Anzeige

Ford baut künftig mit Geely: Was die China-Allianz für Köln bedeutet

23. Juli 2026

Ford-Werk in Köln
Das Ford-Werk in Köln produziert derzeit die Elektromodelle Explorer und Capri. Die neue Allianz mit Geely stärkt dagegen vor allem den spanischen Standort Valencia. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Fünf Modelle und drei Antriebsarten für Valencia: Warum die Ford-Geely-Allianz den Druck auf das Kölner Elektroautowerk erhöht.
Anzeige
Anzeige


Ford stellt sein schwächelndes Europageschäft neu auf und holt dafür einen chinesischen Partner ins eigene Werk. Gemeinsam mit Geely Auto will der US-Konzern in Valencia Fahrzeuge beider Marken produzieren. Geplant sind Elektroautos, Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender. Während der spanische Standort dadurch neue Modelle und zusätzliche Stückzahlen erhält, bleibt das Kölner Werk vorerst auf zwei reine Elektroautos konzentriert.

Ford und Geely wollen für die Zusammenarbeit ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Ford soll 66 % der Anteile halten, Geely 34 %. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll das Unternehmen im ersten Halbjahr 2027 starten. Die Produktion der ersten neuen Fahrzeuge ist für 2028 vorgesehen.

Anzeige
Anzeige

Inhaltsverzeichnis

Fünf Fahrzeuge sollen in Valencia vom Band laufen

Das Gemeinschaftsunternehmen soll das bislang nur schwach ausgelastete Ford-Werk in Almussafes bei Valencia betreiben. Insgesamt wollen die Partner dort fünf Fahrzeuge produzieren. Dabei handelt es sich allerdings nicht um fünf komplett neue Modelle.

Der Ford Kuga wird bereits in Valencia gebaut und soll ohne Unterbrechung weiterlaufen. Ab 2028 kommen vier weitere Fahrzeuge hinzu:

  • ein kompakter Ford-SUV aus der Bronco-Familie,
  • ein neuer Ford-Crossover mit mehreren Antriebsvarianten,
  • zwei elektrische SUV der Marke Geely.

Der neue Bronco ist ausdrücklich für europäische Straßen vorgesehen. Mit dem großen Geländewagen, den Ford in Nordamerika anbietet, dürfte das Modell daher vor allem den Namen und die robuste Ausrichtung teilen.

Anzeige
Anzeige

Den zweiten Ford entwickelt der Hersteller gemeinsam mit Geely. Das Fahrzeug wird von Ford gestaltet und soll als reines Elektroauto, Plug-in-Hybrid und Elektroauto mit Range Extender angeboten werden. Bei der letztgenannten Variante treibt ausschließlich der Elektromotor die Räder an. Ein Verbrennungsmotor dient als Generator und erzeugt unterwegs Strom für die Batterie.

Geely EX5 soll ab 2028 in Spanien entstehen

Auch Geely erhält durch die Kooperation erstmals eine eigene Fahrzeugproduktion in Europa. Als erstes Modell soll der bereits angebotene Elektro-SUV Geely EX5 in Valencia vom Band laufen. Das zweite Geely-Modell befindet sich nach Angaben des Unternehmens noch in der Entwicklung. Die Marken und Vertriebsnetze bleiben getrennt. Gemeinsam arbeiten Ford und Geely vor allem bei Entwicklung, Beschaffung und Produktion.

Anzeige
Anzeige

Für Geely verkürzt die spanische Fertigung die Lieferwege und erleichtert den Zugang zum europäischen Markt. Zugleich kann der Hersteller auf mögliche EU-Vorgaben reagieren, nach denen öffentlich geförderte Elektroautos künftig einen bestimmten Anteil ihrer Wertschöpfung in Europa erbringen sollen.

Ford wiederum kann freie Kapazitäten nutzen. Das Werk in Valencia ist auf rund 500.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt. 2025 lag seine Auslastung nach Daten des Analyseunternehmens GlobalData jedoch nur bei 26 %. Derzeit wird dort ausschließlich der Kuga produziert. Durch die zusätzlichen Modelle sollen sich Investitionen und Fixkosten auf deutlich mehr Fahrzeuge verteilen.

Valencia bekommt den breiteren Antriebsmix

Die Partnerschaft zeigt, wie deutlich Ford seine bisherige Elektrostrategie für Europa verändert. Statt ausschließlich auf batterieelektrische Pkw zu setzen, entwickelt der Hersteller wieder Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antrieben.

Valencia erhält damit eine breite industrielle Basis: reine Elektroautos, Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender. Hinzu kommen Fahrzeuge zweier Hersteller. Das senkt die Abhängigkeit des Werks vom Erfolg eines einzelnen Modells oder einer einzigen Antriebstechnik.

Ford-Europachef Jim Baumbick bezeichnet die Kooperation als Antwort auf den hohen Kostendruck und den verschärften Wettbewerb in Europa. Durch die gemeinsamen Stückzahlen solle das Werk besser ausgelastet und jedes dort gebaute Fahrzeug günstiger werden.

Köln produziert weiterhin Explorer und Capri

Für das Kölner Ford-Werk ist bislang keine direkte Änderung angekündigt. Dort entstehen weiterhin die rein elektrischen Modelle Explorer und Capri. Beide basieren auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten von Volkswagen.

Ford hatte rund 2 Mrd. US-$ in den Umbau des traditionsreichen Standorts zu einem Elektroautowerk investiert. Seit 2025 werden in Köln zudem die Batteriepakete für Explorer und Capri montiert.

Die Nachfrage blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Seit Januar 2026 arbeitet die Fahrzeugfertigung deshalb nur noch im Einschichtbetrieb. Ford kündigte zudem den Abbau von bis zu 1000 weiteren Stellen im Kölner Elektroautowerk an. Bereits zuvor hatte das Unternehmen beschlossen, bis Ende 2027 rund 2.900 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen.

Ford betont, dass die Zusammenarbeit mit Geely keine Auswirkungen auf Köln habe. Explorer und Capri seien weiterhin ein wichtiger Teil des europäischen Modellprogramms. Eine Verlagerung bestehender Kölner Fahrzeuge nach Spanien ist tatsächlich nicht angekündigt.

Köln gerät strategisch dennoch unter Druck

Trotzdem verändert die Allianz das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Standorten. Valencia erhält mehrere neue Modelle, drei Antriebsvarianten und zusätzliche Produktionsmengen von Geely. Köln bleibt dagegen von der Nachfrage nach zwei batterieelektrischen SUV abhängig.

Das bedeutet nicht, dass Ford das Kölner Werk aufgeben will. Die Investitionen in Fahrzeug- und Batteriemontage sind umfangreich, und für die Beschäftigten besteht eine Vereinbarung zur Standortsicherung. Eine langfristige Perspektive benötigt das Werk jedoch mehr als zwei Modelle. Entscheidend wird sein, ob Ford Köln weitere Fahrzeuge zuweist und wie sich die Verkaufszahlen von Explorer und Capri entwickeln.

Die Kooperation mit Geely ist daher keine unmittelbar gegen Köln gerichtete Entscheidung. Sie zeigt aber, welches Produktionsmodell Ford derzeit für wettbewerbsfähig hält: hohe Stückzahlen, mehrere Marken und flexible Antriebstechnik. Genau diese Mischung fehlt dem Kölner Werk bislang. (Mit Material der dpa)



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Firmenprofile

Ludwigshafen am Rhein
Anzeige
Anzeige