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Deutsches Know-how für Japans Häuser

12. November 2013

Deutsches Know-how für Japans Häuser
Dieses Bürogebäude in Cölbe in Hessen stößt keinerlei Emissionen aus. Sowohl die Beheizung als auch die Kühlung des Neubaus nutzt Wärmepotenziale des Grundwassers und erfolgt ausschließlich über das Lüftungssystem. Die Luftzuführung ist teilweise in die Betondecken eingegossen und damit in das System der thermischen Bauteilaktivierung für Heizen und Kühlen integriert. Japan will nun verstärkt nach deutschen Vorbildern bauen, um den Wert der Gebäude zu steigern und weniger Energie zu verbrauchen.
In Japan sind Häuser fast ein Wegwerfartikel. Sie werden von großen Fertighauskonzernen für eine relativ kurze Nutzungsdauer konstruiert und entsprechend kaum isoliert. Altbauten haben praktisch keinen Wert und werden nach einigen Jahren einfach abgerissen und neu gebaut. Jetzt ist mit deutscher Hilfe das erste Plus-Energiehaus Japans eingeweiht worden.
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Schlecht isolierte Gebäude belasten die Energiebilanz Japans ganz erheblich. Häuser sind oft so einfach und für kurze Nutzungszeiten gebaut, dass sie Energiefresser sind. Inzwischen hat im Land aber ein Umdenkungsprozess stattgefunden. Nicht nur werden mehr sogenannte „Nullenergiehäuser“ gebaut. Inzwischen geht der Trend hin zu „Plusenergiehäusern“, die mehr Energie liefern als sie verbrauchen. In Takamatsu wurde jetzt das erste Plus-Energiehaus eingeweiht. Das Know-how des Hauses lieferte das Öko-Zentrum NRW.

Energieeffizienz wird auch in Japan immer wichtiger

Sowohl der Ausbau der Erneuerbaren Energien als auch die Steigerung der Energieeffizienz sind in Japan nach Tsunami und Atomkatastrophe zunehmend in den Vordergrund gerückt. Der Baubereich gehört inzwischen zu den Gebieten, die stärker beleuchtet werden, denn die Gebäude tragen maßgeblich zum Gesamtenergieverbrauch bei.

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Das japanische Wirtschaftsministerium will zum Beispiel ein neues Bemessungssystem für die Energieeffizienz von Apartmenthäusern einführen. Da die Energieeffizienz japanischer Wohn- und Nichtwohngebäude noch deutlich hinter europäischem Standard hinterherhinkt, suchen die Japaner inzwischen internationales Know-how und blicken dabei vor allem nach Deutschland.

Startschuss für nachhaltiges Bauen und Sanieren

In Takamatsu erzeugt das neuartige Wohnhaus mit 100 Quadratmetern Wohlfläche aufgrund einer wärmegedämmten Außenhülle, Frischluftheizung und Solaranlage mehr Energie als es verbraucht. Der japanische Bauträger gehört zur japanischen Wirtschaftsvereinigung „Club Vauban“, einer aus rund 50 kleinen und mittelständischen Bauunternehmen bestehenden Gruppe, die sich das energieeffiziente Bauen auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Japaner griffen bei diesem Plus-Energiehaus stark auf deutsche Technik zurück und kooperierten dabei mit dem Öko-Zentrum NRW, einem Spezialisten für nachhaltiges Bauen in Hamm. „Wir sollten ein Plus-Energiehaus planen, wie man es einerseits in Deutschland bauen würde, und andererseits sollte es den japanischen Lebens- und Architektur-Gewohnheiten entsprechen“, sagte Manfred Rauschen, Geschäftsführer des Öko-Zentrum NRW, bei der Einweihung gegenüber der Deutschen Welle. „Das Gebäude ist ein Prototyp, der aber in den nächsten Jahren hundertfach entstehen soll.“

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Schwächen und Stärken

 

Bei der Entwicklung von Energiesparlösungen für Gebäude liegt die Stärke der japanischen Bauträger bei Brennstoffzellen zur Stromversorgung und auch beim dem sogenannten Heimenergiemanagement, mit dem alle Systeme im Haus überwacht und reguliert werden. Ihre Schwäche liegt aber vor allem in der Isolierung.

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Angesichts der extrem feuchtheißen Sommer, sind die Häuser traditionell relativ luftdurchlässig gebaut. Inzwischen suchen die Japaner aber die Kenntnisse deutscher Unternehmen, die beispielsweise große Kenntnisse mit Energiesparfenstern mit Drei- und Vierfach-Verglasung und mit speziellen High-Tech-Dämmstoffen für energieeffiziente Bauten entwickelt haben.

 

 

Wohnsiedlungen als Stromversorger

 

In Toyama, einer 2011 vom Erdbeben schwer beschädigten Stadt in der Region Tohoku im Nordosten Japans, ist eine Wohnsiedlung entstanden, in der die Hausbesitzer ihren Strom selbst erzeugen. Möglich ist das durch eine Kombination aus Brennstoffzellen und Solarenergie. Schätzungen zufolge soll die Wohnsiedlung in der Lage sein, 2508 MWh im Jahr zu produzieren. Das sind immerhin 70 Prozent mehr Elektrizität als die Siedlung mit ihren 2650 Bewohnern tatsächlich verbraucht.

 

Da mit dem Überschuss von über 1000 MWh Siedlungen in der Nachbarschaft versorgt werden, fungiert Akaishidai als eine Art virtuelles Kraftwerk. Dabei handelt es sich um eine von vielen Siedlungen, die mittlerweile überall in Japan aus dem Boden geschossen sind. Die Bauunternehmen bieten Häuser an, die ohne Strom von außen auskommen und überschüssigen Strom an die regionalen Energieunternehmen verkaufen.



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