ERP für Bau- und Ingenieurbüros:Sta*Ware BusinessNavigator im ERP – Wettbewerb 2026
Die Digitalisierung in Bauunternehmen und Ingenieurbüros ist häufig weniger durch fehlende Software als durch deren Vielzahl geprägt. Kalkulation, Projektmanagement, Dokumentenverwaltung, Finanzwesen und Kommunikation werden nicht selten mit unterschiedlichen Anwendungen bearbeitet. Hinzu kommen Excel-Tabellen und individuelle Schnittstellen. Die Folge sind verteilte Datenbestände und zusätzliche Abstimmungsaufwände.
Foto: StaWare
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Integrierte Unternehmenssoftware für Bau- und Ingenieurbüros
Mit dem BusinessNavigator E&P stellt die Sta*Ware GmbH eine ERP-Lösung vor, die diesen Ansatz umkehren will. Das Unternehmen aus Starnberg tritt damit beim Wettbewerb „ERP-System des Jahres 2026“ in der Kategorie „ERP für Bauwesen“ an. Zielgruppe sind insbesondere Unternehmen der Baubranche sowie Ingenieurbüros.
Vom Nebeneinander zur integrierten Prozesskette
Ausgangspunkt der Produktentwicklung ist nach Angaben von Sta*Ware die Beobachtung, dass Unternehmen häufig drei bis fünf unterschiedliche Softwaresysteme einsetzen. Daten werden dadurch mehrfach geführt oder über Schnittstellen zwischen Anwendungen übertragen. Auch die weitere Verwendung von Excel kann zu zusätzlichen manuellen Arbeitsschritten führen.
Der BusinessNavigator E&P verfolgt demgegenüber das Konzept einer zentralen Unternehmensplattform. ERP, CRM, Projektmanagement und Dokumentenmanagement sollen in einem System zusammengeführt werden. Ein gemeinsamer Datenbestand bildet dabei die Grundlage für die Bearbeitung der Geschäftsprozesse. Dokumente und E-Mails können ebenfalls zentral verwaltet und den jeweiligen Vorgängen beziehungsweise Projekten zugeordnet werden.
Für die Praxis ist dabei insbesondere die Vorgangsmethodik mit integriertem Aufgabenmanagement und Workflowsteuerung relevant. Geschäftsvorgänge sollen nicht nur erfasst, sondern über definierte Prozessschritte bearbeitet werden können. Damit wird der Übergang von einer reinen Datenverwaltung zu einer systemgestützten Prozesssteuerung angestrebt.
Projektorientierung als Leitprinzip
Eine Besonderheit des Systems liegt in der konsequenten Ausrichtung auf projektorientierte Arbeitsabläufe. Das betrifft nicht nur die Verwaltung von Projekten, sondern auch die Verbindung mit kaufmännischen und organisatorischen Prozessen.
Sta*Ware nennt als branchenspezifische Funktionen unter anderem einen Honorarassistenten sowie spezielle Möglichkeiten für Angebotskalkulationen. Damit soll die Software Anforderungen berücksichtigen, die sich aus der Arbeit von Ingenieur- und Planungsbüros ergeben und bei branchenneutralen ERP-Systemen häufig über zusätzliche Anwendungen oder individuelle Anpassungen abgebildet werden müssen.
Das Konzept reicht dabei über die eigentliche Projektbearbeitung hinaus. Die Prozesskette soll von der Anfrage bis zur Zahlung durchgängig abgebildet werden. Für die Unternehmensleitung entsteht damit die Möglichkeit, operative Projektdaten und kaufmännische Informationen stärker miteinander zu verknüpfen.
Datenbestand als Grundlage für Controlling
Eine integrierte Datenbasis kann insbesondere beim Reporting Vorteile bieten. Der BusinessNavigator verfügt nach Angaben des Herstellers über ein integriertes Reporting sowie ein eigenes Business-Analytics-Tool. Für Auswertungen werden dabei unter anderem Funktionen der Oracle-Datenbank genutzt.
Für kleinere und mittlere Unternehmen ist dieser Aspekt nicht unerheblich. Bei einer heterogenen Systemlandschaft muss die Geschäftsführung Kennzahlen häufig aus verschiedenen Quellen zusammenführen. Ein einheitlicher Datenbestand kann dagegen dazu beitragen, dass Informationen aus Projektgeschäft und kaufmännischer Verwaltung auf derselben Datenbasis ausgewertet werden.
Gleichzeitig ist die Einführung einer integrierten Lösung selbst ein Organisationsprojekt. Sta*Ware setzt deshalb auf eine schrittweise Implementierung. Neue oder geänderte Prozesse sollen Zug um Zug eingeführt werden können. Zu den vom Hersteller genannten Zielen gehören außerdem die Bereinigung der Systemlandschaft, die Reduzierung von Betriebskosten und eine einfache Skalierung.
Windows, Portal und App
Auch beim Zugriff verfolgt der BusinessNavigator einen integrierten Ansatz. Neben dem Windows-Client entwickelt Sta*Ware parallel ein Portal und eine App. Damit sollen Unternehmens- und Projektdaten auch außerhalb des klassischen Büroarbeitsplatzes zugänglich sein.
Technisch basiert das System auf einer Oracle-Datenbank. Sta*Ware verwendet PL/SQL und C#; die Businesslogik liegt nach Herstellerangaben innerhalb der Datenbank. Ein Object Mapping verbindet Datenbank und Businesslayer. Die Herstellung der verschiedenen Software-Clients ist weitgehend automatisiert. Windows-Client, Portal und App werden über einen automatisierten „Nightly Build“ bereitgestellt.
Für die Anbindung an bestehende IT-Strukturen stehen unter anderem Import- und Exportmöglichkeiten über CSV, XML und XLS sowie eine DATEV-Schnittstelle zur Verfügung. Zusätzlich werden Standards und Schnittstellen für Kalender und E-Mail unterstützt.
ERP für die nächste Entwicklungsstufe
Der Ansatz von Sta*Ware adressiert damit ein bekanntes Spannungsfeld der Digitalisierung im Bauwesen: Einerseits benötigen auch kleinere Unternehmen leistungsfähige digitale Prozesse, andererseits kann eine wachsende Zahl spezialisierter Einzellösungen die Komplexität erhöhen.
Der BusinessNavigator E&P setzt auf die Reduzierung dieser Fragmentierung durch eine gemeinsame Plattform. Ob sich damit im jeweiligen Unternehmen tatsächlich Systeme ablösen, Schnittstellen reduzieren und Prozesse effizienter gestalten lassen, hängt letztlich von der vorhandenen IT-Landschaft und der konkreten Prozessorganisation ab.
Mit seiner Bewerbung beim Wettbewerb „ERP-System des Jahres 2026“ stellt Sta*Ware diesen integrierten Ansatz nun dem Vergleich mit anderen ERP-Lösungen für das Bauwesen.
Einen kompakten Einblick in die Benutzeroberfläche und die Arbeitsweise des BusinessNavigators bietet ein rund fünfminütiger Film: