Brückenbau 01.09.2021, 12:16 Uhr

Der Brückenschlag verbindet

Brücken sind Bauwerke, die im Alltag allgegenwärtig sind und werden schnell mit dem Auto überfahren, ohne sie richtig zu beachten. Dabei sind sie hohe Bauingenieurskunst, so wie die Aftetalbrücke.

Die 785 Meter lange Aftetalbrücke wird im Frühjahr 2022 für den Verkehr freigegeben. Foto: Doka

Die 785 Meter lange Aftetalbrücke wird im Frühjahr 2022 für den Verkehr freigegeben.

Foto: Doka

Ein kurzes Klacken und schon ist der Autofahrer über die Übergangskonstruktion auf eine Brücke gefahren. Es dauert nicht lange und das nächste Klacken kündigt dem Autofahrer an, das er die Brücke wieder verlassen hat. Selten ist es mehr, was ein Autofahrer von einer Brücke mitbekommt. Doch bis ein solches Ingenieurbauwerk steht, vergeht Zeit und es benötigt viel Arbeitskraft und Planung. Auch der Stahl-Beton-Koloss, die Aftetalbrücke, brauchte Zeit, bis ihre fast 800 Meter Länge und 66 Meter hohen Pfeiler entstanden sind. Jetzt entlastet die Talbrücke das westfälische Bad Wünnenberg und sorgt für eine entspanntere Fahrt zwischen Brilon und Paderborn. Beteiligt an ihrem Bau war das Team um Matthias Urban und Markus Mühlnickel vom Schalungshersteller Doka.

Brückenbauprojekte bleiben spannend

„Es ist eine imposante, sehr lange und weit gespannte Brücke, und die Pfeiler sind sehr massiv. Das hat man nicht so oft“, beschreibt der Projektleiter Urban die Aftetalbrücke. Auch wenn der Schalungshersteller immer wieder mit seinem Team beim Bau unterschiedlicher Brücken beteiligt ist, sind die Bauingenieure immer wieder auf die neue Bauaufgabe gespannt. Mühlnickel, der Gruppenleiter, versucht die Begeisterung des Teams mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupéry zu beschreiben, der sinngemäß schrieb, dass man in Menschen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer wecken müsse, weil sich das Schiff dann viel leichter baue. Bezieht man dies auf den Brückenbau, so ist es wahrscheinlich am einfachsten, sich zu Beginn des Baus vorzustellen, wie der Verkehr über die Brücke fließt.

Bis zu 66 Meter sind die sechs Pfeiler der Brücke hoch.

Foto: Doka

Brücken im Team planen

„Brücken sind klassischer Ingenieurbau“, sagt Urban. Ihr Aufbau ist meist gleich. Sie bestehen aus Widerlagern und Pfeilern, aus Pfeilerköpfen und einem Überbau. Doch nur auf den ersten Blick scheinen sie gleich zu sein. Schaut man genauer hinsieht man, dass in jeder ihre eigene Ingenieurskunst steckt. Dabei steigen mit der Komplexität der Brückengeometrie auch die Ansprüche an die Schalung. Dies kann man auch bei der Brücke über das Aftetal erkennen. Mit ihrer Höhe, ihrer Geometrie der Pfeiler, der massiven Pfeilerköpfen und Länge und Spannweite fordert sie die Bauingenieure und Schalungshersteller heraus. Standardsysteme sind bei einem solchen Projekt immer im Einsatz. Doch es gibt auch Bereiche, bei denen eine individuelle Lösung gefunden werden muss. Für Urban ist das ein „Mehr an Ingenieurleistungen“. Es müssen Sonderlösungen und Schnittstellenplanungen erfolgen, damit das Projekt erfolgreich sein kann. Dazu zählen auch für den Schalungshersteller Prozess-, Termin- und Kostensicherheit. „Wir erhalten Pläne und hören dann oft: Ihr habt doch bestimmt irgendwas Fertiges in der Schublade“, ergänzt Mühlnickel. Doch für Brücken gibt es nichts in der Schublade. Alle Projektpartner sitzen zusammen und planen, rechnen, prüfen, überarbeiten und stimmen sich im Team ab. „Es ist ein Ringen um das beste Konzept, das idealerweise auch das sicherste ist“, so Mühlnickel. „Die Arbeiter wollen abends ja wieder wohlbehalten zu ihren Familien heim.“ Neben der Absicherung von Abstürzen wird auch drauf geachtet, dass das Equipment ergonomisch und die körperliche Belastung minimiert ist.

Bei der Planung einer Brücke wird auch an die Sicherheit der Arbeiter gedacht.

Foto: Doka

Einsatz von Schalungen im Brückenbau

Steht der Plan für die Brücke, können die Arbeiten beginnen. Das galt auch für die Arbeiten für die Aftetalbrücke. Das verantwortliche Bauunternehmen Max Bögl setzte bei den massiven Pfeilern auf Selbstkletterschalungen. Dabei hat sich Takt für Takt das vollhydraulische System nach oben geschoben. Alle fünf bis sechs Meter verlangen die v-förmigen Pfeilerköpfe eine andere Sonderlösung. Hierzu wurde das Team der Schalungsvormontage eingesetzt. Durch die Koordination zwischen bauausführendem Unternehmen und Schalungsplaner wurden bei der Aftetalbrücke zwei Verbundschalwagen eingesetzt. Durch diese war es möglich, den Stahltrog mit dem Beton der Fahrbahnplatte zusammenzuführen. Die Brückenkappen mit Brüstungswand wurden ebenfalls durch Verbundschalwagen hergestellt. Hier kamen jedoch noch zwei nachlaufende Kappenschalwagen, sogenannte Schalwagen TU zum Einsatz, durch die Zeit eingespart werden konnte. Durch die Zusammenarbeit im Team ist es gelungen, die Brücke sicher zu errichten.

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Von Doka / Heike van Ooyen

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