
China verursacht weiterhin mit Abstand die meisten CO₂-Emissionen weltweit. Dahinter folgen die USA und Indien. Doch das aktuelle Ranking enthält eine Veränderung: Deutschland gehört nicht mehr zu den zehn größten CO₂-Verursachern. Welche Länder stehen an der Spitze, woher stammen ihre Emissionen und wie unterscheiden sich die Zahlen pro Einwohner?
Jahrzehntelang gehörte Deutschland zu den größten CO₂-Verursachern der Welt. Inzwischen hat sich das Bild verändert. Nach den neuesten Zahlen der Europäischen Kommission liegt Deutschland nur noch auf Platz 11. Kanada ist an Deutschland vorbeigezogen und gehört nun zu den zehn größten Emittenten.
An der Spitze hat sich dagegen wenig getan. China verursacht fast ein Drittel der weltweiten fossilen CO₂-Emissionen. Zusammen mit den USA und Indien kommt das Land auf mehr als die Hälfte des globalen Ausstoßes.
Weltweit wurden 2025 rund 40 Mrd. t fossiles CO₂ freigesetzt. Das geht aus dem im September 2026 veröffentlichten Bericht der europäischen Emissionsdatenbank EDGAR hervor. Gegenüber 2024 stieg der Ausstoß um rund 0,5 %. Die Zahlen zeigen aber auch, dass sich einzelne Länder unterschiedlich entwickeln. Während die Emissionen in China und Indien zuletzt zurückgingen, nahmen sie in den USA zu.
Inhaltsverzeichnis
Die 10 größten CO₂-Verursacher der Welt im Überblick
Die Rangliste beruht auf den fossilen CO₂-Emissionen des Jahres 2025. Dazu gehören vor allem Emissionen aus der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas sowie aus bestimmten Industrieprozessen, etwa der Zementherstellung.
| Platz | Land | CO₂-Ausstoß 2025 | Weltanteil |
| 1 | China | 13,06 Mrd. t | 32,67 % |
| 2 | USA | 4,74 Mrd. t | 11,86 % |
| 3 | Indien | 3,21 Mrd. t | 8,03 % |
| 4 | Russland | 2,01 Mrd. t | 5,03 % |
| 5 | Japan | 977 Mio. t | 2,45 % |
| 6 | Iran | 903 Mio. t | 2,26 % |
| 7 | Indonesien | 840 Mio. t | 2,10 % |
| 8 | Saudi-Arabien | 647 Mio. t | 1,62 % |
| 9 | Südkorea | 609 Mio. t | 1,52 % |
| 10 | Kanada | 578 Mio. t | 1,45 % |
Quelle: Europäische Kommission, EDGAR 2026. Werte gerundet. Landnutzungsänderungen und andere Treibhausgase sind nicht enthalten.
Die Europäische Union wird nicht als eigener Staat aufgeführt. Würde man die 27 Mitgliedsländer zusammen betrachten, käme die EU auf rund 2,44 Mrd. t CO₂. Sie läge damit zwischen Indien und Russland.
Platz 10: Kanada – hoher Energieverbrauch und Ölsandförderung
Kanada verursacht jährlich rund 578 Mio. t CO₂ und hat damit Deutschland knapp überholt. Ein Grund für den hohen Ausstoß ist der Energiebedarf des Landes. Lange Heizperioden, große Entfernungen und eine energieintensive Industrie tragen dazu bei.
Hinzu kommt die Förderung von Erdöl und Erdgas. Besonders aufwendig ist die Gewinnung von Öl aus den Ölsanden in der Provinz Alberta. Dort wird Bitumen abgebaut oder mithilfe von Wärme aus tiefen Lagerstätten gewonnen. Beide Verfahren benötigen Energie.
Bei der Stromerzeugung hat Kanada allerdings einen Vorteil: Ein großer Teil des Stroms stammt aus Wasserkraft. Auch Kernenergie spielt eine Rolle. Der hohe CO₂-Ausstoß entsteht deshalb nicht allein in Kraftwerken, sondern auch durch Verkehr, Industrie und die Öl- und Gasförderung. 2025 lagen die fossilen CO₂-Emissionen Kanadas rund 1,7 % über dem Vorjahreswert.
Platz 9: Südkorea – Industrie und Stromerzeugung brauchen viel Energie
Südkorea gehört zu den wichtigsten Industriestandorten der Welt. Das Land produziert unter anderem Halbleiter, Autos, Stahl und Chemikalien. Viele dieser Produkte benötigen bei der Herstellung große Mengen Strom oder Prozesswärme.
