Anzeige

Gold schmilzt bei Raumtemperatur

21. November 2018

Illustration schmelzendes Gold
Über 1.000 Grad Celsius sind normalerweise nötig, um Gold zu schmelzen. Einem schwedischen Wissenschaftler gelang es bei Zimmertemperatur. Foto: Alexander Ericson / Chalmers University of Technology
Einem Wissenschaftler der schwedischen Chalmers University of Technology ist es gelungen, Gold ohne Hitze zu schmelzen. Das eröffnet neue Möglichkeiten, beispielsweise für die Entwicklung von Materialien.
Anzeige
Anzeige


Ludvig de Knoop, Physiker an der Chalmers University of Technology in Göteborg, wollte eigentlich nur beobachten, wie sich Goldatome verhalten, wenn ein elektrisches Feld um sie herum verstärkt wird. Was er schließlich durch das Elektronenmikroskop sah, hatte er jedoch nicht erwartet: Die Oberflächenschichten aus Gold waren bei dem Versuch geschmolzen. Dabei hatte er das Edelmetall bei Zimmertemperatur untersucht. Für die Forscher ist das eine wichtige Erkenntnis, die sie gezielt für weitere Versuche einsetzen können.

Niederdimensionaler Phasenübergang als Ursache?

De Knoop erkannte, dass das elektrische Feld die Goldatome so stark anregte, dass sie ihre geordnete Struktur verloren und die Verbindungen untereinander auflösten. Bei weiteren Versuchen gelang es den Forschern, beim Gold zwischen einer festen und einer geschmolzenen Struktur zu wechseln. Ludvig de Knoop und der Materialwissenschaftler Mikael Juhani Kuisma von der finnischen Universität Jyväskylä hoffen, dass diese Erkenntnisse für verschiedene Anwendungen im Bereich der Materialwissenschaften hilfreich sein könnten.

Anzeige
Anzeige

Außerdem haben die Wissenschaftler eine Theorie, welcher Effekt dazu führt, dass es ihnen gelingt, Gold bei Raumtemperatur schmelzen zu lassen. Sie vermuten, dass die Oberflächenschmelze als sogenannter niederdimensionaler Phasenübergang angesehen werden kann, der zum Bereich der Topologie zählen würde – für die Entdeckung topologischer Phasenübergänge haben die Pioniere David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz den Nobelpreis für Physik 2016 erhalten. Sie haben die mathematische Topologie, die sich auf abstrakter Ebene mit den Eigenschaften allgemeiner Räume befasst, auf physikalische Systeme angewendet. Ihre Berechnungen haben sich in späteren Experimenten bestätigt. Beispielsweise kann ein hohes Magnetfeld in der Umgebung eines Stoffes seine Eigenschaften sprunghaft verändern, also zu einem Phasenübergang führen. Das ermöglicht die Entwicklung ganz neuer Materialien.

Anwendungen im Bereich der Materialwissenschaften denkbar

Auch das skandinavische Forscherteam erwartet aus seiner Entdeckung praktischen Nutzen für die Wissenschaft. „Da wir die Eigenschaften der Oberflächenatomschichten steuern und ändern können, öffnet sich die Tür für unterschiedliche Arten von Anwendungen. Zum Beispiel könnte die Technologie in verschiedenen Arten von Sensoren, Katalysatoren und Transistoren verwendet werden. Neue Konzepte für kontaktlose Komponenten wären ebenfalls vorstellbar“, sagt Teammitglied Eva Olsson, Professorin an der Fakultät für Physik von Chalmers.

Weiterführende Themen:

Anzeige
Anzeige

Starkes und schnelles Licht dank „On-Demand-Superfluoreszenz“

Neue Superfaser ist achtmal stärker als Spinnenseide

Anzeige
Anzeige


Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige