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Shard wird höchstes Gebäude in Europa

20. Mai 2011

Shard wird höchstes Gebäude in Europa
Die großformatigen Fassadenbekleidungen sind auch für die Realisierung von wirtschaftlichen Lösungen im Objektbereich geeignet. Foto: Daniel Hundven Clements
Für kurze Zeit wird es das höchste Gebäude in Europa sein: Mitten in London, wenige hundert Meter entfernt von der altehrwürdigen Bank of England, entsteht zurzeit das derzeit höchste Gebäude in Europa. 310 m hoch ist die sogenannte Shard, deutsch: Scherbe.
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Wenn die „Scherbe“ steht, wird diese gläserne Pyramide fast um die Hälfte höher sein als der bisherige Londoner Rekordhalter One Canada Square im Büroviertel Canary Wharf.

Der Bau dieses Turmes, der Anfang des kommenden Jahres in Betrieb gehen soll, war äußerst kompliziert, weil die Arbeiten in der Stadtmitte mit ihren vielen alten engen Straßen unter extremem Flächenmangel litten. Deshalb wurde von vornherein nach industriellem Vorbild just in time angeliefert und gebaut: Alle zwei Minuten rollt in den Spitzenzeiten der Arbeiten ein Lastzug an. Für vielfältige Vorarbeiten mussten am Stadtrand von London zwei spezielle Fertigungsstätten aufgebaut werden, von denen dann die Ladungen zur Scherbe gefahren wurden. Zu den Vorarbeiten zählte aber auch die Installation von 900 Messpunkten rund um die Baustelle, um zur Einhaltung der Umweltschutzvorgaben ständig Lärm-, Staub- und Vibrationsmesswerte zu erheben.

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Die Glas-Pyramide Shard ragt dort auf, wo schon früher hohe Gebäude standen

Wo heute der Glasturm aufragt, standen auch schon früher hohe Gebäude. Sie waren in den Jahren von 1967 bis 1976 errichtet worden. Von der Grundstücksnutzung und ihrem technischen Angebot an die Mieter reichten sie aber schon lange nicht mehr aus und standen daher auf der Abrissliste. Der Plan für die Scherbe stammt von dem italienischen Architekten Renzo Piano, dem von Anfang an klar war, dass er wegen der extrem begrenzten Raumverhältnisse gleichzeitig auch ein neues bautechnisches Kapitel in der Geschichte des Hochhausbaus schreibt.

Neu ist nicht zuletzt auch die Vorgabe des hohen Bautempos, das sich als Notwendigkeit wiederum aus der Verkehrsbehinderung im Umfeld der Baustelle erklärt. Diese Behinderung soll so kurz wie irgend möglich sein. So wuchs schließlich der Betonkern der Scherbe um 30 cm/h. Sechs Tage in der Woche wurde 24 h lang betoniert.

Der Shard-Sockel wurde von oben nach unten gebaut

Der Sockel wurde von oben nach unten gebaut. Zuerst kamen 24 Betonsäulen in den Boden. Oben trugen sie dann schon die ersten Gebäudeteile, als unter ihnen noch rund um die Säulen ausgebaggert wurde und der Bau Etage um Etage tief in den Untergrund hineinwuchs. Auch das sparte Zeit, denn so konnte gleichzeitig nach unten und nach oben gebaut werden.

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Bis zu einer Höhe von 255 m wurden alle Komponenten von Kränen hinaufbefördert, die fest auf dem Erdboden außerhalb des Baus standen. Von da ab ging es mit Kränen weiter hinauf , die auf dem Gebäude platziert waren.

Inzwischen ist schon weit mehr als die Hälfte der „Shard“ – gemessen an ihrer Endhöhe – glasverkleidet. Keine zwei der insgesamt 11 000 Glasflächen, die in den Niederlanden gefertigt wurden, sind gleich groß. Die reinen Baukosten der Scherbe belaufen sich auf 400 Mio. £. Das schließt die verbauten 12 000 t Stahl und 52 000 m3 Beton ein.

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Bauherren rechnen mit erheblichen gewinnen durch die Shard-Pyramide

Nachdem die ersten Mietverträge über große Büroflächen und ein Hotel schon vor Jahren abgeschlossen wurden, sind die Bauherren, die Sellar Property Group, heute sicher, dass die Scherbe für sie einen beachtlichen Gewinn abwerfen wird.

Vom 53. bis zum 65. Stock erstrecken sich beispielsweise Eigentumswohnungen, die nun zu Kaufpreisen angeboten werden, die deutlich über dem bisherigen Londoner Rekord von 66 000 £ je m2 Wohnfläche hinausgehen. Von der gesamten Nutzfläche von rund 100 000 m2 entfallen etwa 50 % auf Büroflächen, 16 % auf das Shangri-La Hotel, jeweils reichlich 5 % auf Wohnungen und Restaurants sowie 10 % auf Ladengeschäfte und eine Aussichtsgalerie, die sich über vier Etagen hinzieht und einen spektakulären Blick über ganz London erlauben soll. Erwartet wird, dass in der Scherbe insgesamt rund 18 000 Menschen arbeiten werden. Um für den morgendlichen und abendlichen Menschenstrom gerüstet zu sein, verfügt die Scherbe über einen direkten, unterirdischen Zugang zum Bahnhof London Bridge.

 



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