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25 Jahre Wikipedia: Wissen bewahren in Zeiten von KI und Co.

15. Januar 2026

Wikipedia feiert 25. Geburtstag und gerät zunehmend unter Druck. Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow
Wikipedia feiert 25. Geburtstag und gerät zunehmend unter Druck. Foto: Wikipedia feiert 25. Geburtstag und gerät zunehmend unter Druck. Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow
Lesen Sie hier, warum Wikipedia ein Vierteljahrhundert nach Gründung nicht nur Grund zum Feiern hat, sondern zu kämpfen hat.
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Die Älteren von Ihnen erinnern sich sicherlich noch: Als Wikipedia startete, fürchteten damals etablierte Enzyklopädien wie die Lexikonreihe von Brockhaus oder die Microsoft Encarta um ihre Vormachtstellung oder sogar Existenz. Zu Recht, denn heute sind Lexika aus nahezu allen Buchregalen verschwunden und Wissen auf CD gibt es längst nicht mehr. Nun feiert die Wissensplattform Wikipedia ihren 25. Geburtstag und wird ihrerseits in ihrer Existenz bedrängt. Von künstlicher Intelligenz (KI), die immer mehr Menschen auch als Wissensquelle nutzen, und von der Elon-Musk-Plattform Grokipedia.

Bei ihrem Start am 15. Januar 2001 galt Wikipedia bei vielen als Sensation. Als freie Enzyklopädie sollte Wissen für jeden kostenlos verfügbar gemacht werden – ohne Werbung. Allein in Deutschland nutzen täglich zwischen 5 Mio.  und 9 Mio. Menschen die Seite. Auch heute noch finanziert sich Wikipedia über Spenden.

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KI und Co. setzen Wikipedia zu

Ein Vierteljahrhundert nach Wikipedia-Gründung durch die beiden US-Amerikaner Jimmy Wales und Larry Sanger kämpft die Plattform mit den Zeichen der Zeit. KI-Bots greifen die online frei verfügbaren Informationen ab. Gleichzeitig setzen immer mehr Nutzerinnen und Nutzer nur noch auf ChatGPT, Gemini und Co. zugreifen und nutzen die LLMs wie Wissensdatenbanken . Man spart sich also die eigene Recherche im Web und baut darauf, dass KI schon die richtige Auswahl treffen wird.

Hinzu kommt der Einfluss von Elon Musks Plattform, die sich zum Ziel gesetzt hat, mittels KI-Unterstützung besonders objektive Informationen zu liefern. Das Ganze hat einen politischen Hintergrund: Musk hält Wikipedia nicht für objektiv und behauptet, sie habe eine linke politische Ausrichtung. Dass seine Grokipedia hingegen „nach der Wahrheit“ (Musk) sucht (wir berichteten darüber), bleibt bisher kaum mehr als eine Behauptung des US-Milliardärs. Wie genau die Prüfung von Artikeln in der Musk-Enzyklopädie funktioniert, lässt sich kaum transparent nachvollziehen.

Die von rein menschlichen Teams verfasste und kontrollierte Wikipedia kämpft derweil damit, dass für das ständig anwachsende Wissen der Welt nicht immer ausreichend Text-Unterstützer zur Verfügung stehen. Denn viele der auf freiwilliger Basis ehrenamtlich Schreibenden scheiden aus Altersgründen aus, Nachwuchs fehlt oftmals. Immerhin haben laut eigenen Angaben 37.000 wiederkehrende Autorinnen und Autoren in den letzten zwölf Monaten mindestens zwei Bearbeitungen in der deutschsprachigen Wikipedia gemacht.

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Wikipedia muss den Sprung schaffen

25 Jahre nach Gründung steht Wikipedia also am Scheideweg. KI und nachlässiges Nutzerverhalten setzen dem Wikipedia-Projekt zu – tot ist es deswegen aber noch lange nicht. Aber ein reiner Selbstläufer wird das Geburtstagskind Wikipedia womöglich nicht bleiben, wenn sie sich nicht selbst einer Modernisierung unterzieht.

Womöglich muss die Plattform das Einpflegen neuer Lexikoneinträge attraktiver und einfacher gestalten, was natürlich nicht zulasten der kritischen, wissenschaftlichen Prüfung jeder Angabe durch die Community gehen darf. Grundsätzlich sollte das Wikipedia-Projekt unbedingt bewahrt werden. KI kann fraglos eine wertvolle Ergänzung darstellen, doch eine menschliche Prüfung von Quellen und eigenes Mitdenken sind durch nichts zu ersetzen.

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