Anzeige

„Wir sind sehr glücklich mit Pumpe-Düse-Technik“

14. Februar 2003

„Wir sind sehr glücklich mit Pumpe-Düse-Technik“
Kompaktes Design: Pumpstationen aus Donauerschingen erreichen werksseitig komplett ausgerüstet den Bestimmungsort. Hier ein Beispiel mit drei unterschiedlichen Pumpen – eine vom Typ „LevaPol Xylem“, eine vom Typ „LevaPur Xylem“ und eine vom Typ „Lowara“. Foto: Mall
Die Konkurrenz setzt bei Dieselmotoren mit Direkteinspritzung auf Common-Rail-Systeme. Bei VW hingegen ist man „sehr glücklich mit der Pumpe-Düse-Technik“, erklärte VW-Entwicklungschef Prof. Wilfried Bockelmann gegenüber den VDI nachrichten. Zu den Vorteilen der TDI-PD-Motoren gehörten u.a., dass sie bis in die Golf-Klasse die strengen EU4-Abgasgrenzwerte erfüllten.
Anzeige
Anzeige


VDI nachrichten: Auf der Detroit Motor Show Anfang Januar hat Konzernchef Bernd Pischetsrieder erstmals vom „Tupi“ gesprochen. Welches Projekt verbirgt sich hinter diesem Namen?

Bockelmann: Das Wort Tupi leitet sich vom Namen eines brasilianischen Indianerstamms her. Wir verwenden Tupi als Typbezeichnung für ein neues Fahrzeug der sogenannten A0-Plattform. Das sind Modelle in der Größe von VW Polo, Skoda Fabia und Seat Ibiza.

Anzeige
Anzeige

VDI nachrichten: Wollen Sie diesen Fahrzeugen Konkurrenz machen?

Bockelmann: Keineswegs, der Tupi ist für Schwellenländer konzipiert, zum Beispiel für den brasilianischen, aber auch für den chinesischen Markt. Die Autokäufer in diesen Ländern suchen relativ große, aber preiswerte Modelle. Kleinwagen wie der Lupo haben auf Grund ihrer Größe dort kaum Chancen. Entscheidend bei diesen Autos ist natürlich auch die preisliche Positionierung, daher kann dort auf das eine oder andere technische Feature, das wir in den Kernmärkten unbedingt brauchen, verzichtet werden.

VDI nachrichten: Bei neuen Dieselmotoren setzen Ihre Wettbewerber bei der Direkteinspritzung auf Common-Rail-Systeme. Bedeutet das eines Tages das Ende der Pumpe-Düse-Einspritzung, wie sie überwiegend im VW-Konzern verwendet wird?

Anzeige
Anzeige

Bockelmann: Wir sind bei Volkswagen sehr glücklich mit der Pumpe-Düse-Technik. Ihre technischen Vorteile sprechen eine deutliche Sprache. Die hohen Drücke bis über 2000 bar garantieren einen hohen Wirkungsgrad und daraus resultieren besonders niedrige Verbrauchswerte. Auch treten selten Störungen auf, d.h. die Pumpe-Düse-Motoren sind sehr zuverlässig. Außerdem erfüllen sie – und das ist einzigartig – bis in die Golf-Klasse die strenge EU4-Abgasnorm…

VDI nachrichten: … aber sie laufen akustisch etwas lauter.

Anzeige
Anzeige

Bockelmann: Der Lauf ist etwas rauer, aber auch hier arbeiten wir an weiteren Verbesserungen, indem wir beispielsweise die Voreinspritzung optimieren.

VDI nachrichten: Wann kommt in Ihrem Hause der Abgas-Rußfilter für Dieselmotoren, wie ihn Peugeot/Citroën aus dem französische PSA-Konzern einbauen?

Bockelmann: Fahrzeuge bis hin zum VW Golf erreichen ohne den Rußfilter bereits die EU4-Abgasnorm, in größeren und schwereren Modellen wird er aber zur Erfüllung der Norm nötig sein. Bei den Dieselmotoren verkauft Volkswagen heute schon knapp die Hälfte aller Motoren gemäß EU4-Anforderungen. Es ist sicher die Frage zu stellen, welche Vorteile der Rußpartikelfilter bringt. Wir haben uns zunächst die Aufgabe gestellt, die gesetzlichen Forderungen ohne Rußpartikelfilter zu erfüllen und damit den gesamten Emissionskreislauf zu minimieren.

VDI nachrichten: VW-Chef Pischetsrieder will in jeder Hubraumklasse einen Benzin-Direkteinspritzer „FSI“ anbieten. Setzt VW zukünftig ganz auf den FSI?

Bockelmann: Die FSI-Motoren wird es parallel zu den herkömmlichen Saugrohreinspritzern geben. Grundsätzlich sind die FSI-Motoren sportlicher positioniert. Außerdem können sie derzeit noch nicht in Märkte wie die USA geliefert werden, weil dort der Kraftstoff zur Zeit noch einen zu hohen Schwefelanteil hat.

VDI nachrichten: Es heißt, der Turbolader würde sich gut mit dem FSI kombinieren lassen …

Bockelmann: … stimmt, er eignet sich hervorragend als Ergänzung zum FSI. Allerdings sind die Kosten zu beachten: Durch FSI und Turbo gibt es zwei deutliche Preisschübe. Zunächst wird man beide Techniken zusammen nur in sportlichen Fahrzeugen finden.

VDI nachrichten: Ihr Konzern hat kürzlich das viel beachtete Doppelkupplungsgetriebe präsentiert, das im VW Golf R32 eingeführt wurde und nun auch im Audi TT 3.2 Quattro angeboten wird. Wann profitieren auch die Käufer kleinerer Modelle von der Innovation, die den Komfort einer Automatik mit dem günstigen Verbrauch eines Schaltgetriebes kombiniert?

Bockelmann: Im Sommer wird der neue VW-Kompaktvan Touran mit TDI-PD-Motoren auch mit Doppelkupplungs-Getriebe bestellbar sein; es folgen der Golf der nächsten Generation und der neue Audi A3. Bei Kleinwagen ist der Einbauraum zu gering, für große Motoren, also Sechs– und Achtzylinder, ist die stufenlose „Multitronic“, wie Audi sie anbietet, besser geeignet.

VDI nachrichten: Der Aufpreis Ihres Direktschaltgetriebe (DSG) genannten automatisierten Schaltgetriebes mit Doppelkupplung kommt in die Nähe des Aufpreises für eine Automatik. Wann sinkt der Preis der DSG?

Bockelmann: Wenn ausreichend hohe Stückzahlen und längere Erfahrungen in der Serienproduktion vorliegen, werden die Produktionskosten zwischen denen eines Sechs-Gang-Schaltgetriebes und eines traditionellen Automatikgetriebes liegen.

VDI nachrichten: Die Konkurrenz wird immer größer und drückt mächtig auf den Pkw-Markt. Was können Sie heute schon über den neuen Golf verraten, den VW im September auf der IAA in Frankfurt präsentieren wird?

Bockelmann: Wir haben keine Sorge, wieder erfolgreich zu sein. Der Nachfolger ist komplett neu. Er wird neue Maßstäbe setzen im Fahrverhalten und in der Fahrfreude. Außen wird er einige Zentimeter länger, innen wird das Platzangebot größer sein. Was bleibt, ist das Grundkonzept des zwei- und viertürig lieferbaren Fahrzeugs mit großer Heckklappe.

 



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige