Die größten Containerschiffe der Welt und warum sie kaum länger werden
29. Oktober 2026

Die größten Containerschiffe der Welt können inzwischen mehr als 24.000 Standardcontainer-Einheiten transportieren. Der Rekordhalter MSC Irina bringt es auf 24.346 TEU. Auffällig ist jedoch: Obwohl die Ladekapazität in den vergangenen Jahren gestiegen ist, sind die größten Schiffe kaum länger geworden. Fast alle messen rund 400 m. Warum ist das so? Und wie gelingt es den Werften trotzdem, immer mehr Container auf den Schiffen unterzubringen?
Die MSC Irina ist knapp 400 m lang und 61,3 m breit. Auf ihrem Deck können sich Container bis zu 26 Lagen hoch stapeln. Zusammen mit fünf baugleichen Schwesterschiffen hält sie den Rekord für die größte nominelle Containerkapazität. Alle sechs Schiffe wurden 2023 in China gebaut.
Seither sind weitere Containerschiffe mit mehr als 24.000 TEU hinzugekommen. Im Mai 2026 übernahm die französische Reederei CMA CGM beispielsweise die Notre Dame mit 24.212 TEU. Im Juli startete die OOCL Wisdom mit 24.168 TEU zu ihrer ersten Reise nach Europa.
Die neuen Schiffe sind nicht größer im Sinne einer deutlich längeren Konstruktion. Sie unterscheiden sich vor allem bei der Kapazität, der Antriebstechnik und der Aufteilung der Containerstellplätze.
Inhaltsverzeichnis
Die größten Containerschiffe der Welt im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt zehn besonders große Containerschiffe, sortiert nach ihrer nominellen Stellplatzkapazität. Gleich große Schwesterschiffe werden nicht einzeln aufgeführt. Es handelt sich deshalb um eine Auswahl repräsentativer Schiffe und nicht um die zehn größten Einzelschiffe.
| Schiff | Reederei | Kapazität |
| MSC Irina | MSC | 24.346 TEU |
| CMA CGM Notre Dame | CMA CGM | 24.212 TEU |
| OOCL Spain | OOCL | 24.188 TEU |
| OOCL Wisdom | OOCL | 24.168 TEU |
| ONE Innovation | ONE | 24.136 TEU |
| MSC Tessa | MSC | 24.116 TEU |
| Ever Alot | Evergreen | 24.004 TEU |
| Ever Ace | Evergreen | 23.992 TEU |
| HMM Algeciras | HMM | 23.964 TEU |
| MSC Gülsün | MSC | 23.756 TEU |
Stand: Oktober 2026. Die Kapazitäten beziehen sich auf TEU, also rechnerische Stellplätze für 20-Fuß-Standardcontainer.
Warum werden Containerschiffe kaum länger als 400 m?
Wer die größten Containerschiffe miteinander vergleicht, stellt fest, dass sie nahezu identische Abmessungen haben. Ihre Länge beträgt meist rund 400 m, die Breite liegt zwischen 61 und 62 m. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob ein Schiff 23.000 oder mehr als 24.000 TEU aufnehmen kann.
Eine feste technische Obergrenze von 400 m gibt es im Schiffbau nicht. Größere Schiffe wären grundsätzlich möglich. Allerdings müssen sie auch in die Häfen passen, in denen sie be- und entladen werden. Die Länge eines Containerschiffs bestimmt beispielsweise, wie groß der Liegeplatz sein muss. Im Hafenbecken braucht es außerdem genügend Raum zum Manövrieren. Hinzu kommt die Wassertiefe: Die größten Containerschiffe können bei entsprechender Beladung einen Tiefgang von rund 16 bis 17 m erreichen.
Auch die Breite lässt sich nicht beliebig vergrößern. Die Containerbrücken müssen mit ihren Auslegern bis zu den äußersten Containerreihen reichen. Werden die Schiffe breiter, benötigen die Häfen entsprechend große Kräne.
Dazu kommt die wirtschaftliche Seite. Ein noch größeres Containerschiff lohnt sich nur, wenn die zusätzlichen Stellplätze ausreichend ausgelastet werden und die Häfen die größeren Ladungsmengen bewältigen können. Die Reedereien müssen außerdem sicherstellen, dass geeignete Liegeplätze entlang der gesamten Route zur Verfügung stehen. Die derzeit üblichen 400 m sind somit vor allem ein Ergebnis der vorhandenen Hafeninfrastruktur und der wirtschaftlichen Anforderungen im Containerverkehr.
