Industrie 22.04.2025, 13:00 Uhr

Schönheit verkauft nicht! Strategisches Design ist wichtig

Ästhetische Aspekte sind ein wichtiger Faktor beim Maschinen- und Industriedesign. Das reicht aber nicht. Strategisches Design schafft echten unternehmerischen Mehrwert. Das meint Jürgen Schmid, Inhaber von „Maschinendesign“ und Kolumnist von VDI nachrichten.

Bei der Planung von Maschinen und Gebäuden ist Ästhetik wichtig, aber nicht der entscheidende Faktor. Foto: PantherMedia / Gorodenkoff

Bei der Planung von Maschinen und Gebäuden ist Ästhetik wichtig, aber nicht der entscheidende Faktor.

Foto: PantherMedia / Gorodenkoff

Rückblick: Hannover Messe 2025, Eröffnungstag. Wie jedes Jahr führte ich viele Gespräche mit Entscheidern aus dem Maschinenbau. Die Stimmung war gut, auch wenn auf Nachhaken alle Unternehmer bestätigten, dass gerade wenig läuft. Dann fiel – ausgerechnet im Rahmen einer Buchvorstellung – ein Satz, den ich bezeichnend fand.

Strategisches Design bringt den Mehrwert

Es war eine hochkarätige Runde, in der das Buch „Traumfabriken“ präsentiert wurde. Das Buch beleuchtet die Gestaltung von Produktionsarchitektur, Identifikationsräumen und modernen Arbeitswelten an konkreten Beispielen führender Unternehmen, Herausgeber sind Olaf Salié und Hartmut Rauen, ehemaliger VDMA-Präsident.

Am Gespräch nahmen unter anderem Professor Dr. Peter Fath sowie der Ex-Präsident des BDI, Herr Professor Dr. Siegfried Russwurm, teil. Ich war dort, weil dieses inspirierende Werk genau mein Thema berührt: Maschinendesign. Ich unterhielt mich in diesem Rahmen mit Ernst Raue, dem ehemaligen Vorstand der Messe Hannover und langjährigen Vorstandsvorsitzenden von iF Design, sowie mit Siegfried Russwurm.

In unserer Diskussion und auch in seinem anschließenden Vortrag betonte Russwurm: Wenn Fabriken schon gebaut würden, dann könne man sie doch gefälligst schön bauen. Diesen Gedanken unterstützen wir im Maschinenbau absolut. Jedoch kann Design wesentlich mehr: Strategisches Design schafft echten unternehmerischen Mehrwert.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) Stadtplanung, Geographie oder vergleichbar Stadt Köln
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Architektin / Architekt bzw. Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) als Referentin / Referent für Öffentliches Baurecht Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Vergabeingenieur (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
verschiedene Standorte Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau/ Brückenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
A.S.T. Angewandte System Technik GmbH Energie & Umwelttechnik-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik / Energietechniker (w/m/d) A.S.T. Angewandte System Technik GmbH Energie & Umwelttechnik
Wolnzach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenplanung und Straßenentwurf - Außenstelle Netphen (nahe Siegen) Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) der Elektrotechnik für die Museumsinsel Berlin Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
hyjoin GmbH-Firmenlogo
Senior Design Engineer - Sondermaschinen- und Anlagenbau (gn) hyjoin GmbH
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Ingenieurbüro IBH Zaehle & Buse | Beratende Ingenieure PartG mbB-Firmenlogo
Fachplaner Versorgungstechnik / HKLS / TGA (m/w/d) Ingenieurbüro IBH Zaehle & Buse | Beratende Ingenieure PartG mbB
Karlsruhe Zum Job 
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Ingenieur*in für Elektrotechnik (w/m/d) Freie Universität Berlin
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Projektleitung Hochbau (w/m/d) Freie Universität Berlin
Stadt Sindelfingen-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) im Bereich öffentliche Gewässer Stadt Sindelfingen
Sindelfingen Zum Job 
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) der Fachrichtung Chemie, Physik, Bauingenieurwesen, Mineralogie, Materialwissenschaften oder vergleichbar BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Lederer GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter m/w/d für den Bereich Technischer Support Lederer GmbH
Ennepetal Zum Job 
Ingenieurbüro Fast und Partner-Firmenlogo
Ingenieur/in für Straßen- und Tiefbau (m/w/d) Ingenieurbüro Fast und Partner
Mannheim Zum Job 
Stadt Nürnberg-Firmenlogo
Ingenieur/in (FH) / Bachelor (w/m/d) Architektur / Bauingenieurwesen (Hoch- / Tiefbau) im Bereich Bunker- / Zivilschutz- und Kanalanlagen Stadt Nürnberg
Nürnberg Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Electronical Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Verkehrszentrale und Telematik Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg-Fischbach Zum Job 

Schönheit reicht nicht, das Potenzial von Design ist deutlich größer

Es spricht nichts gegen Schönheit – aber sie ist kein entscheidender Erfolgstreiber. Dennoch ignorieren manche Unternehmen das Potenzial von Design, Lösungen zu schaffen. Das ist mir ein Rätsel, denn es sind gerade die Lösungen, die in diesen Zeiten wertvolle Wirkung zeigen und nachhaltig überzeugen.

