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Bitcoin: Kurs bricht erneut ein – gehört Krypto noch die Zukunft?

21. Juni 2021

Bitcoin Münze
Bitcoin befindet sich seit Monaten auf Berg- und Talfahrt. Experten sagen: Hypezyklen sind normal. Foto: panthermedia.net/JanPietruszka
Der Kryptomarkt wird durch Hypezyklen bestimmt. Doch so mancher Kritiker der Blockchain-Technologie erklärt Währungen wie den Bitcoin schon für tot. Warum das Investor Jascha Samadi von Greenfield One anders sieht und an die Zukunft der Kryptowährung glaubt, berichtet er im Podcast “Technik aufs Ohr”.
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Monatelang schien es so, als ob der Preis von Bitcoin, Ether und anderen Kryptowährungen permanent nach oben gehe – doch dann sind die Kurse wieder eingebrochen. Mitte April lag der Wert noch bei über 50.000 Euro. In den letzten Wochen hat sich der Wert bei 30.000 Euro eingependelt. Die jüngste Erholungsphase des Bitcoin-Kurses währte also nicht lange. Zunächst stieg die Marke wieder auf 40.000 Dollar – doch nun geht es bergab. Der Bitcoin-Kurs hat sich bei 30.000 Dollar eingependelt.  Die Kryptowährung sank damit auf den niedrigsten Stand seit dem 9. Juni. Auch Ether büßte deutlich an Wert ein. Wie konnte es zu dem Kursabsturz kommen?

Tesla-CEO Elon Musk hat sich zum Beispiel dazu entschieden, nicht auf den Bitcoin zu setzen. Nach der Ankündigung am 12. Mai auf Twitter fiel der Bitcoin-Kurs um zwölf Prozent. Zahlungen mit dieser Kryptowährung würde es bei Tesla aufgrund der Bedenken hinsichtlich des CO2-Fußabdrucks der Kryptowährung nicht geben. Nach heftiger Kritik ruderte Musk etwas zurück und gab an, einen sauberer erschürften Bitcoin für Tesla zu akzeptieren.

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Bitcoin & Co.: Warum machen Sie es nicht wie Elon Musk

Tatsächlich verschlingt die Kryptowährung sehr hohe Stromkosten. China hat zudem angekündigt, digitale Währungen schärfer zu kontrollieren. Die chinesische Regierung geht mit harten Bandagen gegen Bitcoin und Co. vor, nicht zuletzt weil Peking seine eigene vom Staat kontrollierte Digitalwährung, den Digital-Yuan, entwickelt und durchsetzen will. Schwerer wiegt, dass die Kryptowährung inzwischen für die europäische Bankenaufsicht als „höchste Risikoklasse“ gilt – der Ruf der digitalen Währung leidet unter der stark zunehmenden Cyberkriminalität. Bitcoins werden nämlich vorwiegend von Kriminellen eingesetzt. Dringen Hacker zum Beispiel in ein Firmennetzwerk ein, fordern sie oft Lösegeld in Form von Bitcoin.

Diese Faktoren können den Kurssturz verursacht haben. Vor allem die geringe Umweltfreundlichkeit wird dem Bitcoin oft vorgeworfen. Investor und Kryptoexperte Jascha Samadi von Greenfield One glaubt aber nicht an den Untergang der bekannten Digitalwährung.

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Jascha Samadi Porträt
Jascha Samadi ist Investor und Krypto-Experte.

Zum Hintergrund: Mit dem Schürfen der ersten Bitcoin entstand der erste Datensatz, auch “Block” genannt”. In diesem Block befanden sich verschlüsselte Informationen, zum Beispiel wer den Bitcoin geschürft hatte. Die nachfolgende Transaktion wurde in weiteren Blöcken an einer “Kette” aneinandergereiht. Die Blockchain war geboren. Die neuartige Datenbank funktioniert bis heute wie ein Transaktionsbuch.

