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Hardt Hyperloop zeigt, was bisher nur Theorie war

10. September 2025

Hyperloop
Blick in die Röhre. Foto: Hardt Hyperloop
Hardt Hyperloop testet erfolgreich einen Spurwechsel bei 85 km/h im European Hyperloop Center – ein Schritt in Richtung Marktreife.
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Hardt Hyperloop hat auf der Teststrecke im niederländischen Veendam ein wichtiges Ziel erreicht. Das Fahrzeug des Unternehmens beschleunigte im European Hyperloop Center (EHC) auf 85 km/h und wechselte dabei erstmals die Spur. Damit gelang der Nachweis, dass sich die Technologie unter realen Bedingungen skalieren lässt.

„Dieser Meilenstein zeigt die Leistungsfähigkeit und zunehmende Reife unserer Hyperloop-Traktionstechnologie“, sagte Geschäftsführer Roel van de Pas. „Einen Spurwechsel bei dieser Geschwindigkeit unter realen Bedingungen zu demonstrieren, ist ein großer Schritt von der Theorie zur Praxis – und ein echter Beschleuniger für die weltweite Umsetzung skalierbarer Hyperloop-Systeme.“

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Inhaltsverzeichnis

Ein Test auf 420 Metern

Die Teststrecke im EHC ist 420 Meter lang. Das Fahrzeug beschleunigte innerhalb von 140 Metern mit 0,3 G auf die Rekordgeschwindigkeit. Anschließend folgte ein 155 Meter langer Abschnitt, in dem der Spurwechsel stattfand. Nach weiteren 100 Metern kam die Kapsel sicher zum Stehen. Damit übertraf Hardt die ursprünglich anvisierten 80 km/h.

Der Spurwechsel gilt als eine der größten Hürden für die Hyperloop-Technologie. Denn in einem künftigen Netz sollen viele Kapseln unterwegs sein – und dafür braucht es verlässliche Weichen. Hardt setzt dabei auf ein System ohne bewegliche Teile. Das soll Ausfälle vermeiden und die Kapazität erhöhen.

Drei große Herausforderungen

Die Hyperloop-Idee steht seit Jahren unter genauer Beobachtung. Drei Punkte gelten als entscheidend: die Vernetzbarkeit des Systems, seine Sicherheit und die Robustheit im Dauerbetrieb. Viele frühere Ansätze scheiterten an genau diesen Stellen. Hardt will nun zeigen, dass es auch anders geht.

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In nur einem Jahr haben die Ingenieur*innen mehr als 750 Testfahrten durchgeführt. Die Ergebnisse:

  • Spurwechsel sind bei relevanten Geschwindigkeiten möglich.
  • Ein fehlertolerantes Magnetschwebesystem erhöht die Betriebssicherheit.
  • Belastungstests liefern Daten, die Simulationen präziser machen.

Auch das Fahrzeug selbst wurde weiterentwickelt. Das Fahrwerk ist nun 45 % leichter, die Antriebskraft um 50 % höher. Außerdem sind Spurführung und Antrieb enger verzahnt.

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Unterstützung aus Europa

Ohne Partner wäre der Rekord nicht möglich gewesen. Hardt verweist auf die Hilfe von Investoren, der Provinz Groningen, den niederländischen Ministerien für Infrastruktur sowie für Wirtschaft und Klima. Auch die Europäische Kommission beteiligt sich an der Förderung.

„Der Erfolg von Hardt im EHC ist ein starkes Zeichen für europäische Innovationskraft und Führungsrolle im Bereich nachhaltiger Mobilität“, sagte Kees Mark, Geschäftsführer des European Hyperloop Center. „Wir sind stolz darauf, den Weg in eine neue Ära des Transports mitzugestalten.“

Der Weg zur Marktreife

Die nächsten Schritte sind klar. Zunächst soll eine Demonstrationsstrecke von 3 bis 5 Kilometern Länge entstehen. Danach plant Hardt eine erste betriebsfähige Verbindung von bis zu 50 Kilometern.

Das Interesse an Hyperloop-Projekten wächst weltweit. In Italien ist eine Teststrecke zwischen Venedig und Padua in Planung. In Deutschland erwähnt der Koalitionsvertrag eine Referenzstrecke. Indien arbeitet an eigenen Plänen, und China will bis 2035 eine voll funktionsfähige Verbindung zwischen Shanghai und Guangzhou fertigstellen.

Energiearm und platzsparend

Die Befürworter verweisen auf mehrere Vorteile. Hyperloop-Röhren brauchen wenig Fläche und lassen sich modular aufbauen. Der Energieverbrauch ist bis zu zehnmal niedriger als bei Autos oder Flugzeugen. Im Betrieb entstehen keine Emissionen. Damit sehen viele in der Technologie eine Antwort auf den steigenden Mobilitätsbedarf.

Hardt positioniert sich dabei als europäischer Vorreiter. Das Unternehmen aus Rotterdam arbeitet mit öffentlichen Einrichtungen und der Industrie zusammen, um die Vision einer neuen, emissionsfreien Hochgeschwindigkeitsmobilität Realität werden zu lassen.

Mehr zum Thema: Hyperloop: Berechtigter Hype oder Blick in die Röhre



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