Besonders die Stahl- und Chemieindustrie ist energieintensiv. Gleichzeitig spielen Kohle und Erdgas bei der Stromversorgung weiterhin eine wichtige Rolle. Kernkraftwerke liefern ebenfalls einen erheblichen Teil des Stroms.
In den vergangenen Jahren sind die Emissionen Südkoreas zurückgegangen. 2015 lag der Ausstoß nach EDGAR noch bei rund 652 Mio. t CO₂. Für 2025 weist die Datenbank etwa 609 Mio. t aus. Das ist ein Rückgang um rund 6,5 %. Gegenüber 2024 stiegen die Emissionen allerdings wieder leicht.
Platz 8: Saudi-Arabien – Öl prägt Wirtschaft und Energieversorgung
Saudi-Arabien ist einer der bedeutendsten Erdölproduzenten der Welt. Die Öl- und Gasindustrie prägt nicht nur die Exporte, sondern auch den Energieverbrauch im Land.
Große Raffinerien, petrochemische Anlagen und andere Industriebetriebe benötigen erhebliche Energiemengen. Dazu kommt der hohe Strombedarf für die Kühlung von Gebäuden. Wegen des heißen Klimas laufen Klimaanlagen über weite Teile des Jahres.
Auch die Meerwasserentsalzung benötigt Energie. Sie ist für die Trinkwasserversorgung des Landes von großer Bedeutung. Saudi-Arabien investiert inzwischen in erneuerbare Energien. Für das Jahr 2025 weist EDGAR dennoch rund 647 Mio. t fossiles CO₂ aus. Gegenüber 2024 hat sich der Wert kaum verändert.
Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Die Emissionen aus der Verbrennung von exportiertem saudischem Erdöl werden grundsätzlich in dem Land erfasst, in dem das Öl verbraucht wird. Die Rangliste enthält also nicht automatisch alle Emissionen, die weltweit mit saudischen Ölexporten verbunden sind.
Platz 7: Indonesien – Kohlekraftwerke und wachsende Industrie
Indonesien hat seinen fossilen CO₂-Ausstoß seit 1990 stark erhöht. Damals waren es rund 162 Mio. t, 2025 bereits rund 840 Mio. t. Damit haben sich die Emissionen mehr als verfünffacht.
Eine wichtige Ursache ist der steigende Energiebedarf. Indonesien hat seine Stromversorgung über viele Jahre mit Kohlekraftwerken ausgebaut. Besonders Industrieanlagen und die Verarbeitung von Rohstoffen benötigen große Strommengen.
Dazu gehört die Nickelindustrie. Indonesien verfügt über bedeutende Nickelvorkommen und hat die Verarbeitung des Metalls ausgebaut. Nickel wird unter anderem für Edelstahl und bestimmte Batterietypen benötigt. Seine Aufbereitung und Verhüttung ist energieintensiv.
Bei Indonesien spielt außerdem die Entwaldung eine große Rolle für die Klimabilanz. Werden tropische Wälder gerodet oder trockengelegte Moore zerstört, kann viel gespeicherter Kohlenstoff freigesetzt werden.
Diese Emissionen aus Landnutzungsänderungen sind allerdings nicht Teil des hier verwendeten Rankings. Eine Gesamtbilanz aller Treibhausgase einschließlich Landnutzung würde deshalb ein anderes Bild ergeben.
Platz 6: Iran – Erdgas und Erdöl als wichtigste Energieträger
Der Iran verfügt über große Erdöl- und Erdgasvorkommen. Beide Energieträger spielen eine zentrale Rolle bei der Stromerzeugung, in der Industrie und beim Heizen.
Vor allem Erdgas wird im Iran in großem Umfang eingesetzt. Bei seiner Verbrennung entsteht zwar weniger CO₂ als bei Kohle, bezogen auf die gleiche bereitgestellte Energiemenge. Klimaneutral ist Erdgas deshalb aber nicht.
Auch die Förderung und Verarbeitung fossiler Rohstoffe verursacht Emissionen. Werden Erdgas oder Begleitgase abgefackelt, entsteht zusätzlich CO₂. Entweicht Methan unverbrannt, belastet es die Klimabilanz ebenfalls. Methan wird im vorliegenden CO₂-Ranking jedoch nicht berücksichtigt.
Die fossilen CO₂-Emissionen des Iran haben sich seit 1990 mehr als vervierfacht. 2025 erreichten sie rund 903 Mio. t. Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg um etwa 1,5 %.
