Anzeige

PE war gestern: Neuer Bio-Schaum macht den Wechsel für die Industrie leicht

17. April 2026

Rolle xPBS-Schaumfolie aus biobasiertem Polybutylensuccinat (PBS)
Eine Rolle xPBS-Schaumfolie aus biobasiertem Polybutylensuccinat (PBS), die sich auf bestehenden Extrusionsanlagen herstellen lässt und herkömmliche PE-Schäume ersetzen kann. Foto: Fraunhofer ICT
Ein neuer biobasierter PBS-Schaum ersetzt fossiles PE – ohne neue Anlagen. Die Drop-in-Lösung erleichtert der Industrie den nachhaltigen Umstieg.
Anzeige
Anzeige


In der Kunststoffwelt galt Polyethylen (PE) als unantastbarer Standard. Wer Pakete polstert, Häuser dämmt oder empfindliche Waren schützt, greift fast automatisch zu den bewährten fossilen Schäumen. Doch das Bild wandelt sich. Wachsender ökologischer Druck, strengere Gesetze und die Anforderungen an eine echte Kreislaufwirtschaft zwingen Unternehmen zum Umdenken.

Forschende des Fraunhofer-Clusters Circular Plastics Economy (CCPE) präsentieren nun eine Alternative, die den Markt verändern könnte: einen biobasierten Schaumstoff aus Polybutylensuccinat (PBS).

Anzeige
Anzeige

Inhaltsverzeichnis

Kein Maschinenpark-Umbau nötig

Die größte Hürde für neue Werkstoffe steht meistens in der Werkhalle. Wer auf nachhaltige Materialien umstellt, muss oft hohe Summen in neue Anlagen investieren oder langwierige Prozessanpassungen in Kauf nehmen. Hier setzt das Projekt „xPBS“ an. Das Team hat das Material als sogenannte Drop-in-Lösung konzipiert.

Für Sie bedeutet das konkret: Der Bio-Schaum wandert direkt auf die vorhandenen Extrusionsanlagen. Sie benötigen keine neuen Maschinen und sparen sich teure Umbauten. Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) haben ihre Expertise hierfür eng verzahnt.

Während das IAP die Polymerstruktur präzise auf die industrielle Verarbeitung zuschneidete, entwickelte das ICT den passenden Schäumprozess. Damit verlässt die Entwicklung das Labor und rückt dorthin, wo sie gebraucht wird: in die reale Produktion.

Anzeige
Anzeige

Leistung ohne fossile Abhängigkeit

Der neue PBS-Schaum orientiert sich bei Stabilität und Gewicht eng an etablierten LDPE-Materialien. Er ist leicht, robust und lässt sich flexibel verarbeiten. In Sachen Dichte erreicht er bereits das Niveau herkömmlicher PE-Schäume – für die meisten Standardanwendungen reicht das völlig aus. Ob sich der Stoff auch in extrem belasteten Nischen durchsetzt, wird die weitere Skalierung zeigen.

Der eigentliche Fortschritt liegt jedoch im Lebenszyklus:

Anzeige
Anzeige
  • Biobasiert: Das Material nutzt nachwachsende Rohstoffe. Wie hoch dieser Anteil genau ist, bestimmt die jeweilige Route in der Produktion.
  • Recyclingfähig: Als Thermoplast lässt sich der Schaum einfach aufschmelzen und erneut in den Kreislauf bringen.
  • Biologisch abbaubar: In industriellen Kompostieranlagen zersetzt sich der Stoff unter kontrollierten Bedingungen.
  • CO₂-Vorteil: Durch die pflanzlichen Kohlenstoffquellen lässt sich die Klimabilanz im Vergleich zu fossilen Kunststoffen deutlich verbessern.

Anja Dennard, Projektleiterin am Fraunhofer ICT, betont die Praxisnähe: „Unser Ziel war, eine Materiallösung zu entwickeln, die direkt in der Industrie eingesetzt werden kann. Dass wir PBS-Schäume heute mit vergleichbaren Eigenschaften zu PE im industrienahen Maßstab herstellen können, ist neu und ein entscheidender Schritt in Richtung Anwendung.“

Vom Dämmstoff zum Joghurtbecher

Bisher standen vor allem der Bau- und Transportsektor im Fokus – Märkte mit enormem Volumen und hohem Bedarf an grünen Alternativen. Doch die Forschenden blicken bereits weiter. Mit dem Folgeprojekt „xPBS-food“, das Anfang 2026 startete, rückt der Lebensmittelbereich in das Zentrum.

Neben dem ICT und IAP sind hier auch das Fraunhofer LBF (Betriebsfestigkeit) und das IVV (Verfahrenstechnik und Verpackung) beteiligt. Die Hürden sind hier ungleich höher: Materialien dürfen keinen Eigengeschmack abgeben und müssen strengste Sicherheitsauflagen erfüllen. Das Ziel ist eine geschäumte Monomaterial-Lösung. Das würde das Recycling radikal vereinfachen, da das mühsame Trennen verschiedener Kunststoffschichten entfällt.

Strategischer Vorsprung durch Tempo

In der Industrie entscheidet heute oft nicht mehr nur die Machbarkeit, sondern die Geschwindigkeit der Umsetzung. Der xPBS-Schaum senkt die Barrieren für den Umstieg erheblich:

  1. Bestehende Anlagen bleiben im Einsatz.
  2. Produktionsabläufe erfordern kaum Änderungen.
  3. Gesetzliche Quoten lassen sich schneller erfüllen.

Für Unternehmen entsteht so ein handfester Wettbewerbsvorteil. Dennoch bleibt eine Aufgabe: Die wirtschaftliche Skalierung und eine stabile Versorgung mit biobasierten Rohstoffen entscheiden letztlich darüber, wie schnell der Bio-Schaum das klassische PE aus den Regalen verdrängt. Technisch ist der Weg jedenfalls geebnet. Nun liegt es an der Industrie, diesen Schritt konsequent zu gehen.

Hier geht es zur Originalmeldung



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige