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„Erfolgreiches Engineering ist Teamsport“: Was Ingenieure daraus lernen können

22. Juni 2026

Ingenieure diskutieren
Erfolgreiche Engineering-Projekte entstehen nicht allein durch innovative Ideen – entscheidend sind stabile Prozesse, enge Zusammenarbeit und eine frühzeitige Einbindung der Lieferanten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Foto: Smarterpix/depositedhar
Die größten Probleme entstehen oft nicht in der Entwicklung. Warum Schnittstellen und Lieferanten über Projekterfolg entscheiden.
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Die meisten Ingenieurprojekte scheitern nicht an schlechten Ideen. Sie scheitern daran, dass Informationen zu spät fließen, Lieferanten zu spät eingebunden werden oder Prozesse nicht sauber ineinandergreifen. Genau deshalb sieht Manuel Alvarez, Supplier Quality & Development Manager bei Henkel, den entscheidenden Erfolgsfaktor nicht in der Technologie selbst, sondern in der Zusammenarbeit der Beteiligten.

Auf dem VDI Recruiting Tag in Dortmund brachte er diese Erkenntnis auf eine einfache Formel: „Erfolgreiches Engineering ist Teamsport.“

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Inhaltsverzeichnis

Warum technische Innovation allein nicht genügt

Wenn von Engineering die Rede ist, entstehen oft Bilder von technologischen Durchbrüchen, innovativen Materialien und visionären Entwicklungen. Doch nach Ansicht von Manuel Alvarez greift diese Sichtweise zu kurz. Der Erfolg eines Projekts entscheide sich häufig nicht an der Idee selbst, sondern an deren Umsetzung.

Die größten Herausforderungen lägen heute oft außerhalb der eigentlichen Entwicklung. Kostendruck, kürzere Entwicklungszyklen und steigende Qualitätsanforderungen erhöhten die Komplexität vieler Industrieprojekte.

„Ingenieurprojekte scheitern meistens nicht an der Idee, sondern an der Umsetzung“, betonte Alvarez in seiner Keynote „Der unsichtbare Erfolgsfaktor im Engineering“ auf dem VDI Recruiting Tag in Dortmund.

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Die zentrale Frage habe sich deshalb in vielen Unternehmen verändert. Es gehe längst nicht mehr nur darum, ob ein Produkt entwickelt werden könne. Entscheidend sei vielmehr, ob es sich unter realen Bedingungen stabil, reproduzierbar und wirtschaftlich fertigen lasse.

Genau an diesem Punkt komme ein Bereich ins Spiel, der in vielen Unternehmen wenig Aufmerksamkeit erhalte: das Supplier Quality Management (SQM).

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Qualität als Enabler statt als Bremsklotz

Qualitätsmanagement werde in vielen Projektteams noch immer vor allem mit Normen, Zertifizierungen und Audits verbunden. Entsprechend werde die Funktion häufig als Kontrollinstanz oder Verzögerungsfaktor wahrgenommen.

„Eine ISO-Zertifizierung an der Wand bedeutet lediglich, dass ein System existiert – nicht automatisch, dass es in der Praxis funktioniert“, erklärte Alvarez.

Die Aufgabe des Lieferantenqualitätsmanagements sei weit umfassender. SQM agiere an der Schnittstelle zwischen Einkauf, Projektmanagement, Produktion und externen Lieferanten. Ziel sei es, Risiken frühzeitig zu erkennen und abzusichern, bevor diese sich im späteren Projektverlauf zu kostenintensiven Problemen entwickeln.

Kritischer Moment: Die Einbindung des Lieferanten

Besonders sensibel werde es häufig in der Phase nach der Lieferantennominierung. Bis zu diesem Zeitpunkt liefen Projekte oftmals planmäßig. Erst wenn externe Partner in den Entwicklungs- und Produktionsprozess integriert würden, zeigten sich mögliche Schwachstellen.

„Was in einer kleinen Test-Skala funktioniert, kann im echten Drei-Schicht-Betrieb plötzlich an seine Grenzen stoßen“, sagte Alvarez.

Könnten Toleranzen nicht eingehalten oder Prozesse nicht stabil umgesetzt werden, drohten Verzögerungen bei Freigaben und Problemen im Serienanlauf. Im schlimmsten Fall sei die Versorgung des Kunden gefährdet.

Um solche Risiken zu minimieren, setzten Unternehmen auf standardisierte Qualitätswerkzeuge wie Fehlermöglichkeits- und Einflussanalysen (FMEA) oder detaillierte Kontrollpläne. Ziel sei es, potenzielle Fehlerquellen bereits im Vorfeld zu identifizieren und präventiv zu adressieren.

Lesen Sie auch: Was macht eigentlich ein Sustainability Manager?

Erfolgreiches Engineering ist Teamsport

Neben technischen Faktoren hob Alvarez vor allem die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor. Probleme entstünden in der Praxis selten innerhalb einzelner Fachbereiche, sondern häufig an den Übergängen zwischen ihnen.

„Erfolgreiches Engineering ist Teamsport“, erklärte er.

Im Studium würden häufig fachliche Kompetenzen im Maschinenbau, Design oder in der Elektronik vermittelt. Die Herausforderungen des späteren Berufsalltags lägen jedoch oft in der Koordination unterschiedlicher Bereiche.

„Die echten Probleme entstehen fast nie innerhalb einer einzelnen Fachabteilung, sondern an den Schnittstellen zwischen den Funktionen.“

Je später Kommunikation zwischen Projektmanagement, Einkauf, Produktion und Lieferanten stattfinde, desto höher würden Aufwand und Kosten.

Eine frühzeitige Einbindung aller Beteiligten führe dagegen zu höherer Produktqualität, effizienteren Prozessen, resilienteren Lieferketten und einer engeren Zusammenarbeit mit Lieferanten.

Die zentrale Botschaft seiner Keynote: Technologische Innovation allein reicht nicht aus. Häufig sind es die Qualität der Prozesse, die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten und stabile Partnerschaften entlang der Lieferkette, die über den Erfolg eines Projekts entscheiden.



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