Anzeige

„Black Beauty“ durchleuchtet: Neutronen finden Wasserstoff-Hotspots im Marsgestein

17. August 2026

Nahaufnahme der Marsoberfläche
Nahaufnahme der Marsoberfläche: Krater und Einschlagspuren zeugen von der bewegten geologischen Geschichte des Roten Planeten. Foto: picture alliance / imageBROKER | mastak80
Forschende durchleuchten den Marsmeteoriten „Black Beauty“ und kartieren wasserstoffreiche Zonen in bis zu 4,48 Mrd. Jahre altem Gestein.
Anzeige
Anzeige


Der Mars ist heute eine kalte, trockene Staubwüste. Doch sein Gestein bewahrt Spuren einer wasserreichen Vergangenheit. Wo sich Spuren früherer Wasser-Gesteins-Reaktionen in uraltem Marsgestein konzentrieren, zeigt nun ein Forschungsprojekt: Mit einer Kombination aus Neutronen- und Röntgentomografie haben Forschende den berühmten Marsmeteoriten „Black Beauty“ dreidimensional durchleuchtet. Das Ergebnis: Im Inneren des uralten Gesteins konnten gezielt wasserstoffreiche Zonen lokalisiert werden, die wertvolle Einblicke in die frühe Geologie unseres Nachbarplaneten liefern.

Inhaltsverzeichnis

Ein Fenster in die frühe Geschichte des Roten Planeten

Unter der wissenschaftlichen Bezeichnung NWA 7034 aufbewahrt, zählt „Black Beauty“ zu den wertvollsten Fundstücken der Planetenforschung. Der Meteorit ist eine sogenannte Brekzie – ein durch gewaltige Einschläge zusammengebackenes Gemenge aus Gesteinsbruchstücken unterschiedlichster Epochen. Einige dieser Fragmente enthalten Material, das bis zu 4,48 Milliarden Jahre alt ist und damit aus der Frühzeit der Marskruste stammt.

Anzeige
Anzeige

Ein internationales Forschungsteam aus Dänemark, Schweden und der Schweiz nahm den Meteoriten nun genauer unter die Lupe, um die räumliche Verteilung wasserstoffhaltiger Mineralphasen zu kartieren. Ihre Ergebnisse wurden im Fachjournal Geophysical Research Letters publiziert.

Wenn Neutronen durch dichten Stein blicken

Flüssiges Wasser befindet sich selbstverständlich nicht mehr in der Probe. Nachweisbar sind jedoch chemische Spuren: wasserstoffreiche Alterationsphasen, die durch frühere Wasser-Gesteins-Reaktionen entstanden sind. Als mögliche Prozesse diskutieren die Forschenden unter anderem hydrothermale Veränderungen und Verwitterung.

Bisherige Analysemethoden stießen hier schnell an Grenzen. Die klassische Röntgentomografie bildet Unterschiede in Dichte und Zusammensetzung des Gesteins gut ab, liefert bei leichtem Wasserstoff in einer dichten Gesteinsmatrix jedoch nur wenig Kontrast. An der Schweizer Spallations-Neutronenquelle SINQ des Paul Scherrer Instituts PSI nutzten die Forschenden daher die besondere Empfindlichkeit von Neutronen gegenüber Wasserstoff.

Anzeige
Anzeige

In den ursprünglichen Röntgendaten zeichneten sich vermeintliche Hohlräume im Gestein ab. Erst die Überlagerung mit der Neutronentomografie zeigte: Die vermeintlichen Löcher waren keineswegs leer, sondern enthielten wasserstoffhaltiges Material.

Konzentrierte Wasserstoff-Hotspots in uraltem Krustengestein

Welche Mineralphase den Wasserstoff hauptsächlich bindet, lässt sich bislang nicht eindeutig bestimmen. Zwar identifizierte das Team mittels Röntgenbeugungs-Computertomografie Minerale wie Magnetit beziehungsweise Maghemit, Ilmenit, Rutil und Feldspat, doch der Hauptträger des Wasserstoffs steckt vermutlich in einer extrem feinkörnigen, hydratisierten Phase – denkbar wären Eisen-Oxyhydroxide wie Goethit oder Ferrihydrit.

Anzeige
Anzeige

Bemerkenswert ist die Verteilung innerhalb des lediglich 12 × 8 × 2 mm großen Probenstücks:

  • Räumliche Begrenzung: Die wasserstoffreichen Zonen machen nur rund 0,4 Vol.-% der untersuchten Probe aus.
  • Hohe Konzentration: Durch die starke Anreicherung entfallen auf diese kleinen Zonen knapp 11 % des gesamten Wassergehalts von NWA 7034.
  • Geologische Zuordnung: Die Strukturen befinden sich primär in den ältesten magmatischen Gesteinsfragmenten.

Die Lage der Hotspots in sehr alten Gesteinsfragmenten deutet darauf hin, dass Wasser bereits früh mit der Marskruste reagierte. Als mögliche Ursachen kommen unter anderem hydrothermale Veränderungen, frühe Verwitterungsprozesse sowie Bedingungen infrage, die durch vulkanische Aktivität oder Meteoriteneinschläge entstanden. Ähnliche hydratisierte Eisenminerale wies auch der NASA-Rover Perseverance im Jezero-Krater nach.

Zerstörungsfreie Analytik für künftige Mars-Proben

Über die Marsgeologie hinaus besitzt die Studie auch methodische Bedeutung für die Raumfahrt und Planetologie. Extrem seltene Proben – etwa künftig zur Erde gebrachtes Material vom Mars, vom Mond oder von Asteroiden – lassen sich mit solchen kombinierten Tomografieverfahren zunächst untersuchen, ohne sie direkt zu zerschneiden, zu zermahlen oder chemisch aufzulösen.

Wissenschaftler können vorab ein dreidimensionales Bild des Inneren erstellen und gezielt bestimmen, welche Bereiche für weitere Untersuchungen besonders interessant sind. Erst anschließend lassen sich dort beispielsweise Dünnschliffe anfertigen oder Material für chemische und isotopische Analysen entnehmen.

Hier geht es zur Originalmeldung



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige