Hohe Investitionen geplant 20.04.2026, 14:00 Uhr

ZVEI-Studie: So stark treibt KI die Elektro- und Digitalindustrie

Eine ZVEI-Studie zeigt: Künstliche Intelligenz treibt die Elektro- und Digitalindustrie massiv an – doch bei Datennutzung und Regulierung gibt es Nachholbedarf.

Symbolbild KI und Industrie

ZVEI-Umfrage zeigt: Die Elektro- und Digitalindustrie investiert verstärkt in industrielle KI und sieht darin einen zentralen Treiber für Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Foto: Smarterpix/BiancoBlue

„Industrielle KI-Anwendungen verändern die Unternehmen in hohem Maße“, gibt sich ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel mit Blick auf eine aktuelle ZVEI-Mitgliederbefragung überzeugt. „Nahezu alle Unternehmen befassen sich mit industrieller KI und wollen ihre Wachstumschancen nutzen.“

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Abteilungsleitung Kläranlage Prozessführung Abwasser (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
TechnoCompound GmbH-Firmenlogo
Produktionsingenieur:in (m/w/d) TechnoCompound GmbH
Bad Sobernheim Zum Job 
Messe Berlin GmbH-Firmenlogo
Teamleiter:in (m/w/d) Einkauf für Bau- und Planungsleistungen Messe Berlin GmbH
Klinikum Leverkusen Service GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für das Bauprojektmanagement Klinikum Leverkusen Service GmbH
Leverkusen Zum Job 
Ruhrbahn GmbH-Firmenlogo
Referent (w/m/d) Multiprojektmanagement Ruhrbahn GmbH
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Elektrotechnik und Sensorik (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Wissenschaftliche:r Koordinator:in der Graduiertenschule HITEC im Bereich Energie- und Klimaforschung (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 
Bergische Universität Wuppertal-Firmenlogo
Research Assistant (Post-Doc) in the field of additive manufacturing of metals Bergische Universität Wuppertal
Wuppertal Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Geschäftsbereichsleitung (w/m/d) Planung - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
HIC Consulting GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter / Ingenieur Fernwärme (m/w/d) HIC Consulting GmbH
Hamburg, Linau Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Explosionsschutz TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Frankfurt am Main-Höchst Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Grundsätze / Qualitätssicherung KIB Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster, Gelsenkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Experte (w/m/d) Vertrags- und Nachtragsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Pero AG-Firmenlogo
Sales Engineer (m/w/d) Pero AG
Königsbrunn, remote Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant zu einem der wichtigsten Treiber für Innovation, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie. Entsprechend investieren Unternehmen verstärkt in industrielle KI: Mehr als die Hälfte kann ihre Budgets bereits konkret planen und will zwischen 10 und 25 % der Gesamtinvestitionen in entsprechende Technologien stecken.

Industrielle KI als Wachstumsmotor der Industrie

„Technologisch herrscht Aufbruchstimmung“, konstatiert Dr. Kegel. „Wir stehen nach Industrie 4.0 an der Schwelle des nächsten großen industriellen Entwicklungsschritts.“

Auch wirtschaftlich zahlt sich der Einsatz von KI schnell aus. Rund 60 % der Unternehmen erwarten, dass sich ihre Investitionen bereits innerhalb von ein bis zwei Jahren amortisieren. Damit ist klar: Industrielle KI ist längst nicht mehr nur Zukunftsvision, sondern liefert schon heute messbare Vorteile für Unternehmen.

Datennutzung entscheidet über den Erfolg von KI

Damit Unternehmen das volle Potenzial von KI ausschöpfen können, besteht jedoch noch Nachholbedarf. Darauf weist Dr. Kegel im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Hannover Messe hin. „Weiterhin ist die Bereitschaft zum Datenteilen entlang der Wertschöpfungskette unzureichend.“

Ein genauer Blick zeigt: Vor allem kleinere Unternehmen zögern beim Datenaustausch – rund 80 % geben bislang keine Daten weiter. Bei großen Unternehmen sind es lediglich etwa 10 %. Hier besteht also deutlicher Handlungsbedarf.

Mehr Datenteilen für mehr Innovation

„Wir brauchen endlich mehr gezieltes Datenteilen, das den Schutz von Know-how im Unternehmen wahrt und zugleich entstehende Wertschöpfung fair verteilt“, fordert Dr. Kegel.