Platz 5: Japan – weniger Emissionen als vor zehn Jahren
Japan gehört zu den größten Industrienationen der Welt. Die Automobilproduktion, die Stahlindustrie, die Chemiebranche und zahlreiche andere Industriezweige benötigen viel Energie. Japan verfügt jedoch nur über begrenzte eigene fossile Energieressourcen. Deshalb ist das Land stark auf Energieimporte angewiesen.
Nach dem Reaktorunfall von Fukushima im Jahr 2011 wurden die japanischen Kernkraftwerke schrittweise abgeschaltet. Fossile Kraftwerke mussten einen größeren Teil der Stromversorgung übernehmen. Später gingen wieder Kernkraftwerke in Betrieb. Gleichzeitig wurde der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben.
Diese Veränderungen gehören zu den Faktoren, die den Energiemix des Landes beeinflussen. Der fossile CO₂-Ausstoß ist inzwischen deutlich niedriger als Mitte der 2010er-Jahre. 2015 verursachte Japan noch rund 1,23 Mrd. t CO₂. Für 2025 meldet EDGAR etwa 977 Mio. t. Das entspricht einem Rückgang um rund 21 %.
Platz 4: Russland – Kohle, Öl und Gas bestimmen die Bilanz
Russland gehört zu den weltweit wichtigsten Förderländern für Erdgas, Erdöl und Kohle. Die fossilen Energieträger werden exportiert, aber auch im eigenen Land in großem Umfang genutzt. Besonders der Energiebedarf der Industrie, die Strom- und Wärmeerzeugung sowie die Förderung und Verarbeitung fossiler Rohstoffe beeinflussen die russische CO₂-Bilanz.
Hinzu kommen die großen Entfernungen und der Wärmebedarf während der langen Winter. In zahlreichen Städten wird Wärme über Fernwärmenetze bereitgestellt, deren Energie häufig aus fossilen Brennstoffen stammt.
Im Jahr 2025 verursachte Russland rund 2,01 Mrd. t fossiles CO₂. Das waren etwa 5 % des weltweiten Ausstoßes. Auffällig ist die langfristige Entwicklung: 1990 lagen die Emissionen bei rund 2,44 Mrd. t. Nach dem Zerfall der Sowjetunion gingen sie deutlich zurück. In den vergangenen Jahren stiegen sie wieder an. Gegenüber 2024 verzeichnete EDGAR für 2025 einen leichten Rückgang.
Platz 3: Indien – großer Energiehunger, geringe Emissionen pro Kopf
Indien ist mit rund 3,21 Mrd. t CO₂ der drittgrößte fossile CO₂-Emittent der Welt. Das Land hat seinen Ausstoß seit 1990 mehr als verfünffacht. Dabei spielt die Kohle eine entscheidende Rolle. Sie ist weiterhin ein wichtiger Energieträger für die Stromerzeugung. Zugleich wächst der Bedarf an Strom, Industrieprodukten und Infrastruktur.
Neue Wohnungen, Straßen, Schienenwege und Industrieanlagen benötigen große Mengen Stahl und Zement. Beide Baustoffe verursachen bei ihrer Herstellung erhebliche CO₂-Emissionen. Besonders bei Zement entsteht CO₂ nicht nur durch den Energieverbrauch, sondern auch durch die chemische Umwandlung von Kalkstein zu Zementklinker.
Indien investiert gleichzeitig in Solarenergie, Windkraft und andere Formen der Energieversorgung. Trotz der hohen Gesamtemissionen fällt die Bilanz pro Einwohner deutlich niedriger aus als in vielen Industriestaaten. Das liegt auch an der großen Bevölkerung.
Für 2025 zeigt EDGAR einen leichten Rückgang der fossilen CO₂-Emissionen gegenüber 2024. Ob daraus eine längerfristige Entwicklung entsteht, lässt sich aus einem einzelnen Jahreswert nicht ableiten.
Platz 2: USA – hoher Verbrauch und steigende Emissionen
Die USA verursachten 2025 rund 4,74 Mrd. t fossiles CO₂. Damit liegen sie deutlich hinter China, aber weiterhin vor Indien. Der hohe Ausstoß hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Die USA haben eine große Industrie, einen hohen Energieverbrauch und einen umfangreichen Verkehrssektor. Besonders der Straßenverkehr verursacht große CO₂-Mengen.
Auch die Stromversorgung spielt eine wichtige Rolle. Erdgas ist dort seit Jahren ein bedeutender Energieträger. Kohlekraftwerke werden ebenfalls noch betrieben, während Windkraft und Photovoltaik ausgebaut wurden.
