13.04.2017, 11:55 Uhr | 0 |

Günstigstes E-Auto Deutschlands Dieses Elektroauto für 16.000 Euro geht 2018 in Aachen in Serie

Wird der 18. Mai 2017 den Durchbruch der Elektromobilität in Deutschland bringen? Ab dann kann man in Aachen das günstigste Elektroauto Deutschlands bestellen, den e.Go Life. Entwickelt haben das Auto Ingenieure der RWTH Aachen. Der e.Go kostet nur 16.000 Euro und wird schon 2018 ausgeliefert. 

Was BMW, VW, Audi, Opel und Mercedes bislang nicht gelungen ist, nämlich Elektroautos günstig zu machen und in großer Zahl auf die Straße zu bringen, das soll einem kleinen Start-up aus Aachen gelingen? Die e.GO Mobile AG ist eine Ausgründung der RWTH Aachen.

Chef des jungen Unternehmens ist Professor Günther Schuh. Er ist Experte in Produktionstechnik. Und er legt als CEO des Start-ups sein Meisterstück vor, in dem er es den großen Autohersteller einmal zeigt.

Entwicklung der RWTH Aachen

Das Ganze ist nämlich kein Hirngespinst. Die RWTH Aachen hat schon einmal ein erfolgreiches Elektroauto entwickelt, den Streetscooter.

Das ist ein kleiner, rein elektrischer Lieferwagen, den die Deutsche Post DHL längst in Serie produziert und inzwischen auch an andere Unternehmen verkauft. Er rollt bereits in zahlreichen Innenstädten der Republik. 10.000 Streetscooter will die Post allein in diesem Jahr im Aachener Werk bauen. Ein zweites Werk ist in NRW geplant.

Jetzt also der e.Go Life. Das Erstaunliche: Die Ingenieure haben einen Kleinwagen für die City gebaut, der mit 650 kg (ohne Batterie) unglaublich leicht ist und deshalb mit geringer Motorleistung auskommt. Der 48-V-Antrieb von Bosch leistet bis zu 30 kW (41 PS) und beschleunigt das kleine Auto von 0 auf 50 km/h in fünf Sekunden. Das genügt für den Alltag im Stadtverkehr.

Das Basismodell des e.Go Life hat eine Kapazität von 14,4 kWh, die für 100 km Reichweite in der Praxis reichen soll. Auch eine leistungsstärkere Batterie mit 19,2 kWh soll es geben, sie bringt es auf 130 km Reichweite.

Stadtflitzer bietet vier Sitze bei nur 3,35 m Länge

Das Auto hat eine Länge von 3,35 m und ist damit etwa 65 cm länger als ein Smart. Und das haben die Ingenieure geschickt ausgenutzt. Denn der e.Go Life kann auf 2+2 Sitzplätzen immerhin vier Personen transportieren und nicht nur zwei wie der Smart. Dabei sind die hinteren beiden Plätze zugegeben eher für kurze Strecken geeignet. Aber genau dafür haben die Ingenieure der RWTH Aachen das Citycar in den vergangenen zwei Jahren auch entwickelt. In zwei Jahren zur Serienreife!

Und die Entwicklungskosten waren überschaubar. Prof. Schuh nennt als Gesamtsumme gerade mal 30 Millionen Euro. „Ein etablierter Hersteller hätte mindestens 500 Millionen Euro investieren müssen“, so Schuh.

Bosch liefert Antriebsstrang und übernimmt Reparaturen

Mit Bosch haben die Aachener zudem einen sehr kompetenten Partner gewonnen. Bosch liefert nicht nur den Antriebsstrang, Bosch ist auch der wichtigste Servicepartner des Start-ups. Denn Bosch wird mit seinem flächendeckenden Bosch-Dienst auch die Wartung von Motor und Batterie übernehmen.

Auch Reparaturen an den Autos sollen die Bosch-Werkstätten übernehmen. „Wir haben mit Bosch den idealen Partner gefunden. Neben dem Werkstattkonzept für unsere e.Go-Modelle sind auch die zukunftsrelevanten Bereiche Connected Car und die darauf basierenden Services abgedeckt", erklärt Professor Schuh.

Preis von nur 15.900 Euro ist unglaublich günstig

Das Auto soll inklusive Batterie nur 15.900 Euro kosten und wird ab dem 18. Mai über die Firmenhomepage angeboten. Abzüglich der deutschen Kaufprämie von 4.000 Euro für reine Elektroautos wäre der e.Go Life also für ganze 11.900 Euro zu haben. Das ist ein Kampfpreis, bedenkt man, dass ein E-Smart bei nur zwei Sitzen und 160 km Reichweite 22.000 Euro kostet – also 18.000 Euro abzüglich Prämie.

Und so ist Prof. Schuh vom Erfolg des e.Go Life überzeugt. Im März nächsten Jahres soll die Serienfertigung beginnen. Wahrscheinlich in Aachen. Vergangenes Jahr hatte Schuh angekündigt: „Wenn unser e.GO Life im Markt ankommt, stellen wir uns eine Serienproduktion von bis zu 10.000 Fahrzeugen pro Jahr im Aachener Industriegebiet vor.“

Die Autowelt schaut nach Aachen.

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Von Axel Mörer-Funk
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