Ohne bessere Rahmenbedingungen droht das Potenzial industrieller KI ungenutzt zu bleiben. Gleichzeitig könnte Europa im globalen Wettbewerb – insbesondere gegenüber China – an Boden verlieren. Deshalb sei es entscheidend, auch die regulatorischen Voraussetzungen zu verbessern.

Bessere Regulierung für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Dr. Kegel macht deutlich, dass die KI-Regeln im EU AI Act stärker an den Bedürfnissen der Industrie ausgerichtet werden müssen. Nur so könne die europäische Industrie ihre Stärken voll entfalten und langfristig wettbewerbsfähig bleiben.

Neben der KI sieht der ZVEI auch in anderen Bereichen Herausforderungen. Vor allem die hohe Regulierungsdichte belastet Unternehmen zunehmend und bremst Innovationen aus.

Weniger Bürokratie, mehr unternehmerische Freiheit

„Die Bundesregierung ist im Obligo – der Reformstau muss endlich aufgelöst werden“, fordert der ZVEI-Präsident.

Dr. Kegel betont, dass Deutschland mehr Spielraum für Unternehmen schaffen müsse. Dazu gehören niedrigere Steuern, weniger bürokratische Hürden – etwa durch den Abbau von „Gold Plating“ – sowie eine konsequente Elektrifizierung, um die Wirtschaft widerstandsfähiger zu machen.

Lesen Sie auch: AI Act auf der Kippe: Warum der TÜV jetzt Alarm schlägt

Geopolitik und Prognosen im Blick

Gerade angesichts globaler Unsicherheiten seien diese Maßnahmen wichtiger denn je. Gleichzeitig bleibt der ZVEI vorsichtig optimistisch: Für 2026 wird ein Produktionswachstum von 2 % erwartet – vorausgesetzt, die geopolitische Lage stabilisiert sich.

Die Auftragseingänge liegen aktuell über dem Vorjahr, mögliche Auswirkungen internationaler Konflikte sind jedoch noch nicht vollständig absehbar.

EU-Binnenmarkt gewinnt an Bedeutung

„In diesen weltpolitisch herausfordernden Zeiten erkennen wir den hohen Wert des EU-Binnenmarkts. Hier spiegelt sich ein auffällig starker Anstieg, während das Geschäft mit dem Rest der Welt schwieriger wird“, betont Dr. Kegel.

Europa sollte daher gezielt daran arbeiten, seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig widerstandsfähiger gegenüber globalen Krisen zu werden.

Industrie als Schlüssel für Verteidigungsfähigkeit

Europa und Deutschland stehen zudem vor der Aufgabe, ihre Verteidigungsfähigkeit stärker eigenständig zu sichern. Dabei wird deutlich: Diese entsteht nicht nur bei klassischen Rüstungsunternehmen, sondern entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette.

Ein wichtiger Faktor ist der steigende Elektronikanteil in Verteidigungsgütern – von rund 10 % im Jahr 2000 auf voraussichtlich 25 % im Jahr 2035. Dadurch gewinnt die Elektro- und Digitalindustrie weiter an Bedeutung.

Zugang zur Verteidigungsindustrie erleichtern

Viele Unternehmen – insbesondere innovative Mittelständler – sind bereit, sich in diesem Bereich zu engagieren. Allerdings erschweren komplexe Vorschriften, hohe Sicherheitsanforderungen und aufwendige Zertifizierungen aktuell den Markteintritt.

„Diese Vorgaben sind in weiten Teilen notwendig, aber sie müssen gerade für neue Akteure aus dem zivilen Bereich besser erschließbar werden“, fordert Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung.

Moderne Strukturen für eine starke Industrie

Weber hebt hervor, dass vor allem das Beschaffungswesen modernisiert werden müsse. Schnellere Prozesse, klare Zuständigkeiten, standardisierte Vergaben und ein professionelles Lieferkettenmanagement seien entscheidend.

Zudem wird die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Auftraggebern immer wichtiger. Moderne Verteidigungssysteme basieren zunehmend auf Technologien wie Sensorik, Software und Datenkommunikation – häufig entwickelt in der zivilen Industrie.

Lesen Sie auch: Jobkiller oder Retter? Wie die Industrie auf humanoide Roboter blickt

Plattform für Sicherheit und Verteidigung

Um Unternehmen besser zu unterstützen, hat der ZVEI die Plattform „Sicherheit und Verteidigung“ gestartet. Sie hilft Mitgliedsunternehmen dabei, den Einstieg in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu erleichtern und ihre Position im Markt nachhaltig zu stärken.

Mehr Informationen

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.