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Betonwände abgebaut, um Leverkusener Autobahnbrücke zu entlasten

25. August 2014

Mit ungewöhnlichen Aktionen wie dem Abbau von tonnenscheren Betonwänden soll der Verfall der Leverkusener Schrägseilbrücke gebremst werden. Die Brücke über den Rhein ist eine der meistbefahrenen Autobahnbrücken Deutschlands. Zudem sollen angeschraubte Winkel die maroden Tragseile verstärken, an denen sich Risse mit gefährlicher Geschwindigkeit ausbreiten. 
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Die Ingenieure des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) fahren schwereres Geschütz auf, um die marode Leverkusener Autobahnbrücke im Zuge des Kölner Autobahnrings über den Rhein wieder fit für den Lkw-Verkehr zu machen: Arbeiter sind seit Montag dabei, in den acht Seilkammern die maroden Stahlkabel mit geschraubten Winkeln zu verstärken.

Der Versuch, die Risse durch Schweißen zu schließen, sind fehlgeschlagen. Immer wieder missachten schwere Lkw das Fahrverbot. Die Erschütterungen sind so groß, dass die Schweißnähte immer wieder aufreißen.

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Risse in Stahlseilen vergrößern sich rasant

Vor einiger Zeit machten Prüfingenieure die Entdeckung, dass sich Risse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Millimetern pro Woche ausdehnen. Laut Straßen.NRW handelt es sich bei den Rissen um einen neuen Typus. Er birgt die Gefahr, dass Schweißnähte reißverschlussartig versagen und die Standsicherheit der Schrägseilbrücke gefährden.

Um die Brücke weiter zu entlasten, demontiert Straßen.NRW zudem die Betonschutzwände an den Seiten der Fahrbahnen. Als Ersatz dienen Stahlschutzwände, die nicht weniger sicher sind, das Gewicht der Brücke aber um 500 Tonnen reduzieren. Trotzdem ist die Brücke nach wie vor für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen gesperrt – mindestens bis Mitte September.

Sperrung ist eine Belastungsprobe für Bayer, Ford & Co.

Gerade die angrenzenden Industriebetriebe Bayer und Ford erleben die Sperrung der Brücke als Zumutung – mehrere Hundert Lkws müssen jeden Tag riesige Umwege fahren. Einige Fahrer ignorieren deswegen das Fahrverbot. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) appelliert an Speditionen: „Es ist keine Lappalie, die Brücke in dieser Situation weiteren unvertretbaren Belastungen auszusetzen. Wer mit zu viel Gewicht über die Brücke fährt, gefährdet das Bauwerk erheblich.“

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Bis 2023 will der Bund dann eine neue Brücke mit insgesamt zehn Fahrspuren bauen, die Bauarbeiten sollen im Jahr 2017 beginnen. Straßen.NRW favorisiert die Bauvariante, bei der zunächst bis 2020 in unmittelbarer Nähe nördlich der Rheinquerung eine neue Brückenhälfte entsteht. Anschließend will man die bestehende Brücke abreißen, den Verkehr auf die neue Brückenhälfte umleiten und gleichzeitig die zweite Hälfte bauen.

Neue Brücke soll 2023 fertig sein

Dass die Leverkusener Brücke vorzeitig in die Jahre gekommen ist, liegt laut Straßen.NRW daran, dass sich der tägliche Verkehr in den letzten Jahrzehnten vervielfacht hat. Im letzten Jahr fuhren bis zu 120.000 Fahrzeuge täglich über die Brücke – dreimal mehr, als man es sich 1965 hatte vorstellen konnte. Gerade die Belastung durch Lkws ist überproportional stark: Ein 30-Tonner beansprucht die Brücke 100.000-mal mehr als ein Pkw.

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