Anders als in einigen anderen großen Volkswirtschaften sind die fossilen CO₂-Emissionen der USA zuletzt gestiegen. EDGAR weist für 2025 einen Zuwachs um rund 108 Mio. t beziehungsweise 2,3 % gegenüber 2024 aus. Langfristig ist die Entwicklung jedoch eine andere. Im Jahr 2000 verursachten die USA noch rund 5,93 Mrd. t CO₂. Seither ist der Ausstoß insgesamt zurückgegangen.
Die USA sind zudem für einen besonders großen Anteil der historischen CO₂-Emissionen verantwortlich. Für die langfristige Erwärmung ist nicht nur entscheidend, wie viel ein Land heute ausstößt, sondern auch, welche Mengen sich über Jahrzehnte angesammelt haben.
Platz 1: China – fast ein Drittel der weltweiten CO₂-Emissionen
China steht mit großem Abstand an der Spitze. Nach EDGAR verursachte das Land 2025 rund 13,06 Mrd. t fossiles CO₂. Das entspricht fast 33 % des weltweiten Ausstoßes. Die Ursachen liegen vor allem in der enormen Größe des Industriesektors und der Stromversorgung. China produziert große Mengen Stahl, Zement, Chemikalien, Maschinen und Elektronik. Ein erheblicher Teil der weltweiten Industrieproduktion findet dort statt.
Dabei spielt Kohle weiterhin eine zentrale Rolle. Sie wird sowohl in Kraftwerken als auch unmittelbar in industriellen Prozessen eingesetzt. Gleichzeitig baut China erneuerbare Energien in großem Umfang aus. Insbesondere bei der Installation neuer Photovoltaikanlagen gehört das Land seit Jahren zu den führenden Märkten.
Dieser Ausbau macht sich inzwischen auch in den Emissionsdaten bemerkbar. Während der fossile CO₂-Ausstoß seit 1990 stark gestiegen ist, ging er 2025 gegenüber 2024 leicht zurück: von rund 13,13 auf 13,06 Mrd. t.
Das entspricht einem Minus von etwa 0,5 %. Ein einzelnes Jahr reicht allerdings nicht aus, um einen dauerhaften Rückgang zu belegen. Eine ausführlichere Einordnung zur Entwicklung Chinas und anderer großer Volkswirtschaften bietet unser Beitrag „Trendwende beim CO₂-Ausstoß? Drei Mutmacher geben Hoffnung“.
Deutschland fällt aus den Top 10 – wie viel CO₂ stoßen wir noch aus?
Deutschland lag in früheren Rankings auf Platz 7. Inzwischen ist das Land auf Rang 11 zurückgefallen. 2025 verursachte Deutschland nach EDGAR rund 568 Mio. t fossiles CO₂. Das entspricht 1,42 % des weltweiten Ausstoßes. 1990 waren es noch rund 1,01 Mrd. t. Seitdem sind die Emissionen um etwa 44 % zurückgegangen.
Ein wichtiger Grund dafür ist der Umbau der Stromversorgung. Erneuerbare Energien haben stark an Bedeutung gewonnen, während die Kohleverstromung zurückgegangen ist. Auch Veränderungen in der Industrie und eine höhere Energieeffizienz beeinflussen die Entwicklung. Dennoch entstehen weiterhin große CO₂-Mengen. Dazu tragen unter anderem Verkehr, Industrie, Gebäudeheizung und fossile Kraftwerke bei.
Besonders für energieintensive Unternehmen bleibt die Verringerung der Emissionen eine technische und wirtschaftliche Herausforderung. Wie die Europäische Union die Industrie beim CO₂-Handel entlasten will, zeigt unser Beitrag „Weniger Druck beim CO₂-Ausstoß: EU kommt der Industrie entgegen“.
Dass Deutschland nicht mehr zu den zehn größten Emittenten gehört, bedeutet allerdings nicht, dass der deutsche CO₂-Ausstoß gering wäre. Der Anteil an den weltweiten Emissionen ist weiterhin erheblich. Auch pro Einwohner liegen die Werte höher als in vielen anderen Ländern.
Welche Länder stoßen pro Einwohner am meisten CO₂ aus?
Die Rangliste verändert sich deutlich, wenn man nicht die gesamten Emissionen eines Landes betrachtet, sondern den Ausstoß pro Einwohner.
China und Indien haben jeweils mehr als 1 Mrd. Einwohner. Ihre gesamten CO₂-Emissionen sind entsprechend hoch. Kleinere Länder können dagegen einen wesentlich höheren Ausstoß pro Kopf haben, ohne im weltweiten Gesamtranking auf den vorderen Plätzen zu stehen. Bei der Pro-Kopf-Betrachtung liegen beispielsweise die USA und Kanada deutlich über Indien.
