen drei Fingern ausrichtet. In einem anderen Beispiel dreht die Hand eine Schraube mit einem Durchmesser von 1,6 mm zwischen Daumen und Zeigefinger in eine Metallplatte ein. Japan Today zitiert dazu Takahide Yoshiike, den leitenden Chefingenieur bei Honda R&D Co. Er sagt: „Wir haben selbst bei sehr feinfühligen Bewegungen ein bemerkenswertes Maß an Laufruhe erreicht.“ Das passiert allerdings noch per Teleoperation, wie in dem Video des Versuchs zu erkennen ist.

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Tastsensoren und spezieller Antrieb für die Vier-Finger-Hand

Für die Präzision sorgen unter anderem die Tastsensoren an den vier Fingern, welche die Form der Objekte erfassen. Auf den kleinen Finger verzichtet das Unternehmen. Aber die vier Finger reichen, um Bauteile zu handhaben und auszurichten. Auch Steckverbinder können sie laut Honda montieren.

Wichtig für professionelle Anwendungen sind Honda dabei die Robustheit und Zuverlässigkeit. Nach Unternehmensangaben kann die Hand mit ihren Fingerspitzen Gewichte bis zu 5 kg heben. Mehr als 450.000 Zyklen hat Honda damit in physischen Dauertests nach eigenen Angaben bereits erreicht.

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Die Haltbarkeit der Roboterhände hängt stark von dem Antriebskonzept ab. Klassischerweise bewegen kleine Elektromotoren die Finger, teilweise über Seilzüge. Honda hat nun einen neuen Mechanismus zum Patent angemeldet. Nach Aussage von Chefingenieur Yoshiike arbeitet der Antrieb wie eine „biegsame Weide“ mit einer effizienten Kraftübertragung.

Erste Tests in Honda-Werk starten

Laut Japan Today plant Honda Motor Co. die mehrfingrige Hand Anfang der 2030er Jahre für den Einsatz in der Fertigung auf den Markt zu bringen. Welchen Körper der Roboter dann haben wird, scheint zunächst egal. In älteren Entwicklungsberichten der Forschungsabteilung sind die Hände beispielsweise an Leichtbauroboterarmen montiert. Klarer Fokus von Honda sei dagegen der Einsatz bei der Automatisierung industrieller Prozesse.

Zunächst will Honda in seinem Werk in Yorii in der Präfektur Saitama mit umfassenden Feldtests beginnen. Hier soll ein Roboter mit den Händen große Mengen an Teilen sortieren, die von Zulieferern geliefert werden. Dieses Jahr startete zudem ein Projekt mit dem KI-Team von Japans nationalem Forschungsinstitut Riken. Dabei sollen die Entwicklungen der physischen KI (Physical AI) im Mittelpunkt stehen. Das ist wichtig, damit die Hände künftig autonom agieren können.



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