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Hafenausbau in Rotterdam verdoppelt Containerumschlag bis 2020

20. Juli 2012

Hamburg, Container Terminal Burchardkai (CTB), HHLA’s largest terminal in the Port of Hamburg, container crane, cargo ship in Mitte, Hamburg, Germany
Containerterminal Burchardkai, das größte Terminal der HHLA im Hamburger Hafen, Foto: mauritius images / Volker Preusser
Mit dem Ausbau des Containerumschlags im neuen Hafengebiet „2. Maasvlakte“ von Rotterdam wird sich die Umschlagskapazität des größten europäischen Seehafens in den nächsten 20 Jahren mehr als verdoppeln. Diese Expansion setzt vor allem entlang der Rheinschiene auch eine nachhaltige Infrastrukturentwicklung für den Containertransport über die Schweiz bis nach Italien voraus.
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Die Hafenstadt Rotterdam rüstet sich für die Zukunft und will ihren Vorsprung gegenüber Hamburg und Antwerpen weiter ausbauen. Dafür sind weit draußen im Meer die Bagger angerückt, um dort einen neuen Hafen zu bauen. Die sogenannte „zweite Maas-Ebene“ soll 2030 fertig sein. Die Hafenbetriebe Rotterdam wollen dann mehr als doppelt so viele Container umschlagen wie jetzt. Im vergangenen Jahr wurden in dem Nordseehafen bereits mehr als 120 Mio. t Güter aus aller Welt in Containern angeliefert.

Rotterdam verdoppelt Containerumschlag durch neues Hafengebiet

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Die niederländische Königin Beatrix gab am 11. Juli das Startsignal zum Schließen der Küstenbefestigung der 2. Maasvlakte. Nach dreieinhalb Jahren Arbeit ist damit ein weiterer wichtiger Meilenstein des Projekts Mainport-Entwicklung Rotterdam (PMR) erreicht. „Die 2000 ha Neuland sind jetzt gut gegen das Meer geschützt“, kommentierte Hans Smits, Generaldirektor der Hafenbetriebe Rotterdam, die mithilfe der zwei niederländischen Wasserbauunternehmen Boskalis und Van Oord geschaffene 11 km lange neue Küstenbefestigung.

Ende 2008 hatten die Niederländer mit dem Landgewinnungsprojekt in der Nordsee zur Weiterentwicklung des Rotterdamer Hafens begonnen. Der Bau des neuen Hafengebiets verläuft nach Plan und im Jahr 2014 könnten die ersten Containerterminals in Betrieb genommen werden. Durch das Projekt wird sich die Karte der Niederlande verändern. Der Rotterdamer Hafen wird um 20 % größer und die Küstenlinie wird ungefähr 3,5 km weiter ins Meer hineinreichen als zuvor.

Hafenausbau von Rotterdam braucht Partner im europäischen Hinterland

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Zur Umsetzung ihrer gigantischen Expansionspläne benötigen die Niederländer Partner im europäischen Hinterland. Nur so können die erwarteten Güterzuwächse an- und abtransportiert werden. Erst Ende Mai hatten der Hafen Rotterdam und die Schweizerischen Rheinhäfen (SHR) ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Darin ist die Absicht festgehalten, bei der Entwicklung des von Rotterdam ausgehenden Hinterlandverkehrs gemeinsam und abgestimmt vorzugehen. Vorrangig ist vorgesehen, dass regelmäßig Informationen und Erfahrungen zwischen den Rotterdamer Hafenbetrieben und den Schweizerischen Rheinhäfen sowie mit den beteiligten Logistik- und Hafenpartnern ausgetauscht werden. Darüber hinaus geht es um die Förderung gemeinsamer intermodaler Logistikkooperationsformen mit Binnenschiff und Bahn.

Ein weiterer Schwerpunkt der Absichtserklärung ist die Realisierung des neuen trimodalen Containerterminals Basel Nord, mit dem die Verkehrsträger Schiene-Straße-Wasserweg künftig effizient kombiniert und die Leistungen der Logistikkette erhöht werden sollen. Bereits im Jahr 2010 wurden zwischen Rotterdam und Basel per Binnenschiff etwa 4,2 Mio. t Ladung ausgetauscht. Über die Schiene wurden sowohl 2010 als auch 2011 jeweils etwa 800 000 t transportiert, wobei die Containerladung gut 62 000 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit) entsprach.

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Die Schweiz ist wichtiges Transferland für den Gütervekehr

Der Schweiz kommt auch eine wichtige Funktion als Transferland im Güteraustausch zwischen dem Hafen Antwerpen und Italien zu. Peter Füglistaler, Leiter des schweizerischen Bundesamts für Verkehr, prognostiziert, dass in acht Jahren 65 000 Güterzüge das Alpenland auf der Nord-Süd-Route durchqueren werden – bis zu 35 % mehr als derzeit. Nach Ansicht des Experten sollten deshalb die Schweiz und Deutschland gemeinsam ein starkes Interesse am weiteren Ausbau des europäischen Eisenbahnkorridors Rotterdam/Antwerpen-Genua haben. Beispielsweise sei der Ausbau der deutschen Streckenteile der Nordsee-Italien-Route, etwa der Betuwe-Bahnlinie Emmerich-Oberhausen für den wirtschaftlichen Betrieb des künftigen Gotthard-Basistunnels sehr wichtig, um die wachsenden Nord-Süd-Verkehrsströme künftig wirtschaftlich und umweltschonend bewältigen zu können, wie der Schweizer Eisenbahnchef gegenüber den VDI nachrichten hervorhob.

Schweiz: Steigende Lärmbelastung durch wachsenden Schienenverkehr

Allerdings will Füglistaler die Eidgenossen zugleich auch vor dem zunehmenden – durch den Güterverkehr verursachten – Lärm schützen. „Die Anwohner an der Güterbahntrasse werden das erhöhte Güteraufkommen nur dann akzeptierten, wenn gleichzeitig der Lärmschutz verbessert wird“, betonte er in Düsseldorf. Heute noch seien fast alle Güterwagen mit altertümlichen Bremsen ausgerüstet, die durch ihre grobe Machart die Oberfläche der Räder beschädigen und zu einer starken Lärmentwicklung führen. Die Umrüstung der Waggons auf moderne „Flüsterbremsen“ senke den Lärmpegel deutlich um bis zu 10 dB(A). In der Schweiz seien sämtliche Güterwagen der staatseigenen Bahn bereits auf solche leiseren Bremsen umgerüstet worden. Zudem gebe es in der Schweiz bereits seit Längerem einen Rabatt bei der Schienennutzungsgebühr für lärmarme Waggons. Geht es nach dem Willen Füglistalers, dann werden die Eidgenossen ab 2020 den Transit mit „lärmigen Güterwagen“ mit alten Bremsen aus Grauguss schlicht verbieten.

 



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