Arbeitsplätze 13.05.2026, 11:30 Uhr

225.000 Jobs bis 2035 auf der Kippe – massiver Stellenabbau in der Autoindustrie erwartet

Der deutsche Automobilsektor steht vor einem drastischen Umbruch: Laut Prognosen könnten bis 2035 Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gehen.

Arbeiter aus dem Bereich Automotive

VDA warnt vor Arbeitsplatzverlusten in der Autoindustrie: Bis 2035 könnten durch Strukturwandel, hohe Standortkosten und EU-Regulierungen hunderttausende Jobs in Deutschland gefährdet sein.

Foto: Smarterpix/AndreyPopov

Der Verband der Automobilindustrie rechnet mit einem zusätzlichen deutlichen Stellenabbau in der Autoindustrie. „Wir müssen leider nach aktuellen Berechnungen von einem Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 ausgehen, also etwa 35.000 Arbeitsplätze mehr als bisher angenommen“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Gleichzeitig verweist der Verband darauf, dass die künftige Beschäftigungsentwicklung stark vom technologischen Kurs der Branche abhängt. Besonders der sogenannte Antriebsmix spiele eine entscheidende Rolle. Eine technologieoffene Strategie könne nach Berechnungen des VDA bis zu 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland sichern.

Rückblickend zeigt die Entwicklung bereits deutliche Einschnitte: Zwischen 2019 und 2025 seien rund 100.000 Stellen in der Branche weggefallen. Ursprünglich hatte der VDA für den Zeitraum 2019 bis 2035 einen Abbau von etwa 190.000 Arbeitsplätzen prognostiziert. Besonders betroffen seien Zulieferbetriebe, da im Übergang vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität vor allem in diesem Segment viele Jobs wegfallen, so die Einschätzung der Verbandschefin.

Lesen Sie auch: Auto-Dienstleister IAV baut massiv Stellen ab – Berlin besonders betroffen

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Sparda-Bank Südwest eG-Firmenlogo
Leitung Facility Management (m/w/d) Sparda-Bank Südwest eG
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Bauwerks- und Erhaltungsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Geschäftsbereichsleitung (w/m/d) Planung - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 

125.000 Jobs bis 2035 in Gefahr – EU-Kurs könnte Autoindustrie massiv treffen

Der Verlust von weiteren 125.000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2035 droht nach Angaben des Verband der Automobilindustrie, sollte die Europäische Union nicht stärker auf Technologieoffenheit setzen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland nachhaltig und deutlich verbessern.

Die Brüsseler CO₂-Flottenregulierung für Pkw und Vans, nach der ab 2035 ausschließlich batterieelektrische und Brennstoffzellen-Fahrzeuge neu zugelassen werden dürfen, gefährde ohne Anpassungen rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland, warnt der Verband.

Nach Einschätzung des VDA könnten diese Beschäftigungseffekte jedoch teilweise abgefedert werden, wenn künftig auch Plug-in-Hybride, Range Extender sowie weiterhin weiterentwickelte Verbrennungsmotoren – etwa mit erneuerbaren Kraftstoffen über 2035 hinaus – eine größere Rolle spielen. Die negativen Auswirkungen der Transformation auf den Arbeitsmarkt würden sich dadurch spürbar verringern, während der Pfad zur klimaneutralen Mobilität grundsätzlich weiterverfolgt werden könne.

Lesen Sie auch: Bosch, VW und Stellantis: Steckt die Autoindustrie in der größten Krise?

Standortkrise verschärft sich – Industrie warnt vor Verlust der Wettbewerbsfähigkeit

Als einen zentralen Treiber der negativen Entwicklung bezeichnet die VDA-Präsidentin Hildegard Müller eine „gravierende und anhaltende Standortkrise“ in Deutschland und Europa. Sie betont zugleich, dass sich die Rahmenbedingungen zunehmend verschlechtern würden. „Hohe Steuern und Abgaben, teure Energie, hohe Lohnkosten, überbordende Bürokratie – die Liste der Herausforderung ließe sich fortführen“, sagte sie.

Einen ähnlich alarmierenden Blick auf die wirtschaftliche Lage zeichnete zuvor auch die Unternehmensseite. Die Chefin des Maschinenbaukonzerns Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller, sprach im Interview mit dem „Handelsblatt“ von einer historisch schwierigen Situation für die deutsche Wirtschaft.

„Seit Kriegsende war die wirtschaftliche Lage in Deutschland noch nie so dramatisch. Da war Corona nichts dagegen“, sagte sie. Bei einer internen Hausmesse habe sie zudem noch nie so viele frustrierte Unternehmer auf engem Raum erlebt. Besonders kleine und mittelständische Betriebe würden durch Bürokratie zunehmend belastet und an ihre Belastungsgrenzen gebracht. „Wir verlieren unsere industrielle Basis“, warnte die Managerin des Laserspezialisten. (mit dpa)

Lesen Sie auch: Ingenieure aus der Automobilindustrie: Bitte umsteigen

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.