Solche Unterschiede hängen unter anderem mit dem Lebensstandard, dem Energieverbrauch, der Industriestruktur und dem eingesetzten Energiemix zusammen. Allerdings ist auch diese Statistik nicht vollständig. Ein Land kann viele emissionsintensive Waren herstellen, die später anderswo verbraucht werden. Die Emissionen werden dann zunächst dem Produktionsland zugerechnet.
Ein Beispiel ist China: Werden dort elektronische Geräte oder Maschinen für den europäischen Markt hergestellt, entstehen die zugehörigen Produktionsemissionen überwiegend in China. In einer konsumbasierten Bilanz würden sie dagegen anteilig den Verbraucherländern zugerechnet. Beide Betrachtungsweisen sind sinnvoll. Sie beantworten jedoch unterschiedliche Fragen.
Welche Rolle spielen die historischen CO₂-Emissionen?
Für die Erderwärmung zählt nicht nur der aktuelle CO₂-Ausstoß. Entscheidend ist auch, wie viel Kohlendioxid sich durch menschliche Aktivitäten über lange Zeiträume in der Atmosphäre angesammelt hat.
CO₂ bleibt zum Teil über sehr lange Zeiträume im Klimasystem. Deshalb beeinflussen auch Emissionen aus vergangenen Jahrzehnten die heutige Erwärmung. Hier unterscheiden sich die Länder erheblich. Die USA und die europäischen Industriestaaten haben bereits während der Industrialisierung große Mengen Kohle, später auch Erdöl und Erdgas verbraucht.
China und Indien haben ihre fossilen CO₂-Emissionen dagegen vor allem in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht. Ein Ranking der heutigen Jahreswerte sagt deshalb nicht automatisch aus, welches Land historisch am meisten zur Erderwärmung beigetragen hat.
Was ist mit Methan und den anderen Treibhausgasen?
CO₂ ist das wichtigste vom Menschen verursachte Treibhausgas, aber nicht das einzige. Auch Methan, Lachgas und fluorierte Treibhausgase tragen zur Erwärmung bei. Methan entsteht unter anderem in der Landwirtschaft, bei der Förderung und dem Transport von Erdgas sowie auf Deponien. Lachgas wird besonders durch landwirtschaftliche Prozesse freigesetzt.
Der EDGAR-Bericht 2026 beziffert die weltweiten Treibhausgasemissionen für 2025 auf rund 54,1 Mrd. t CO₂-Äquivalente, ohne Landnutzungsänderungen. CO₂-Äquivalente sind eine gemeinsame Maßeinheit, mit der sich die Klimawirkung unterschiedlicher Treibhausgase über einen festgelegten Zeitraum vergleichen lässt.
Die fossilen CO₂-Emissionen machten 2025 rund 73,8 % dieser gesamten Treibhausgasemissionen aus. Methan kam auf 17,6 %, Lachgas auf 5,3 % und fluorierte Treibhausgase auf 3,3 %. Wer alle Treibhausgase berücksichtigt, erhält deshalb eine andere Rangliste als beim alleinigen Vergleich von CO₂.
Sinken die weltweiten CO₂-Emissionen inzwischen?
Einige Länder haben ihren fossilen CO₂-Ausstoß in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Dazu gehören Deutschland und Japan. Auch in den USA sind die Emissionen im langfristigen Vergleich gesunken, obwohl sie 2025 wieder zugenommen haben.
Weltweit reicht das bisher nicht aus. Die fossilen CO₂-Emissionen lagen 2025 rund 76 % über dem Niveau von 1990. Dennoch gibt es Länder, in denen die Wirtschaft wächst, während die Emissionen zurückgehen. Die Klimaforscherin Judith Hauck vom Alfred-Wegener-Institut verwies bei der Vorstellung des Global Carbon Budget 2025 auf 35 Staaten, in denen dies über einen längeren Zeitraum gelungen ist.
„Also man kann durchaus Fortschritte beobachten“, sagte Hauck im Rahmen der damaligen Berichterstattung zum Global Carbon Budget 2025. Der Blick auf die weltweiten Zahlen zeigt zugleich, wie groß die Aufgabe bleibt. Erneuerbare Energien und effizientere Technologien gewinnen an Bedeutung. Solange der Verbrauch fossiler Brennstoffe weltweit jedoch hoch bleibt, entstehen weiterhin große Mengen CO₂.
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