
Von Abendkursen in Mandarin für Maschinenbauer bis Zuschüssen zum Mittagessen für alle – die Liste der Benefits, mit denen Unternehmen Mitarbeitende für sich zu gewinnen und an sich zu binden versuchen, ist lang, das Angebot je nach Arbeitgeber mehr oder weniger vielfältig. Betriebliche Benefits sind Zusatzleistungen, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden neben dem regulären Gehalt anbieten. Gerade für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern ist nicht immer leicht zu erkennen, was für sie konkret vorteilhaft sein könnte. Das hat vor allem drei Gründe: Da es gibt keine allgemein gültige gesetzliche Definition für Job-Benefits gibt, fassen einige Unternehmen den Begriff eng, andere sehr weit, und während manche Benefits finanziell folgenlos bleiben (etwa der berühmte Tischkicker), fallen auf andere Steuer- oder Sozialabgaben an. Hinzu kommt: Was heute noch nicht attraktiv ist, kann es morgen werden.
Welche Benefits lohnen sich für wen?
Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Es kommt auf die persönliche Situation der Mitarbeitenden an. Ein naheliegendes Beispiel: die Kinderbetreuung. Carin Pawlak, Partner bei Dr. Maier + Partner Executive Search und Standortleiterin im neuen Münchner Büro des renommierten Personalberatungsunternehmens, hat diese Möglichkeit früher selbst genutzt und geschätzt: „Bei größeren Unternehmen ist eine Kinderbetreuung natürlich top – ich habe früher sehr davon profitiert als Vollzeitarbeitnehmerin“. Für Mitarbeitende ohne Kinder und ohne Kinderwunsch war und ist dieser Punkt dagegen schlicht irrelevant. Ein anderes Beispiel: Sportbegeisterte Mitarbeitende dürften von einer Mitgliedschaft im Fitness-Studio begeistert sein, Sportmuffel können sehr gut darauf verzichten.
Welche Benefits lohnen sich finanziell, welche nicht?
Für Carin Pawlak sind diese Benefits für die meisten Beschäftigten finanziell am lohnendsten: „Auf jeden Fall vermögenswirksame Leistungen oder andere finanzielle Vorsorgemaßnahmen, die gerade jüngeren Arbeitnehmerinnen die Lücke zu gesetzlichen Rentenleistungen schließen sollen. Auch das Deutschlandticket ist sehr begehrt oder aber ein Jobrad, für das man relativ wenig geldwerten Vorteil beim Finanzamt versteuern muss“. Genau rechnen sollte man dagegen beim vierrädrigen Dienstmobil, rät die HR-Expertin: „Andere schätzen einen Firmenwagen sehr, der aber wiederum bei einem längeren Anfahrtsweg zwischen Wohn- und Arbeitsort richtig viel an Steuern kostet“.
Was Unternehmen Beschäftigten bieten – ein Einblick in die weite Welt der Benefits
Welche Benefits angeboten werden, entscheidet jedes Unternehmen selbst – in Abhängigkeit von seiner Größe, der Unternehmenskultur und den finanziellen Ressourcen. Die Übersicht gibt einen Einblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Finanzielle Leistungen
Vermögenswirksame Leistungen, Betriebliche Altersvorsorge, 13. Monatsgehalt („Weihnachtsgeld“), Mitarbeitervergünstigungen und Rabatte
Flexible Arbeitsbedingungen
Homeoffice oder weitere Remote Work-Möglichkeiten, Workation, flexible Arbeitszeiten
Kostenlose Nutzung von Hard- und Software
Dienstlaptop, Diensthandy
Gesundheit und Wohlbefinden
Betriebliche Gesundheitsförderung, Zuschüsse für Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Betriebsarzt, Massagen, Impfaktionen
Maßnahmen für psychische Gesundheit
Ruheräume, Fitnessräume
Weiterbildung und Entwicklung
Weiterbildungsmöglichkeiten, die im direkten Zusammenhang mit dem eigenen Beruf stehen und Kurse in anderen Bereichen, zum Beispiel Sprachkurse oder Life Coaching
Mobilität
Dienstrad mit privater Nutzungsmöglichkeit, Dienstwagen mit privater Nutzungsmöglichkeit
Deutschlandticket, regionale oder lokale Jobtickets, Tankgutscheine
Verpflegung
Kostenlose Getränke und/ oder Mahlzeiten im Büro, Lunch-Gutscheine oder Essenszuschüsse
Work-Life-Balance
Sabbaticals, freie Tage für ehrenamtliche Tätigkeiten, betriebliche Kinderbetreuung
Sonstige Benefits
Hunde am Arbeitsplatz erlaubt, After Work-Parties, Mitarbeiter-Events und Teambuilding
Dienstrad als Job-Benefit – warum es sich lohnt
Gerade bei technikaffinen Beschäftigten kommen Diensträder gut an – die Modellauswahl ist groß, der Preis deutlich geringer als bei einer privaten Anschaffung, und die Zweiräder dürfen auch privat genutzt werden. Nach Angaben des Branchenverbandes Zukunft Fahrrad e.V. hat sich die Zahl der Diensträder seit 2019 mehr als verfünffacht. Aktuell dürften weit mehr als zwei Millionen davon über bundesdeutsche Straßen rollen.
Wie viel Ersparnis das Dienstrad als Job-Benefit bringen kann, zeigt ein Rechenbeispiel des Anbieters DD Deutsche Dienstrad GmbH:
- Monatliches Bruttoeinkommen: EUR 7.500
- Steuerklasse: I
- Wohnort: Regensburg in Bayern
- Dienstrad: Lasten-Ebike Multitinker vario Business von Riese & Müller, Wert: EUR 6.199
- Ersparnis gegenüber Barkauf: 34,72 Prozent
Quelle: DD Deutsche Dienstrad GmbH, Online-Schnellkalkulator, Stand: 5.4.2025
Home Office – das Auslaufmodell unter den Job-Benefits?
Für manche Mitarbeitende, vor allem diejenigen, die eine weite Anfahrt zum Unternehmen haben, sind das Homeoffice und mobiles Arbeiten ein echtes Geschenk. Anderen mangelt es an Platz und Ruhe, und sie vermissen ihr Team. Carin Pawlak von Dr. Maier + Partner Executive Search beobachtet: „Gerade steuern manche Unternehmen wieder um, was das Thema angeht. Die Möglichkeit zu Home Office-Tagen sollte zumindest vom Prinzip her gegeben sein. Aber klar ist natürlich auch: Ein Kandidat für eine Geschäftsführung wird im Interview nicht nach Home Office fragen“.
Benefits, die keine sind
Gerade bei Job-Angeboten für weniger gut Qualifizierte wird zuweilen mit Vorteilen geworben, die den Namen nicht verdienen, weiß auch Expertin Pawlak: „Natürlich ist eine pünktliche Gehaltszahlung kein Benefit, sondern eine Selbstverständlichkeit. Alles andere wäre ja grotesk. Auch Obstkörbe und kostenlose Getränke gehören mittlerweile zum Standardprogramm und entlocken potenziellen KandidatInnen nur ein müdes Lächeln“.
Benefits, die im Kommen sind…
… unbegrenzte Urlaubszeiten, Weiterbildung ohne Limit oder Zusatzversicherungen zur Gesundheitsförderung – die Wünsche kommen heute auch von den Beschäftigten selbst, berichtet Carin Pawlak: „Was ich perfekt finde: Wenn ein Unternehmen Crowdsourcing für interne Benefit-Vorschläge durchführt – dann entscheidet nämlich die Mehrzahl der Mitarbeitenden über das Lieblings-Benefit“.




