Wie passen trotzdem immer mehr Container an Bord?
Die Werften arbeiten bei neuen Baureihen an der Aufteilung der verfügbaren Stellplätze. Dabei kommt es auf die Anordnung der Container an Deck und in den Laderäumen an. Eine entscheidende Rolle spielt die Zahl der Containerreihen. Auf den größten Schiffen stehen bis zu 24 Reihen nebeneinander. Hinzu kommen zahlreiche Stellplätze übereinander und hintereinander.
Wie viele Container tatsächlich geladen werden können, hängt aber nicht allein vom verfügbaren Raum ab. Auch das Gewicht der Ladung, die Verteilung an Bord und die Stabilität des Schiffs müssen berücksichtigt werden.
Deshalb bedeutet eine Kapazität von 24.000 TEU nicht, dass ein Schiff bei jeder Fahrt tatsächlich 24.000 voll beladene 20-Fuß-Container transportieren kann. Trotz dieser Einschränkungen haben die Werften die nominelle Kapazität in den vergangenen Jahren immer weiter gesteigert, ohne die Länge der Schiffe wesentlich zu verändern.
MSC Irina: Das größte Containerschiff der Welt
Mit 24.346 TEU führt die MSC Irina die Rangliste der größten Containerschiff-Baureihen an. Das Schiff wurde 2023 von der chinesischen Werft Jiangsu Yangzi Xinfu Shipbuilding fertiggestellt, die zur Yangzijiang-Gruppe gehört.

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Die MSC Irina misst 399,9 m in der Länge und 61,3 m in der Breite. Ihre Tragfähigkeit liegt bei rund 281.000 t. Damit gehört sie auch hinsichtlich der möglichen Zuladung zur Spitzengruppe der Containerflotte. Zur Baureihe gehören fünf Schwesterschiffe: MSC Loreto, MSC Mariella, MSC Michel Cappellini, MSC Micol und MSC Türkiye. Alle sechs verfügen über dieselbe nominelle Stellplatzkapazität.
Angetrieben werden die Schiffe von großen Zweitakt-Schiffsmotoren. Die MSC Irina fährt unter liberianischer Flagge und wird im internationalen Containerlinienverkehr eingesetzt. Bemerkenswert ist, dass ihre Rekordkapazität seit 2023 nicht übertroffen wurde. Die jüngsten Neubauten kommen ihr zwar sehr nahe, bieten aber weiterhin etwas weniger Stellplätze.
CMA CGM Notre Dame: 24.212 TEU mit LNG-Antrieb
Die CMA CGM Notre Dame gehört zu den wichtigsten Neubauten des Jahres 2026. Die französische Reederei übernahm das Schiff am 26. Mai. Mit 400 m Länge, 62 m Breite und 24.212 TEU zählt es zu den größten Containerschiffen der Welt.
Die Notre Dame ist das erste von zehn bestellten Schiffen dieser Baureihe. Sie fährt unter französischer Flagge und wird im Linienverkehr zwischen Asien und Nordeuropa eingesetzt. Auf ihrer Route liegen unter anderem Shanghai, Singapur, Le Havre, Rotterdam und Hamburg.
Technisch unterscheidet sich das Schiff vom Rekordhalter MSC Irina vor allem durch den Antrieb. Seine Dual-Fuel-Motoren können sowohl mit verflüssigtem Erdgas (LNG) als auch mit geeignetem konventionellem Schiffskraftstoff betrieben werden.
Dafür besitzt die Notre Dame einen großen LNG-Tank. Das Erdgas wird bei etwa −162 °C in flüssigem Zustand gespeichert. So benötigt es deutlich weniger Raum als im gasförmigen Zustand.
LNG kann den Ausstoß bestimmter Luftschadstoffe verringern. Bei der Klimabilanz müssen allerdings auch die Emissionen aus der Förderung, der Aufbereitung und dem Transport des Kraftstoffs berücksichtigt werden. Besonders wichtig ist dabei Methan, das eine starke Treibhausgaswirkung besitzt. Die CMA CGM Notre Dame ist damit ein Beispiel dafür, dass sich die jüngsten Entwicklungen bei großen Containerschiffen nicht allein an ihrer Kapazität ablesen lassen.
