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Neue Ausgabe des Fachmagazins Bauingenieur 09.10.2026, 14:00 Uhr

Bauingenieur 10/2026: Nachhaltiges Bauen, Holzmodule und Recyclingbeton

Die Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift Bauingenieur widmet sich dem nachhaltigen und seriellen Bauen. Sie stellt Projekte vor, die Ressourcen schonen und Wohnraum schneller verfügbar machen.

Gebäude mit Pflanzen an der Fassade.

Von der begrünten Fassade bis zum Holzmodul: Die Oktober-Ausgabe des Bauingenieur widmet sich dem nachhaltigen Bauen.

Foto: smarterpix / lykuns

Das Bauingenieurwesen soll gerade vieles auf einmal leisten. Es soll nachhaltiger bauen, schneller Wohnraum schaffen und Gebäude auf künftige Anforderungen vorbereiten.

Die Oktober-Ausgabe des Bauingenieur stellt Lösungen vor, die dafür entwickelt werden. Neue Baustoffe und digitale Werkzeuge helfen dabei. Ohne ein Umdenken in Planung und Bauprozessen kommt man aber nicht weit.

Ingenieurwissen wird gebraucht

Die Ausgabe beginnt mit dem Standpunkt „Unsere Zukunft fordert Technik!“ von Stephan Semprich und Richard Greiner. Die beiden halten den technologischen Fortschritt für entscheidend, wenn es um wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Herausforderungen geht. Dass technische Berufe in der Öffentlichkeit so wenig Anerkennung finden, kritisieren sie deutlich.

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Im Themenschwerpunkt rund um klimagerechtes Bauen knüpft Christine Lemaitre von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) daran an. Nachhaltigkeit ist für sie keine zusätzliche Vorgabe, die man am Ende abhakt. Sie gehört von Anfang an zur Ingenieurarbeit. Mit weniger CO₂ ist es dabei nicht getan. Eine ganzheitliche Planung fragt auch nach Materialeinsatz, Anpassungsfähigkeit und Rückbaubarkeit. Und manchmal lautet die erste Frage, ob es den Neubau überhaupt braucht.

Ressourcen klug nutzen

Wie sich das in der Praxis übersetzen lässt, beschreibt ein Beitrag über Baustoffe aus Reststoffen der Holzindustrie. Ein Estrich auf Holzmehlbasis nimmt Holzmehl statt Sand und einen mineralischen Binder statt Zement. Dazu kommen Brandschutzplatten aus Sägemehl und dem Mineral Struvit.

Auch im Bestand steckt viel Potenzial. Im schweizerischen Grüsch wurden Teile einer ehemaligen Mühle zu Wohnraum umgebaut und durch einen elfgeschossigen Wohnturm ergänzt. Rund 60 % des Betons im Neubau stammen aus dem recycelten Material eines alten Silos. Die Fassade des Turms ist mit 518 Solarmodulen bestückt, die zusammen 155 kWp installierte Leistung erreichen.

Schnell bauen mit Vorfertigung

Weitere Schwerpunkte der aktuellen Ausgabe sind konstruktiver Stahl- und Holzbau sowie serielles/vorgefertigtes Bauen. Ein gutes Beispiel gibt es in den Niederlanden. In Almere entstand das Wohnprojekt Xylino mit 103 Wohnungen aus 436 Modulen aus Furnierschichtholz. Auf der Baustelle wurden acht bis zwölf Module pro Tag montiert. Digitale Bauteilinformationen sollen später den Rückbau und die Wiederverwendung erleichtern.

In Böblingen ging im September 2025 das Schulzentrum Stockbrünnele in Betrieb, rechtzeitig zum Schuljahresbeginn. Der sechsgeschossige Holz-Hybridbau hat rund 14.700 m² Bruttogeschossfläche. Sockelgeschoss und Treppenhauskerne bestehen aus Stahlbeton, die fünf Obergeschosse aus vorgefertigten Holzelementen.

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Auch in Mannheim wird hybrid gebaut. Dort verbindet ein Projekt einen Einzelhandelsstandort mit 193 Apartments für Studierende. BIM-gestützte Planung, vorgefertigte Holzmodule und Lean Construction sollen die Abläufe zwischen Massivbau, Modulproduktion und Montage aufeinander abstimmen.

Wenn Gebäude extremen Belastungen standhalten müssen

Ausgabe 10.2026 des Bauingenieur beinhaltet außerdem erneut das D-A-CH-Mitteilungsblatt. Darin dreht sich alles um das Erdbebeningenieurwesen. Wie schwer ein Erdbeben trifft, bestimmen neben der Magnitude auch die Verwundbarkeit der gebauten Umwelt, die Bauqualität und die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastruktur. Einstürze zu vermeiden, reicht deshalb nicht mehr aus. Gebäude sollen funktionsfähig bleiben und sich schnell wiederherstellen lassen.

Ein Fachbeitrag im D-A-CH-Teil stellt vereinfachte Ansätze vor, mit denen sich der Perforations- und Durchstanzwiderstand von Stahlbetonstrukturen abschätzen lässt. Die Methoden wurden anhand experimenteller Ergebnisse bewertet und sollen sich vor allem für Vorbemessungen und Plausibilitätsprüfungen eignen.

Hauptaufsätze der Bauingenieur-Ausgabe 10.2026

  • Deckensysteme Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG-Siegel) – Eine Parameterstudie am Beispiel eines mehrgeschossigen Wohngebäudes in Massivbauweise, A. Schlief, S. Kuhn, M. Bettin, M. Ricker, DOI: 10.37544/0005-6650-2026-27
  • Geotechnik Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit von ungefrorenen Böden und Korngemischen – Teil 2: Einfluss von Bentonitbeimengungen auf die thermischen Eigenschaften von Bettungsmaterialien für erdverlegte Stromkabel, M. Wagner, A. Kostadinovic, D. Adam, DOI: 10.37544/0005-6650-2026-33