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DGNB Sustainability Challenge 2026: Diese 10 Bau-Innovationen stehen im Finale

10. April 2026

Gewinner des Publikumspreises der DGNB Sustainability Challenge 2025
Gewinner des Publikumspreises der DGNB Sustainability Challenge 2025 bei der Preisverleihung. Das Projekt wurde von der Fachjury und dem Publikum gleichermaßen für seine nachhaltige Bauweise ausgezeichnet. Foto: DGNB
DGNB Sustainability Challenge 2026: Zehn Finalisten präsentieren innovative Lösungen für nachhaltiges Bauen – von Lehmbaustoffen bis CO₂-neutralen Quartieren.
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Die Endauswahl der DGNB Sustainability Challenge 2026 steht fest. Aus mehr als 120 Einreichungen wählte eine Fachjury zehn Finalisten in den Kategorien Innovation, Start-up und Forschung aus. Ergänzt wird die Auswahl durch zwei studentische Sonderpreise. Die Bandbreite der nominierten Projekte zeigt, wie vielschichtig nachhaltiges Bauen heute gedacht wird – von regenerativen Baumaterialien über neue Konstruktionsansätze bis hin zu klimaresilienten Quartierslösungen.

Ausgerichtet wird der jährlich stattfindende Wettbewerb von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Ziel ist es, zukunftsweisende Ideen sichtbar zu machen und den Transfer in die Praxis zu beschleunigen.

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DGNB Sustainability Challenge als Gradmesser für nachhaltige Innovationen

Die hohe Zahl an Bewerbungen zur Sustainability Challenge wertet die DGNB als deutliches Signal.
„Wir haben dieses Jahr wieder eine deutliche Steigerung an Bewerbungen für unseren Innovationswettbewerb erlebt“, freut sich Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Gerade in Zeiten, in welchen Nachhaltigkeitsthemen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft wieder mehr in Frage gestellt werden, zeigt die DGNB Sustainability Challenge, dass es in der Bau- und Immobilienbranche genug Menschen gibt, die dranbleiben und die Transformation des Bausektors hin zur Nachhaltigkeit wirklich wollen.“

Damit positioniert sich der Wettbewerb auch 2026 als Gegenpol zu kurzfristigen Trends – und als Plattform für langfristig wirksame Lösungen.

DGNB Sustainability Challenge: Diese Innovationen stehen im Finale

In der Kategorie „Innovation“ der DGNB Sustainability Challenge stehen gleich mehrere Projekte im Fokus, die Materialkreisläufe neu denken. Das Unternehmen ClayTec GmbH & Co. KG überzeugte mit einem wasserlöslichen Lehm-Dünnbettmörtel, der den vollständigen Rückbau von Ziegel- und Massivwänden ermöglicht. Kombinierbar ist dieser unter anderem mit dem Gima-Lehmhochlochziegel der Girnghuber GmbH, der als vollständig recyclebarer Mauerstein für Gebäude bis Klasse 5 zugelassen ist.

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„Die partnerschaftliche Zusammenarbeit der beiden Finalisten zeigt, dass es eben nicht nur ein singuläres Schauen auf Innovationen braucht, sondern ein gemeinsames Weiterdenken“, betont Lemaitre.

Ebenfalls nominiert ist concap, eine seriell gefertigte Kappendecke aus Betonfertigteilen von schlaich bergermann partner und der thomas gruppe. Durch die Gewölbeform lassen sich rund 50 % Konstruktionsbeton einsparen. Ergänzt wird die Kategorie durch eine intelligente Wasserbilanzsteuerung der Optigrün international AG, die Retentionsdächer, Begrünung und Wetterdaten kombiniert.

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Start-ups treiben neue Lösungen für die Baupraxis voran

In der Start-up-Kategorie zeigt sich, wie technologiegetrieben nachhaltige Lösungen marktfähig werden. Das Berliner Unternehmen Earthbound setzt auf ungebrannte Lehmbaustoffe aus Baustellenaushub. Das Stuttgarter Start-up Ecalia GmbH verbessert mithilfe eines Kompressor-Entspanner-Systems die Effizienz von Wärmepumpen – insbesondere für den Altbaubestand.

Mit Ligaro aus Hannover ist zudem ein Anbieter fossilfreier, pflanzenbasierter Klebstoffe in der DGNB Sustainability Challenge nominiert, der industrielle Reststoffe nutzt und damit neue Optionen für Holz- und Hybridbauweisen eröffnet.

DGNB Sustainability Challenge in der Forschung: Vom Quartier bis zum Bauteil

In der Kategorie „Forschung“ dominieren systemische Ansätze. Das Projekt „CO2-neutrales Welterbe Speicherstadt Hamburg“, koordiniert unter anderem von der Hamburger Hafen und Logistik AG, verfolgt das Ziel, ein historisches Quartier bis 2050 klimaneutral zu betreiben.

Ein weiteres Finalprojekt in der DGNB Sustainability Challenge ist „EvaSteel“ der RWTH Aachen University, das erstmals eine Methodik zur Wiederverwendbarkeit von Stahlbauteilen entwickelt. Ergänzt wird die Auswahl durch „Timber Earth Slab“ der Technische Universität München, ein hybrides Holz-Lehm-Bausystem für den mehrgeschossigen Bau.

Nachwuchsprojekte zeigen neue Perspektiven für das Bauen

Auch in diesem Jahr vergibt die DGNB wieder zwei studentische Sonderpreise. In der Endauswahl befindet sich das Projekt „reziproof“ einer Forschungsgruppe der Technischen Universität Braunschweig. Die Studierenden nutzen digitale Planungswerkzeuge und robotische Fertigung, um bisher überwiegend als Brennholz verwendetes Krummholz konstruktiv für Dachtragwerke nutzbar zu machen.

Ebenfalls für den studentischen Sonderpreis nominiert ist Julia Bakucz vom Karlsruher Institut für Technologie mit ihrer Masterarbeit „Terratorium“. Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Marokko 2023 und zeigt am Beispiel eines Ausbildungszentrums für erdbebensichere Lehmbauten die Potenziale von Lehmziegeln und Stampflehm als klimagerechte Alternative zu Stahlbeton auf.

DGNB Sustainability Challenge: Pitch-Event, Publikumspreis und Ausblick

Alle Finalisten präsentieren sich am 4. Mai in einer digitalen Pitch-Veranstaltung. Die Preisverleihung findet im Rahmen des DGNB Tags der Nachhaltigkeit am 17. Juni in Stuttgart statt. Zusätzlich wird ein Publikumspreis vergeben, der Online- und Vor-Ort-Abstimmung kombiniert.

(DGNB / Heike van Ooyen)

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