OOCL Spain: 24.188 TEU aus chinesischer Produktion
Die OOCL Spain wurde 2023 bei Nantong COSCO KHI Ship Engineering (NACKS) in China gebaut. Sie gehört zu einer Serie von zwölf Containerschiffen mit jeweils 24.188 TEU, die OOCL bei zwei chinesischen Werften fertigen ließ. Das Schiff ist knapp 400 m lang und 61,3 m breit. Sein maximaler Tiefgang beträgt rund 16,5 m.

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OOCL stattet diese Baureihe mit digitalen Systemen zur Überwachung des Schiffsbetriebs aus. Die OOCL Spain erhielt entsprechende Smart-Ship-Klassifizierungen des American Bureau of Shipping (ABS).
Solche Systeme erfassen und verarbeiten technische Betriebsdaten. Sie können die Besatzung unter anderem bei der Überwachung von Anlagen und der Planung des Schiffsbetriebs unterstützen. Die OOCL Spain und ihre Schwesterschiffe werden auf großen internationalen Containerverbindungen eingesetzt. Ihre Kapazität liegt nur 158 TEU unter der MSC Irina.
OOCL Wisdom: 24.168 TEU und ein Methanol-Antrieb
Eine weitere Neuerung kam 2026 mit der OOCL Wisdom auf den Markt. Das Schiff wurde im Mai getauft und startete am 3. Juli nach seiner ersten Methanol-Betankung im chinesischen Hafen Qingdao zu einer Fahrt nach Europa.
Mit 24.168 TEU gehört es zu den größten Containerschiffen mit Methanol-Dual-Fuel-Antrieb. Die OOCL Wisdom ist knapp 400 m lang, 61,3 m breit und besitzt eine Tragfähigkeit von rund 225.000 t. Die Besonderheit liegt im Kraftstoffsystem. Sowohl die Hauptmotoren als auch die Hilfsmotoren und Kessel sind für den Betrieb mit Methanol ausgelegt.
OOCL bezeichnete die erste Betankung mit grünem Methanol in einer Pressemitteilung vom 3. Juli 2026 als wichtigen Schritt bei der Modernisierung der eigenen Flotte. Die OOCL Wisdom ist das erste von sieben geplanten Methanol-Dual-Fuel-Schiffen der Reederei. Im August 2026 wurde mit der OOCL Grace bereits die zweite Einheit dieser Serie getauft.
Methanol lässt sich bei normalen Umgebungstemperaturen flüssig lagern. Das vereinfacht die Speicherung gegenüber LNG, das stark gekühlt werden muss. Allerdings ist Methanol nicht automatisch klimafreundlich. Entscheidend ist, ob es beispielsweise aus fossilen Rohstoffen oder mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird. Welche Herausforderungen damit verbunden sind, zeigt unser Beitrag über die grüne Schifffahrt und die fehlende Infrastruktur.
ONE Innovation: 24.136 TEU und ein Windabweiser am Bug
Die ONE Innovation wurde 2023 von der japanischen Werft Japan Marine United ausgeliefert. Sie gehört zur Flotte der Reederei Ocean Network Express (ONE) und bietet Platz für 24.136 TEU. Das knapp 400 m lange Schiff fällt durch seine magentafarbene Lackierung auf. Technisch interessant ist vor allem die Konstruktion im Bugbereich.

Dort besitzt die ONE Innovation einen Windabweiser, der den Luftwiderstand der hoch aufgestapelten Container verringern soll. Hinzu kommen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz.
Denn beim Betrieb großer Containerschiffe spielt nicht nur der Widerstand des Rumpfs im Wasser eine Rolle. Auch der Wind trifft auf die Containerstapel und erhöht den Leistungsbedarf des Antriebs. Die ONE Innovation ist das erste von sechs Schiffen dieser Größenklasse, die für ONE gebaut wurden.
MSC Tessa: 24.116 TEU und rund 400 m Länge
Mit einer Kapazität von 24.116 TEU gehörte die MSC Tessa bei ihrer Fertigstellung im Jahr 2023 zu den größten Containerschiffen der Welt. Das Schiff ist 400 m lang und 61,5 m breit. Es wurde in China gebaut und gehört zur Flotte der Mediterranean Shipping Company.