Schönheit alleine verkauft heutzutage ebenso wenig wie technologische Exzellenz. Unsere Kunden, die Marktführer ihrer Branchen, erwarten von uns strategisches Design, das mit klaren Zielen und messbaren Erfolgen arbeitet. Und nur das liefern wir.

Was bedeutet strategisches Design? Beispiele Makino, Liebherr und WFL

Die Ansätze sind vielfältig und was davon bei einem Projekt angewandt wird, ist höchst individuell auf das Unternehmen zugeschnitten – es wird von den spezifischen Zielen und Anforderungen geprägt. Deshalb nenne ich Ihnen lieber ein paar Beispiele, damit Sie erkennen können, wie strategisches Design wirkt.

Die Firma Makino Asia kam vor einigen Jahren auf uns zu: Ihre Maschinen waren auf technologischem Topniveau. Dennoch waren sie bei ihrem Versuch gescheitert, auf dem europäischen und US-amerikanischen Markt Fuß zu fassen.

Beispiel 1: Makino

Wir analysierten das Problem und fanden heraus, dass das Design, das Makino Asia bis dahin nutzte, weder den westlichen Erwartungen entsprach, noch sich von den Produkten etablierter Hersteller differenzierte. Unsere Strategie war also, ein marktorientiertes Maschinendesign zu entwickeln und darüber hinaus eine unverwechselbare Markenidentität aufzubauen.

Unsere Überlegungen haben ins Schwarze getroffen: Heute ist Makino auf den Märkten der USA und Europas fest etabliert, die Maschinen verfügen über eine hohe Marktakzeptanz und Wiedererkennbarkeit – dieser Erfolg freut mich besonders.

Beispiel 2: Liebherr

Sehen Sie sich die neueste Generation der Mobilkräne von Liebherr an: Wissen Sie, wie der Auftrag des Unternehmens an uns lautete? Der Kranführer soll stolz auf seinen Mobilkran sein. Die Firma hatte festgestellt, dass es dieses Gefühl ist, das höhere Verkaufszahlen bringt. Unser strategischer Designansatz: ein Kran, der emotionale Bindung schafft.

Anders gelagert und doch ähnlich war das bei WFL.

Beispiel 3: WFL

Als der CEO auf einer internationalen Pressekonferenz die neue Designlinie vorstellte, sprach er mit großer Überzeugung davon, dass seine Maschinen nun in der Lage sind, die junge Generation zurück in die Fabrik zu bringen. Weil es Freude macht, an Maschinen zu arbeiten, die Begeisterung und Faszination auslösen. Diese Maschinen schaffen ein modernes attraktives Arbeitsumfeld, das junge Fachkräfte inspiriert.

Strategisches Design ist der wahre Absatzbooster

Tatsächlich nehmen wir keine Aufträge an, wenn das Ziel lautet: „Die Maschine hübsch machen.“ Diese rein ästhetische Ebene bringt den Unternehmen nichts. Strategisches Design dagegen wirkt auf einer nachhaltig verkaufsfördernden Ebene – und ich wundere mich, warum manche Maschinenbauer zögern, diesen Absatzbooster zu nutzen.

Doch um auf Siegfried Russwurm zurückzukommen: Man sollte, wenn man schon Produkte mit strategischem Design entwickelt, die Maschinen natürlich auch ästhetisch ansprechend gestalten. Doch Schönheit darf nicht das Ziel, sondern nur gewünschter Nebeneffekt sein. Es ist das strategische Design, das den echten Wettbewerbsvorteil verschafft.

Ein Beitrag von:

  • Jürgen Schmid

    Jürgen Schmid ist Inhaber von Jürgen Schmid Maschinendesign. Seine Kunden kommen aus der ganzen Welt. Sein Unternehmen ist mit 200 internationalen Awards ausgezeichnet worden. Zu Schmids Innovationen gehören die Erfindung des Mini-Akkuschraubers und d…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.