Nachhaltigkeit 05.08.2021, 08:55 Uhr

Potenzial von Carbonbeton bestätigt

Die HHL Leipzig Graduate School of Management haben Carbonbeton untersucht. Ihre Ergebnisse bestätigen das hohe Potenzial des Materials.

Für das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton werden die Wände aufgestellt. Foto: Maximilian Krämer, C³ - Carbon Concrete Composite

Für das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton werden die Wände aufgestellt.

Foto: Maximilian Krämer, C³ - Carbon Concrete Composite

In ihrer Potenzialanalyse „Carbon Concrete Composite“ haben die Studierenden der HHL Leipzig Graduate School of Management aufgezeigt, dass Carbonbeton eine vielversprechende Markenperspektive besitzt. Ein schnelles und effizientes Bauen ist durch den Einsatz des Verbundmaterials möglich. Dieser Aspekt ist für die Baubranche, den Denkmalschutz und den Immobiliensektor von Vorteil, aber auch für die Umwelt ist es schon jetzt und für die Zukunft wichtig. „Wir haben uns dieser Potenzialanalyse sehr gerne gewidmet, denn aus unserer Sicht kann Carbonbeton einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem, klimafreundlichem Bauen leisten. Der Baustoff hat das Potenzial zu einem echten Game-Changer in der aktuellen Debatte rund um Klimaschutz und Smart Cities, auch hier bei uns in Leipzig, zu werden“, betont Henning Zülch, Professor an der HHL Leipzig und Leiter des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung und fügt hinzu: „Einmal mehr zeigen die Ergebnisse der Analyse, welch‘ großes Potenzial im Wissenschaftsstandort Sachsen steckt. Nun gilt es schnellstmöglich – vor dem Hintergrund des rasanten Klimawandels – gemeinsam mit der TU Dresden und dem C³-Verband Praxispartner zu finden, mit welchen weitere Bauprojekte umgesetzt werden können.“

Gemeinsam den Einsatz von Carbonbeton steigern

Für den weiteren Einsatz von Carbonbeton wollen der Verband im Bereich der Carbonbetonbauweise C³ – Carbon Concrete Composite und die HHL Leipzig Graduate School of Management einen gemeinsamen Weg gehen, um damit den Umfang des Baustoffes ausschöpfen zu können. „Wir wissen, dass Carbonbeton nicht alle Probleme der Welt lösen kann. Die Carbonbetonbauweise kann aber erheblich zur Ressourceneinsparung beitragen, denn Sand ist bereits heute ein knappes Gut. Dank der elektrischen und thermischen Leitfähigkeit von Carbon, die direktes induktives Laden und Heizen des Bauteils sowie Datenübertragung möglich macht, eignet sich Carbonbeton ideal für den Einsatz im Bereich Smart City“, so Matthias Tietze, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Dresden und kaufmännischer Geschäftsführer des C³-Verbandes.

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Bauzeiten mit Carbonbeton einsparen

Der Baustoff Carbonbeton ermöglicht äußerst schlanke und flexible Bauteile. Diese können weitestgehend frei formbar entworfen und hergestellt werden. Zudem ist eine Bauzeiteneinsparung bis zu 50 Prozent möglich. Diese kann bei der Verstärkung erzielt werden. Durch den Einsatz von Carbonbeton in Gebäuden ist es möglich, bis zu zwölf Prozent Nutzfläche zu gewinnen. Ein weiterer Vorteil von Carbon ist die Korrosionsbeständigkeit. Durch sie entfällt die zusätzliche Betonschicht, die bei rostanfälligen Stahl als Schutz aufgebracht werden muss. Durch diese Eigenschaften des Baustoffes bietet er dem Bauherren eine geringere Bauzeit und mehr Nutzungsraum. Daher besitzt Carbonbeton bei Betracht des herrschenden Wohnungsmangels ein hohes Potenzial. In Deutschland und europaweit konnten bereits über 100 Bauprojekte mit Carbonbeton umgesetzt werden. Zum Einsatz kommt der Baustoff dabei im Hoch-, Tief- und Ingenieurbau.

Carbonbeton beim Neubau und der Sanierung

Kommt Carbonbeton im Neubau zum Einsatz, dann ist meist das Ziel, Gewicht im Bauwerk zu reduzieren. Auch sollen häufig die Bauteildicken verringert werden und die Dauerhaftigkeit des Bauwerks erhöht werden. Häufig betrifft dies Brückentragwerke, Brückenkappen, Fertigteilgaragen, Fassaden und Wänden in Büro- und Wohngebäuden, aber auch Deckenplatten in Parkhäusern. Mit dem sogenannten CUBE entsteht in Dresden das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton. Kommt der Baustoff in der Sanierung zum Einsatz, soll meist die Tragfähigkeit von Bauteilen erhöht werden, aber die Schichtdicken weiterestgehend gering bleiben. Auch darf sich meist das Bauteilgewicht nicht erhöhen und das Bauwerksvolumen sollte erhalten bleiben. Mit Carbonbeton kann auch im Denkmalschutz saniert werden, da hier die Optik des Bauwerks erhalten bleiben muss.

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Von TU Dresden / Heike van Ooyen