Bei ihrem ersten Besuch in Antwerpen im April 2023 war die MSC Tessa das größte Containerschiff, das dort bis dahin angelegt hatte. Ihre Dimensionen zeigen, welche Anforderungen diese Schiffsgeneration an die Häfen stellt.
Um solche Schiffe abfertigen zu können, benötigen die Terminals entsprechend große Containerbrücken und ausreichend lange Liegeplätze. Auch die Zufahrten müssen für den Tiefgang der Schiffe geeignet sein.
Ever Alot: Erstmals mehr als 24.000 TEU
Die Ever Alot setzte 2022 einen wichtigen Rekord. Sie war das erste Containerschiff mit einer nominellen Kapazität von mehr als 24.000 TEU. Ihre Stellplatzkapazität beträgt 24.004 TEU. Das Schiff gehört zur Flotte der taiwanischen Reederei Evergreen. Es ist rund 400 m lang und gut 61 m breit.

Bei ihrem ersten Besuch im Hamburger Hafen im September 2022 galt die Ever Alot als größtes Containerschiff, das dort bis dahin abgefertigt wurde. Der Rekord hielt allerdings nicht lange. Bereits 2023 kamen mehrere Schiffe mit noch höheren Kapazitäten in Fahrt.
Ever Ace: 23.992 TEU und 24 Containerreihen
Die Ever Ace wurde 2021 bei Samsung Heavy Industries in Südkorea gebaut. Sie war bei ihrer Indienststellung das größte Containerschiff der Welt und bietet Platz für 23.992 TEU. Das Schiff ist knapp 400 m lang und 61,5 m breit. Auf dem Deck können Container in 24 Reihen nebeneinander angeordnet werden.
Damit wurde die Ever Ace zu einem Beispiel für die zunehmende Breite moderner Containerschiffe. Die früheren Generationen waren zwar bereits sehr lang, boten aber weniger Containerstellplätze über die Schiffsbreite. Die Ever Ace gehört zu Evergreens A-Klasse und wird im internationalen Containerlinienverkehr eingesetzt.
HMM Algeciras: 23.964 TEU aus Südkorea
Die HMM Algeciras wurde 2020 fertiggestellt und gehörte damals zu den größten Containerschiffen der Welt. Mit 399,9 m Länge und rund 61 m Breite unterscheidet sie sich kaum von den aktuellen Rekordhaltern. Ihre Kapazität liegt bei 23.964 TEU.

Das Schiff wurde für die südkoreanische Reederei HMM gebaut und wird auf Verbindungen zwischen Asien und Europa eingesetzt. Auch Hamburg gehört zu den europäischen Häfen, die von dieser Schiffsklasse angelaufen werden.
Die HMM Algeciras zeigt, wie wenig sich die äußeren Abmessungen der größten Containerschiffe seit 2020 verändert haben. Die Unterschiede liegen vor allem in der Stellplatzkapazität und in der technischen Ausstattung.
MSC Gülsün: Der Weltrekord von 2019
Als die MSC Gülsün 2019 in Dienst gestellt wurde, war sie mit 23.756 TEU das größte Containerschiff der Welt. Das Schiff entstand bei Samsung Heavy Industries in Südkorea und gehört zur Megamax-24-Baureihe von MSC. Es ist rund 400 m lang und 61,5 m breit.
Die MSC Gülsün kann Container in 24 Reihen nebeneinander aufnehmen. Damit gehörte sie zu den ersten Schiffen einer neuen Größenklasse, die ihre Kapazität vor allem durch eine größere Breite und entsprechend ausgelegte Containerstellplätze erhöhten. Mit ihrer Indienststellung begann eine Phase, in der die größten Containerschiffe die Marke von 24.000 TEU erreichten und schließlich überschritten.
Was bedeutet TEU bei Containerschiffen?
Die Größe von Containerschiffen wird üblicherweise anhand ihrer nominellen Stellplatzkapazität verglichen. Die Einheit dafür heißt TEU und steht für Twenty-foot Equivalent Unit. Ein TEU entspricht einem 20 Fuß langen Standardcontainer. Ein 40-Fuß-Container zählt entsprechend als zwei TEU.
Ein Schiff mit 24.000 TEU verfügt rechnerisch beispielsweise über Stellplätze für 12.000 Container mit jeweils 40 Fuß Länge. Die tatsächlich mögliche Beladung kann jedoch niedriger ausfallen. Der Grund liegt im Gewicht der Container. Jedes Schiff besitzt eine zulässige Tragfähigkeit, die in DWT (Deadweight Tonnage) angegeben wird. Sie umfasst nicht nur die Ladung, sondern auch Treibstoff, Vorräte und weitere Gewichte.
Außerdem müssen die Container so verteilt werden, dass die Stabilität und die zulässigen Belastungen des Schiffs eingehalten werden. TEU beschreibt deshalb die verfügbare Stellplatzkapazität und nicht das tatsächliche Gewicht der transportierten Fracht.
Sind größere Containerschiffe effizienter?
Große Containerschiffe können bei ausreichender Auslastung wirtschaftliche Vorteile bieten. Ihre Besatzung, der Schiffsbetrieb und der Antriebsaufwand verteilen sich auf eine größere Anzahl von Containern. Dadurch können die Transportkosten und der Energiebedarf je transportierter Transporteinheit sinken. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schiffe genügend Ladung transportieren.
Ein Schiff mit 24.000 TEU ist nicht automatisch effizienter als ein kleineres. Auch die Geschwindigkeit, die Rumpfform, der Antrieb und die zurückgelegte Strecke beeinflussen den Kraftstoffverbrauch.
Besonders die Fahrgeschwindigkeit spielt eine wichtige Rolle. Je schneller ein Schiff fährt, desto mehr Leistung benötigt sein Antrieb. Reedereien können den Treibstoffverbrauch deshalb unter anderem durch eine angepasste Geschwindigkeit reduzieren.
Hinzu kommen die Kosten für die Abfertigung in den Häfen. Ein sehr großes Schiff muss innerhalb kurzer Zeit viele Container laden und löschen können, damit sich sein Einsatz wirtschaftlich lohnt.
Welche Rolle spielen LNG, Methanol und Ammoniak?
Während die Größe der Schiffe seit einigen Jahren relativ konstant bleibt, verändern sich ihre Antriebe. Die CMA CGM Notre Dame kann LNG nutzen, die OOCL Wisdom Methanol. Weitere Reedereien bestellen ebenfalls große Dual-Fuel-Containerschiffe. Damit können unterschiedliche Kraftstoffe eingesetzt werden, ohne dass die Schiffe ausschließlich auf einen einzigen Energieträger angewiesen sind.
Allerdings macht ein alternativer Kraftstoff ein Schiff nicht automatisch klimaneutral. LNG ist ein fossiler Energieträger, sofern es nicht durch entsprechend hergestelltes erneuerbares Methan ersetzt wird. Methanol kann ebenfalls aus fossilen Rohstoffen entstehen.
Auch Ammoniak wird als möglicher Schiffskraftstoff entwickelt. Es enthält keinen Kohlenstoff, ist allerdings giftig und stellt besondere Anforderungen an Lagerung, Sicherheit und Motorentechnik. Für die Reedereien ist deshalb nicht nur die Antriebstechnik entscheidend. Entlang der Routen müssen auch die passenden Kraftstoffe verfügbar sein.
Werden die Containerschiffe der Zukunft noch größer?
Die Entwicklung seit 2019 zeigt, dass die größten Containerschiffe bei nahezu gleichbleibender Länge zusätzliche Stellplätze erhalten haben. Die MSC Gülsün brachte es damals auf 23.756 TEU. Die MSC Irina erreicht heute 24.346 TEU.
Das entspricht einem Plus von 590 TEU, ohne dass die Schiffe wesentlich länger geworden sind.
Noch größere Containerschiffe sind technisch nicht ausgeschlossen. Sie müssten allerdings in das bestehende System aus Häfen, Wasserstraßen und Umschlaganlagen passen oder neue Infrastruktur erforderlich machen.
Die jüngsten Neubauten zeigen außerdem, dass die Reedereien unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Mit der CMA CGM Notre Dame und der OOCL Wisdom kamen 2026 zwei besonders große Schiffe hinzu, deren Antriebe auch alternative Kraftstoffe nutzen können.
Der Rekord von 24.346 TEU besteht weiterhin. Die größte Herausforderung liegt inzwischen nicht allein darin, noch mehr Containerstellplätze zu schaffen, sondern die vorhandenen Kapazitäten wirtschaftlich zu betreiben und den Energiebedarf zu begrenzen.
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