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100 Jahre alte Brücke wird ausgetauscht 24.07.2026, 13:00 Uhr

4500 t Stahl rollen durch Hamburg: Der Transport der neuen Sternbrücke ist Millimeterarbeit

Die alte Sternbrücke wird abgerissen, die neue steht schon bereit: Eine tonnenschwere Stabbogenbrücke, komplett vormontiert und startklar für einen 500 m langen Schwerlasttransport durch die Hamburger Innenstadt. Bis Ende August muss der komplette Austausch abgeschlossen sein.

Baustelle für die neue Sternbrücke in Hamburg.

Die neue Sternbrücke: Rund 108 m lang, 21 m breit und 4500 t schwer.

Foto: picture alliance/dpa | Bodo Marks

An der Hamburger Sternbrücke hat die entscheidende Phase des Ersatzneubaus begonnen. Mit dem Rückbau der fast 100 Jahre alten Eisenbahnbrücke ist der Startschuss für den Austausch des Bauwerks gefallen.

Anschließend soll die bereits vollständig montierte, rund 4500 t schwere Stahlkonstruktion auf selbstfahrenden modularen Schwerlasttransportern rund 500 m bis zu ihrem endgültigen Standort bewegt werden.

Darum muss die Sternbrücke ersetzt werden

Die Sternbrücke zählt zu den wichtigsten Eisenbahnüberführungen Hamburgs. Täglich verkehren hier Hunderte Züge zwischen dem Hauptbahnhof und Altona. Entstanden ist die derzeitige Stahlbrücke im Jahr 1926. Nach rund 100 Jahren hat sie nun das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Trotz zahlreicher Instandsetzungen gilt ein Ersatzneubau als die wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung.

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Der Neubau ist Teil eines umfassenden Infrastrukturprojekts der Deutschen Bahn zur langfristigen Sicherung des stark belasteten Bahnknotens Hamburg. Unter der Brücke werden zugleich Straßenraum, Rad- und Fußwege neu geordnet sowie die Durchfahrtshöhe verbessert.

Rückbau in mehreren Schritten

Der Rückbau der alten Stahlkonstruktion hat heute begonnen und erfolgt abschnittsweise. Zunächst trennen Arbeiter die Brücke mit Schneidbrennern in einzelne Segmente. Anschließend hebt ein Großkran die tonnenschweren Bauteile aus. Die Arbeiten finden unter beengten Platzverhältnissen mitten im Hamburger Stadtgebiet statt.

Zahlen und Fakten zur Sternbrücke
Baujahr der alten Brücke: 1926
Länge der neuen Brücke: ca. 108 m
Breite: ca. 21 m
Gewicht: ca. 4500 t
Konstruktion: Stabbogenbrücke mit nach innen geneigten Bögen
Transportfahrzeug: selbstfahrende modulare Schwerlasttransporter (SPMT)
Transportstrecke: ca. 500 m
Transportgeschwindigkeit: wenige Meter pro Minute
Beteiligte Fachleute: mehr als 100 Personen aus unterschiedlichen Gewerken
Quelle: Deutsche Bahn

Neue Stabbogenbrücke ist bereit für den Einbau

Die neue Sternbrücke wurde bereits vollständig neben der Bahnstrecke montiert. Ein solches Bauverfahren sorgt für kürzere Sperrzeiten, da der eigentliche Austausch erst dann erfolgt, wenn die Konstruktion fertiggestellt ist. Die Vormontage fand auf einer eigens dafür vorbereiteten Fläche in unmittelbarer Nähe des späteren Einbauorts statt, sodass große Teile der Fertigung unabhängig vom laufenden Bahnbetrieb möglich waren.

Die neue Sternbrücke in Hamburg.
Die neue Sternbrücke wurde bereits vollständig vormontiert und wartet neben der Bahnstrecke auf ihren Transport zum endgültigen Einbauort. Foto: picture alliance / ABBfoto | CNTV

Die Konstruktion ist rund 108 m lang, 21 m breit und bringt etwa 4500 t auf die Waage. Es handelt sich dabei um eine Stabbogenbrücke mit leicht nach innen geneigten Bögen. Die ungewöhnlichen Abmessungen ergeben sich unter anderem aus der Forderung, den Straßenraum unter der Brücke neu zu ordnen und künftig ohne zusätzliche Stützen auszukommen.

Während die alte Konstruktion den Verkehrsraum mit mehreren Stützen einschränkte, überspannt die neue Brücke den Bereich vollständig und schafft dadurch mehr Platz für Fahrzeuge sowie den Rad- und Fußverkehr. Nach dem Rückbau der alten Konstruktion wird die neue Brücke kommende Woche auf den Schwerlasttransportern an ihren endgültigen Standort bewegt und anschließend eingebaut.

Halten die Straßen den Brückentransport aus?

Die eingesetzten Transporter sind hydraulisch gesteuerte Spezialfahrzeuge aus gekoppelten Transportmodulen mit einzeln lenkbaren Achsen und hydraulischer Höhenregulierung. Dadurch lässt sich auch eine mehrere tausend Tonnen schwere Konstruktion auf engem Raum kontrolliert bewegen und millimetergenau positionieren. Pro Minute legen die Transporter nur wenige Meter zurück und müssen durchgehend überwacht werden. Mehr als 100 Fachleute aus unterschiedlichen Gewerken koordinieren den Ablauf.

Die rund 500 m lange Transportstrecke durch den engen innerstädtischen Raum erfordert eine minutiöse Vorbereitung. Kurvenradien, Fahrbahnbreiten, Ampelanlagen und Versorgungsleitungen entlang der Route haben die Experten im Vorfeld geprüft. Bereits kleinste Abweichungen können den Ablauf beeinflussen.

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Im Vorfeld gab es vereinzelt Bedenken, die enormen Lasten könnten Straßen oder unterirdische Leitungen entlang der Transportstrecke beschädigen. Entscheidend ist hierbei jedoch nicht das Gesamtgewicht, sondern dessen Verteilung. Durch die Vielzahl einzeln lenkbarer Achsen der Spezialfahrzeuge verteilt sich die Last auf zahlreiche Räder, wodurch die Belastung je Achse deutlich reduziert wird.

Enge Zeitfenster, langfristiger Nutzen

Der gesamte Austausch erfolgt innerhalb einer exakt geplanten Sperrpause. In dieser Zeit müssen Rückbau, Transport, Einbau, Gleisbau sowie umfangreiche Prüf- und Vermessungsarbeiten abgeschlossen werden. Nach aktuellem Zeitplan soll der Bahnverkehr Ende August wieder aufgenommen werden. Kurz darauf wird auch die Straßenkreuzung unter der Brücke wieder freigegeben.

Die alte Sternbrücke in Hamburg wird zurückgebaut.
Die alte, rund 100 Jahre alte Sternbrücke wird zurückgebaut, um Platz für eine neue leistungsfähigere Eisenbahnüberführung zu schaffen. Foto: picture alliance/dpa | Bodo Marks

Die neue Konstruktion erfüllt die Anforderungen an höhere Zuglasten und eine langfristige Nutzung. Als Stabbogenbrücke leitet sie die auftretenden Lasten über die Bögen ab und kommt ohne zusätzliche Stützen im Straßenraum aus. Dadurch verbessert sich nicht nur die Verkehrsführung unter der Brücke, sondern es entstehen auch bessere Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger. Die neue Sternbrücke ist damit nicht nur ein Ersatz für das alte Bauwerk, sondern Teil einer umfassenden Neuordnung des Bereichs rund um die Kreuzung Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee.