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Bau

Bildungsbau neu gedacht: Modular, flexibel, zukunftsfähig

06. Mai 2026

Seriell errichtete Glemstalschule Schwieberdingen-Hemmingen als Beispiel für modularen Schulbau, der im Trendreport Bildungsbau 2025 von Drees & Sommer als Lösung für steigenden Sanierungsstau und wachsende Schülerzahlen dargestellt wird.
Der Trendreport Bildungsbau 2025 von Drees & Sommer zeigt den hohen Druck durch Sanierungsstau und steigende Schülerzahlen. Die Glemstalschule Schwieberdingen-Hemmingen verdeutlicht als Referenzprojekt, wie serieller Schulbau schnelle und nachhaltige Lösungen ermöglicht. Foto: Goldbeck
Der Bildungsbau in Deutschland steht vor enormen Herausforderungen. Steigende Schülerzahlen, Sanierungsstau und Zeitdruck erfordern neue Baukonzepte. Serielles Bauen bietet dafür konkrete Lösungen.
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Mit den Abiturprüfungen in Niedersachsen startet die Prüfungsphase an deutschen Schulen. Während Schülerinnen und Schüler konzentriert arbeiten, offenbart sich im Bildungsbau vielerorts ein strukturelles Problem: Klassenzimmer reichen nicht mehr aus. Schulen weichen deshalb auf Turnhallen und provisorische Räume aus. Der Sanierungsstau zeigt sich deutlich und prägt den Schulalltag zunehmend. Lehrkräfte, Lernende und Kommunen stoßen gleichermaßen an räumliche und organisatorische Grenzen.

Inhaltsverzeichnis

Nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau fehlen rund 68 Milliarden Euro, um bestehende Mängel im Schulbestand zu beheben. Gleichzeitig wachsen die Schülerzahlen weiter. Bis 2035 rechnet die Kultusministerkonferenz mit rund 758.000 zusätzlichen Schülerinnen und Schülern. Städte und Kommunen stehen damit vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen schneller bauen und zugleich langfristig tragfähige Lösungen entwickeln.

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Bildungsbau braucht neue Prozesse statt alter Routinen

Der klassische Bildungsbau folgt meist individuellen Einzelplanungen. Jedes Gebäude entsteht neu, jede Genehmigung wird separat verhandelt. Dieser Ansatz kostet Zeit, bindet Personal und treibt die Kosten nach oben. Angesichts knapper Ressourcen geraten Kommunen so zunehmend unter Druck. Diese Problembeschreibung entspricht der Analyse im Trendreport Bildungsbau 2025 von Drees & Sommer.
Um handlungsfähig zu bleiben, braucht der Bildungsbau daher neue Prozesse. Gefragt sind Bauweisen, die Planung vereinfachen, Bauzeiten verkürzen und dennoch pädagogische Qualität sichern.

Was serieller Schulbau konkret bedeutet

Serieller Schulbau setzt genau an dieser Stelle an. Statt jedes Schulgebäude neu zu entwerfen, entstehen standardisierte Bauteile oder Raummodule, die industriell vorgefertigt werden. Auf der Baustelle fügen Fachkräfte diese Elemente zu vollständigen Gebäuden zusammen.
Der entscheidende Unterschied zum konventionellen Bau liegt im Prozess. Planung, Fertigung und Bau laufen parallel. Dadurch verkürzt sich die Projektlaufzeit erheblich. „Das verkürzt die Bauzeit spürbar; komplette Schulgebäude lassen sich damit in nur 14 Monaten realisieren“, erklärt Daniel Hof, Experte für Serielles Bauen.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Wiederholbarkeit. Ein einmal entwickelter Schultyp lässt sich an mehreren Standorten einsetzen. Anpassungen erfolgen über Konfiguration statt über komplette Neuplanung. Kommunen sparen dadurch Zeit, Kosten und personelle Kapazitäten.

Bildungsbau ohne Einheitsarchitektur

Serieller Schulbau bedeutet jedoch keine Schule von der Stange. „Viele Menschen verbinden serielles Bauen – den Plattenbauten aus der Nachkriegszeit geschuldet – noch immer mit wenig Vielfalt und monotoner Architektur“, sagt Thomas Köhler, Head of Education. Diese Wahrnehmung greift heute zu kurz.
„Mit modularen Elementen schaffen wir Lernlandschaften, die optisch ansprechend und funktional für den Ganztagsbetrieb ausgelegt sind“, so Köhler. Lernhaus- und Clusterkonzepte gewinnen an Bedeutung. Sie verbinden Klassenräume, fördern Austausch und bieten Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten. Gleichzeitig unterstützen sie offene Lernformen und Gruppenprojekte.

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Schulbau: Ein Hebel für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Nachhaltigkeit spielt im Bildungsbau eine zentrale Rolle. Öffentliche Gebäude müssen energieeffizient, ressourcenschonend und langfristig nutzbar sein. Serielles Bauen bietet hierfür strukturelle Vorteile.
Die industrielle Vorfertigung ermöglicht einen präzisen Materialeinsatz. Abfälle entstehen seltener, und Ressourcen lassen sich gezielt einsetzen. Gleichzeitig sinkt der Energieverbrauch auf der Baustelle, weil Bauzeiten kürzer ausfallen und weniger Transporte notwendig sind.
Besonders der Holzbau gewinnt im seriellen Schulbau an Bedeutung. Holz bindet CO₂, wächst nach und sorgt für ein angenehmes Raumklima. In modularen Systemen lässt sich Holz effizient verarbeiten und wirtschaftlich einsetzen. So entstehen Schulgebäude mit geringerer CO₂-Bilanz und hoher Aufenthaltsqualität.

Kreislaufwirtschaft im Bildungsbau mitdenken

Ein weiterer zentraler Vorteil serieller Systeme liegt in ihrer Kreislauffähigkeit. Module und Bauteile lassen sich so planen, dass sie später getrennt, zurückgebaut und wiederverwendet werden können. Statt Abriss entsteht ein Baukasten, der sich an neue Anforderungen anpasst.
Standardisierte Elemente behalten ihren Wert über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Digitale Gebäudedokumentationen erfassen Materialien, Mengen und Eigenschaften. Diese Transparenz erleichtert nicht nur den Betrieb, sondern auch spätere Umbauten oder Rückbauten.

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Serieller Schulbau braucht klare Regeln und qualifizierte Akteure

Damit serieller Schulbau sein Potenzial entfalten kann, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Einheitliche Standards, gebündelte Vergaben und geschulte Bauverwaltungen beschleunigen Prozesse spürbar. „Momentan erschweren unterschiedliche Bauordnungen in den Bundesländern es, einheitliche Typen- und Modulbauten umzusetzen“, sagt Köhler.
Neben rechtlichen Anpassungen spielen Wissen und Erfahrung eine zentrale Rolle. Schulungen, Leitfäden und interkommunaler Austausch helfen, Vorbehalte abzubauen und Qualität zu sichern.

Fazit: Bildungsbau zukunftsfähig gestalten

Der Bildungsbau steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Steigende Schülerzahlen, Sanierungsstau und Klimaziele verlangen nach neuen Lösungen. Serieller Schulbau verbindet Geschwindigkeit mit Qualität und Nachhaltigkeit. Er ermöglicht flexible Lernräume, planbare Kosten und eine ressourcenschonende Bauweise.
Kommunen, die jetzt auf systematische Ansätze setzen, schaffen nicht nur neue Schulplätze. Sie investieren in eine Bildungsinfrastruktur, die langfristig tragfähig bleibt – ökologisch, wirtschaftlich und pädagogisch. (Drees & Sommer / Heike van Ooyen)

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