Ein Blick in die Historie zeigt, dass der Preis nicht zum ersten Mal eingebrochen ist. Ende 2017 stieg der Bitcoinkurs auf ein Allzeithoch von mehr als 16.000 Euro und brach daraufhin wieder ein. In den darauffolgenden drei Jahren hat sich die Kryptowährung erholt.

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Kryptowährungen: „Sargnagel für den Klimawandel“

Niederlande, Chile oder Pakistan: Kryptowährungen verbrauchen so viel Strom wie ganze Länder. Die digitale Herstellung ist energieaufwendig – daher nannte das Forbes Magazine den Coin schon 2018 “Sargnagel für den Klimawandel”.

Bitcoin: Wertverdopplung bis zum Jahresende?

Der „Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index“ der gleichnamigen britischen Universität untersucht den Energieverbrauch von Bitcoin und Co. Die Analyse geht derzeit von einem jährlichen Energieverbrauch von knapp 115 Terrawattstunden (TWh) aus. Eine Hochrechnung der „Digiconomist’s Bitcoin Energy Consumption Index“ ergibt circa 126 TWh pro Jahr (beide Stand Juni 2021). Das entspricht dem Stromverbrauch von Pakistan. Deutschland liegt bei einem Stromverbrauch von 517 TWh im Jahr. Um Kryptowährung zu “schürfen”, müssen Computer komplexe Rechenaufgaben lösen. Das frisst extrem viel Strom.

Experten sehen die Zukunft in umweltschonenden Alternativen. Ob der Bitcoin umweltschonender werden muss, fällt auch im Podcast “Technik aufs Ohr”.

Chia ist eine Entwicklung des Programmierers Bram Cohen. Die Kryptowährung soll stromsparender und damit umweltfreundlicher sein als die etablierten Währungen. Für das Mining dieser digitalen Währungen werden viele Hochleistungsrechner Tag und Nacht betrieben. Wir stellen Chia hier näher vor.

Cyberkriminalität mit Bitcoin

Cyberattacken nehmen zu und treffen auch deutsche Unternehmen. Hacken Cyberkriminelle Firmennetzwerke, fordern sie in der Regel Lösegeld in Form von Kryptowährung. Bankenaufsichten sehen vor allem im Bitcoin ein Risiko – und das zieht den Kurs stark nach unten. Ransomware-Attacken sind zum weltweiten Multimilliarden-Geschäft  geworden. Im Schnitt zahlen angegriffene Unternehmen umgerechnet 300.000 US-Dollar, um ihre Daten wiederzuerlangen.

Ein riesiger Betrugsfall ereignete sich im April in der Türkei. Ein Gründer einer Krypto-Plattform hat sich abgesetzt und Anleger um Millionenbeträge geprellt. Faruk Fatih Özer steckt hinter der Plattform Thodex. Nun sei er mit zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) auf der Flucht.

Jascha Samadi von Greenfield One erklärt, dass es in jeder Branche schwarze Schafe gebe, „auch wenn das natürlich schlimm ist, was in der Türkei passiert ist“. „Allerdings ist der Fall Thodex nicht repräsentativ. Das wäre so als wenn wir vom Fall Wirecard auf den gesamten Dax schließen würden“, sagt er im Podcast.

Kryptowährung Bitcoin auf Berg- und Talfahrt: “Hypezyklen sind normal”

Hypezyklen seien typisch für den Kryptomarkt, sagt Jascha Samadi, der seit 15 Jahren in Krypto investiert. Auf positive Signale reagiert der Markt ebenfalls schnell, zum Beispiel nach dem Investment in Bitcoin von Hedgefonds-Milliardär Ray Dalio.

Investitionen bleiben aber ungewiss. Samadi betont in der Podcast-Episode, dass sich jeder eine eigene Investmentstrategie aufbauen sollte und Empfehlungen nicht generell ausgesprochen werden können. Digitale Assets, die auf Blockchain basieren, bleiben aber erhalten. Unter digitalen Assets versteht man die Weiterentwicklung von Finanz- und Zahlungssystemen.

Die Folge kann hier gestreamt werden:

Lesen Sie auch:

Blockchain: Die Technik hinter Bitcoin, NFT und Co.



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