Datenmodellierung 15.10.2020, 11:00 Uhr

Gebäude visuell planen

Gemeinsam mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart will das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und weitere Partner die Abstimmung während der Bauplanung erleichtern. Hierzu haben sie ein frei verfügbares Software-Tool entwickelt. Dadurch kann der Planer oder Bauherr virtuelle 3D-Modell begehen.

Mit einem neuen Tool werden Gebäude virtuell begehbar. Foto: Ludmilla Parsyak/ Fraunhofer IAO

Mit einem neuen Tool werden Gebäude virtuell begehbar.

Foto: Ludmilla Parsyak/ Fraunhofer IAO

Viele Regeln und Normen prägen die Bauplanungsbrache in Deutschland. Damit Bauprojekte gelingen, sind Abstimmungen zwischen allen Beteiligten eine der wichtigsten Voraussetzungen. Digitale und visuelle Daten in der Planungsphase helfen bereits frühzeitig eine gemeinsame Diskussionsgrundlage für alle Fachplanerinnen und Fachplaner aus den unterschiedlichsten Disziplinen zu schaffen. Virtual und Augmented Reality (kurz VR und AR) sind dabei eine große Unterstützung. Mit den virtuellen 3D-Modellen sind die Gebäudedaten sichtbar und erlebbar. Architektinnen und Architekten und Fachplanerinnen und Fachplaner haben so die Möglichkeit, ihre BIM-Daten mit allen am Bauprozess-Beteiligten zu betrachten und Diskussionen anzuregen. An diesem Punkt setzt das Fraunhofer IAO an. Im Rahmen des Projektes „Applikationszentren V/AR“ haben die Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit dem kooperierenden Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart und weiteren Partnern das frei zugängliche Software-Tool „XRvisualizer“ entwickelt. Auf dem Weg zu dem Tool unterstützten auch Fachplanerinnen und Fachplaner das Forscherteam mit ihren Praxiskenntnissen. Über eine VR-Brille ist es durch das Software-Tool möglich, die Planungsdaten auf einem PC zu betrachten. Jetzt ist auch eine Schnittstelle zu AR verfügbar. Das ermöglicht eine Visualisierung der eigenen Planungsdaten auf einem handelsüblichem Endgerät.

Schnittstellen für die Planung ermöglichen

„Innerhalb des Netzwerks wurde deutlich, dass es an einfachen Visualisierungsschnittstellen bei der Bauplanung mangelt. Zwar gibt es schon viele, doch die sind meist an den Softwarehersteller gebunden und teuer. Wir haben praxisnah die Bedarfe der Beteiligten analysiert und als Anforderungen an Prozess und Tool definiert. Auf dieser Basis haben wir den XRvisualizer entwickelt, der sich aktuell noch in der Testphase befindet. Von den Netzwerkteilnehmenden erhalten wir ständig Feedback für weitere Optimierungen“, beschreibt Jörg Frohnmayer, Projektleiter am Fraunhofer IAO für den Themenschwerpunkt Bauen, die Idee für das Tool. Das Ziel des Tools ist klar: Anwendungshindernisse abbauen und nutzbar für die Wirtschaft sein. Genau zum Aufkommen der COVID-19-Pandemie begann die Entwicklung der PC-Schnittstelle. Es war also genau die Zeit, in der gezeigt werden konnte, dass auch trotz unterschiedlicher Standorte, Architektinnen und Architekten sowie Planerinnen und Planer das Visualisierungsprogramm im gleichbleibenden Umfang nutzen können.

Zusammenarbeit vereinfachen

Die bisherigen Rückmeldungen zeigen, dass das Tool als Kommunikation zwischen den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern eingesetzt werden. Durch das Tool ist es möglich, Projekte weiterzuentwickeln. Die durchgängige Nutzung von Daten ist in vielen Branchen sinnvoll, doch gerade im Bauwesen hilft eine Visualisierung des Projektes alle Beteiligten auf einen Wissensstand zu bringen. „Gerade die Baubranche ist von komplexen Abläufen, Prozessen und Zusammenhängen gekennzeichnet. Die Zusammenarbeit von vielen Planern aus unterschiedlichen Fachbereichen birgt daher viele Risiken. Mit diesem Tool werden fachspezifische Daten für alle gleichermaßen zugänglich, bewertbar und damit auch gemeinsam diskutierbar“, beschreibt Frohnmayer. Aus diesem Grund plant das Team schon seinen nächsten Schritt. Dabei sollen die einzelnen Schnittstellen für VR, AR und PC kollaborativ miteinander verbunden werden. Dies ist eine weitere Möglichkeit, die Zusammenarbeit zu vereinfachen.

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Von Heike van Ooyen

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