Automobil 30.04.2026, 13:30 Uhr

Ende der Luxusmargen: Wie China und Elektroautos die deutsche Autobranche zerlegen

Die großen deutschen Automobilhersteller kämpfen mit sinkender Profitabilität. Vor allem der harte Wettbewerb in China, hohe Investitionen in Elektromobilität sowie geopolitische Risiken drücken seit drei Jahren auf die operativen Renditen.

VW-Werk Zwickau VW ID.3

Viel Produktion, wenig Gewinn - die Margen vieler Autohersteller schrumpfen.

Foto: chris.emil-janssen.de

Die aktuellen Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 zeigen: Die Krise der Margen setzt sich bei den deutschen Automobilherstellern fort – wenn auch mit deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Anbietern.

Mercedes-Benz: Von Luxusmargen zu massivem Renditedruck

Mercedes-Benz Group gehörte 2022 noch zu den profitabelsten Volumenherstellern der Welt. Damals lag die operative Pkw-Marge zeitweise bei rund 14 %. Inzwischen ist davon wenig übrig geblieben, im ersten Quartal 2026 sank die operative Rendite der Autosparte auf nur noch 4,1 %. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel um knapp 17 % auf 1,9 Mrd. €, der Umsatz sank um fünf Prozent auf 31,6 Mrd. €. Besonders belastend bleibt China: Dort brach der Absatz zuletzt um 27 % ein.

Mercedes reagiert mit einer umfassenden Modelloffensive. Zwischen 2025 und 2027 sollen mehr als 40 neue Modelle erscheinen, darunter der elektrische CLA sowie neue Versionen von GLC und S-Klasse. Finanzchef Harald Wilhelm verweist auf steigende Auftragseingänge bei neuen Elektrofahrzeugen und erwartet eine stärkere zweite Jahreshälfte, die das Ruder wieder herumreißen soll.

BMW hält sich stabiler als die Konkurrenz

BMW Group zeigt sich im Branchenvergleich robuster. Dennoch ist auch hier die frühere Spitzenprofitabilität deutlich geschrumpft. Die operative Marge lag 2022 noch bei über elf Prozent, 2025 nur noch bei 5,3 %. Im ersten Quartal 2026 gingen die weltweiten Auslieferungen um 3,5 % auf rund 566.000 Fahrzeuge zurück. Besonders schwach entwickelten sich bei den Münchnern erneut China und die USA. In China sanken die Verkäufe um 10 %.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Sparda-Bank Südwest eG-Firmenlogo
Leitung Facility Management (m/w/d) Sparda-Bank Südwest eG
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Bauwerks- und Erhaltungsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Geschäftsbereichsleitung (w/m/d) Planung - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 

Branchenbeobachter sehen BMW dennoch vergleichsweise gut aufgestellt. Gründe sind flexible Produktionsstrukturen, eine technologieoffene Antriebsstrategie und eine weiterhin starke Marktposition im Premiumsegment.

Audi verliert massiv an Profitabilität

Besonders kritisch ist die Lage bei Audi. Die operative Rendite sank innerhalb von drei Jahren von 12,3 % auf zuletzt nur noch 3,9 %. Selbst inklusive Lamborghini liegt die Marge lediglich bei rund 5,1 %.

Auch operativ schwächelt Audi deutlich. Im ersten Quartal 2026 gingen die weltweiten Auslieferungen um 6,1 % zurück. In China verlor die Marke sogar rund zwölf Prozent Absatz. Die Probleme reichen tief: verspätete Modellanläufe, hohe Kostenstrukturen und Defizite bei Softwareplattformen bremsen die Ingolstädter. Innerhalb des Volkswagen-Konzerns verliert Audi damit zunehmend seine frühere Rolle als Technologie- und Renditetreiber.

Porsche bleibt Margenspitzenreiter, verliert aber ebenfalls

Porsche bleibt trotz sinkender Gewinne der profitabelste deutsche Autobauer. Die operative Rendite lag 2022 und 2023 noch bei rund 18 %, inzwischen jedoch nur noch bei etwa 14 %. Im ersten Quartal 2026 gingen die Porsche-Auslieferungen um 14,7 % zurück. Besonders problematisch ist auch hier der chinesische Markt, wo die Verkäufe um mehr als 20 % einbrachen.

Volkswagen kämpft weiter mit niedrigen Renditen

Volkswagen arbeitet traditionell mit niedrigeren Margen als die Premiumhersteller. Doch auch hier verschlechterte sich die Profitabilität zuletzt deutlich. Die operative Rendite des Konzerns lag 2025 nur noch bei 3,7 %. Für die Kernmarke Volkswagen rechnen Analysten teilweise sogar nur noch mit zwei bis drei Prozent Rendite.

Im ersten Quartal 2026 gingen die weltweiten Auslieferungen des Konzerns um vier Prozent zurück. Besonders stark belasteten die Rückgänge in China (-14,8 %) und den USA (-13,3 %). Der Konzern versucht gegenzusteuern – unter anderem mit Kostensenkungen, neuen Elektroplattformen und lokaler Entwicklung für den chinesischen Markt.

Škoda wird zum Effizienz-Champion im VW-Konzern

Eine bemerkenswerte Ausnahme ist Škoda Auto. Während viele Wettbewerber Margen verlieren, konnte die VW-Tochter ihre Profitabilität zuletzt sogar steigern. Die operative Rendite lag zuletzt bei rund 8,3 % und damit deutlich höher als bei Audi oder der Kernmarke Volkswagen.

Auch operativ entwickelt sich Škoda stark: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Auslieferungen um 14 %. Besonders erfolgreich sind die Elektrofahrzeuge auf MEB-Basis wie Elroq und Enyaq. Die Marke profitiert von einer vergleichsweise schlanken Kostenstruktur, hoher Plattformeffizienz und einer starken Position im europäischen Volumensegment.

China und Elektromobilität verändern die Kräfteverhältnisse

Die aktuellen Zahlen zeigen, wie stark sich die Rahmenbedingungen für deutsche Hersteller schon seit längerem verändert haben. Der frühere Renditevorsprung der Premiumanbieter schmilzt rapide. Gleichzeitig gewinnen Hersteller mit effizienteren Kostenstrukturen und wettbewerbsfähigen Elektroplattformen an Bedeutung.

Entscheidend für einen langfristigen Erfolg wird vor allem die technologische Transformation sein: Softwareintegration, Batterieeffizienz, Plattformstrategien und Entwicklungszyklen bestimmen zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit – und damit auch die künftigen Margen der Hersteller.

Ein Beitrag von:

  • Peter Kellerhoff

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Automobil, Nutzfahrzeuge, Schiff, Bahn, Verkehr, Mobilität, E-Mobilität, Software, Cloud, Internet, KI

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.