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Sieben 200-t-Stahlteile warten: Alte Mole wird zum Problem für neue Neckarbrücke

14. August 2026

Neubau Neckarbrücke Ladenburg
Die neue Neckarbrücke zwischen Ladenburg und Mannheim im Bau: Fünf der sechs Pfeiler sind fertig oder weit fortgeschritten. Die aufwendige Gründung des letzten Pfeilers in einer bestehenden Mole verschiebt die Fertigstellung voraussichtlich bis Sommer 2028. Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe
Sieben über 200 t schwere Stahlteile warten: Eine alte Mole verzögert die neue Neckarbrücke bei Ladenburg bis voraussichtlich Sommer 2028.
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Die neue Neckarbrücke zwischen Ladenburg und Mannheim nimmt Gestalt an. Die Widerlager stehen, fünf der sechs Pfeiler sind fertig, beim fünften und mit 15 m höchsten Pfeiler wurde Anfang August der letzte Betonierabschnitt hergestellt. Auch der Stahlüberbau entsteht bereits in einem Werk in Belgien. Trotzdem verschiebt sich die Fertigstellung bis voraussichtlich Sommer 2028. Der Engpass ist die Gründung des letzten Pfeilers in einer alten Mole zwischen Neckar und Neckarkanal.

Sieben jeweils mehr als 200 t schwere Stahlteile können deshalb voraussichtlich erst im Sommer 2027 eingebaut werden. Sie sollen mit Spezialschiffen aus Belgien antransportiert und vor Ort mit Kränen montiert werden.

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Inhaltsverzeichnis

Warum ausgerechnet der letzte Pfeiler Probleme macht

Der sechste Pfeiler soll innerhalb der bestehenden Molenspitze zwischen Neckar und Neckarkanal entstehen. Ursprünglich sollte der vorhandene Bestand umgebaut und für die neue Gründung genutzt werden. Das sollte die Herstellung vereinfachen.

Die Detailplanung zeigte jedoch, dass die vorhandene Substanz dafür nicht ohne zusätzliche Maßnahmen ausreicht. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat die Ausführung deshalb geändert. Statt einer vergleichsweise einfachen Integration des Bestands muss nun innerhalb der Mole eine neue Baugrube entstehen.

Dass ausgerechnet dieser Pfeiler erst zum Schluss gebaut wird, hängt mit der Schifffahrt zusammen. Bereits im April hatte das Regierungspräsidium erklärt, dass der Neckarkanal während der Bauarbeiten nicht beliebig eingeengt werden darf. Mit dem Pfeiler auf der Mole konnte deshalb erst begonnen werden, wenn die Passage nicht mehr durch Arbeiten an anderen Pfeilern eingeschränkt wird.

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Erst sichern, dann ausheben

Die neue Gründung benötigt deutlich mehr Arbeitsschritte als zunächst vorgesehen. Zunächst wird die vorhandene Mole mit sogenannten Gurtungen stabilisiert. Dabei handelt es sich um Stahlträger, die die Molenwände umfassen und sichern. Anschließend werden innerhalb der Mole neue Spundwandkästen hergestellt und ausgehoben.

Danach bekommt die Baugrube eine Unterwasserbetonsohle. Sobald sie ausreichend erhärtet ist, kann die Baugrube trockengepumpt werden. Erst dann beginnt die Herstellung des eigentlichen Pfeilerfundaments.

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Allein danach wartet noch eine arbeitsintensive Aufgabe: Rund 1200 Kopfbolzen müssen einzeln an die Spundwände geschweißt werden. Erst anschließend werden Bewehrung und Beton eingebaut.

Schweres Baugerät darf nicht auf die Mole

Ein weiteres Problem ist die Tragfähigkeit des Bestands. Die Mole kann nach Angaben des Regierungspräsidiums nicht mit schwerem Baugerät befahren werden. Wesentliche Arbeiten müssen deshalb vom Wasser aus ausgeführt werden.

Der SWR berichtet ebenfalls, dass die Mole für schweres Gerät nur eingeschränkt tragfähig ist. Das erschwert vor allem die Arbeiten an den zusätzlichen Spundwänden und an der neuen Baugrube. Aus einem ursprünglich zur Vereinfachung gedachten Umbau des Bestands ist damit ein aufwendiger Spezialtiefbau geworden.

Sieben Stahlteile mit mehr als 200 t müssen warten

Während die Arbeiten an der Mole vorbereitet werden, läuft die Fertigung des Stahlüberbaus bereits. Nach Angaben des Regierungspräsidiums entstehen die Stahlträger derzeit in einem Werk in Belgien. Der SWR nennt sieben Bauteile mit jeweils mehr als 200 t Gewicht. Sie sollen mit Spezialschiffen zur Baustelle gebracht und dort mit Kränen eingesetzt werden.

Die rund 360 m lange Brücke quert Hochwasserschutzdämme, Neckarvorland, Neckarkanal beziehungsweise Neckar sowie die L 542 und einen Geh- und Radweg. Auf ihr verlaufen künftig zwei Fahrstreifen der L 597 und ein 4 m breiter Abschnitt des Radschnellwegs Mannheim–Heidelberg.

Der Einhub der Stahlträger kann nach derzeitiger Planung erst im Sommer 2027 erfolgen. Danach ist das Bauwerk noch nicht fertig. Für die Herstellung des eigentlichen Brückenüberbaus kalkuliert das Regierungspräsidium mit ungefähr einem weiteren Jahr. Daraus ergibt sich der neue Fertigstellungstermin im Sommer 2028.

Aus Ende 2026 wird Sommer 2028

Der Termin hat sich damit mehrfach verschoben. Im Oktober 2024 rechnete das Regierungspräsidium noch mit einem Abschluss der Gesamtmaßnahme Ende 2026. Im April 2026 war das Problem an der Mole bereits bekannt, die Behörde ging aber weiterhin von einem Bauende 2027 aus. Nun lautet die Prognose Sommer 2028.

Ob die geänderte Gründung des letzten Pfeilers auch die Kosten erhöht, hat das Regierungspräsidium bislang nicht beziffert. Für die Neckarbrücke selbst werden rund 29,2 Mio. € veranschlagt. Das gesamte 3,3 km lange L597-Projekt kostet nach dem veröffentlichten Stand rund 86 Mio. €. Insgesamt entstehen acht Bauwerke.

Neue L597 soll drei Orte vom Durchgangsverkehr entlasten

Mit dem Projekt wird der dritte und letzte Abschnitt der L597 zwischen Mannheim-Friedrichsfeld und Ladenburg gebaut. Die Arbeiten laufen seit März 2019. Hauptziel ist es, Ilvesheim, Mannheim-Seckenheim und Ladenburg vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Das Herzstück ist die neue Neckarbrücke. Fünf ihrer sechs Pfeiler sind inzwischen fertig oder weit fortgeschritten. Für den Zeitplan entscheidet nun allerdings der letzte: Erst wenn seine aufwendige Gründung innerhalb der Mole abgeschlossen ist, können die schweren Stahlteile aus Belgien an ihren Platz.

Quellen



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