Online-Shopping 29.04.2025, 11:30 Uhr

Kaufberatung: ChatGPT greift weiteres Google-Revier an

ChatGPT berät jetzt beim Online-Einkauf – und tritt dabei direkt in Googles lukratives Shopping-Geschäft ein.

Online-Shopping

Beim Online-Shopping führt derzeit fast kein Weg an Google vorbei. Künftig möchte ChatGPT als erste Anlaufstelle fungieren.

Foto: PantherMedia / Andriy Popo

Bis vor zwei, drei Jahren war die Google-Welt noch in Ordnung. In Deutschland liefen rund 95 % aller Suchanfragen über die eigene Suchmaschine, und in Sachen Shopping war der Megakonzern der absolute König im Netz. Dann kam ChatGPT (und andere generative KI). Inzwischen werden nur noch knapp 70% der Suchen über Google abgewickelt und nun greift OpenAI auch die Kaufberatung an, mit der sich viel Geld verdienen lässt. Wobei ChatGPT das vorerst kostenlos macht.

Google lange Zeit erste Anlaufstelle beim Online-Shopping

Die Suchmaschine von Google gehört für viele Menschen zur ersten Anlaufstelle, wenn es um den Online-Einkauf geht. Besonders lukrativ für Google: die Produktsuche. Hier zahlen Händler, um in den Suchergebnissen prominent platziert zu werden. Doch nun bekommt der Internet-Riese Konkurrenz – ausgerechnet von einer KI.

OpenAI, die Entwicklerfirma hinter ChatGPT, hat dem beliebten Chatbot eine neue Fähigkeit beigebracht: Er hilft nun aktiv bei der Produktsuche. Ob Espressomaschine, Hundekostüm oder Kosmetik – ChatGPT zeigt passende Modelle mit Bildern, Preisen und Links zu Onlineshops an. Eine einfache Nutzerfrage genügt. Das verändert die Dynamik im Online-Shopping.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Ingenieur Mikroelektronik - Hochfrequenztechnik / Messtechnik (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Hirschvogel Holding GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker als Planer Qualitätsmanagement für Kundenprojekte (m/w/d) Hirschvogel Holding GmbH
Denklingen Zum Job 
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Scientist for FPGA-based RF signal processing and control (m/f/d) Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
Hamburg Zum Job 
JOST-Werke Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Testing & Prototyping Global | Mechanical Systems (m/w/d) JOST-Werke Deutschland GmbH
Neu-Isenburg (bei Frankfurt a. M.) Zum Job 
kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH-Firmenlogo
Bautechniker (m/w/d) kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH
Ingolstadt, Taufkirchen, Freising, Eichstätt Zum Job 
Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt-Firmenlogo
Projektmanager Altlastensanierung (m/w/d) Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt
Magdeburg Zum Job 
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter Export - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Qualitätsmanagement (m/w/d) Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH
Nordrach Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Business Development Manager - Western Europe (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Projektingenieur Kraftwerk (d/m/w) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Field Application Engineer Personal Hygiene EIMEA (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
SAP Business Technology Platform Engineer (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Site Manager / Construction Manager International - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Uhl Projektbau GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) im Hochbau / Schlüsselfertigbau (Bauingenieur, Hochbautechniker, Architekt o. ä.) Uhl Projektbau GmbH
Maikammer Zum Job 

Von der Frage zum Kauf – ohne Umwege

Die neue Funktion ist für alle Versionen von ChatGPT verfügbar, darunter auch die kostenlose. Wer nach Produkten sucht, erhält künftig direkt im Chat Empfehlungen. Ein Beispiel: Auf die Frage „Welche Espressomaschine unter 200 Dollar schmeckt wie in Italien?“ präsentiert ChatGPT eine Auswahl mit Links zu Shops.

Dabei geht es nicht um Werbung. OpenAI betont: Es handelt sich nicht um bezahlte Anzeigen. Die Produktauswahl sei unabhängig und werde nicht von Zahlungen beeinflusst. Adam Fry von OpenAI erklärte gegenüber dem Tech-Blog The Verge, dass die gezeigten Preise über Partner aktuell gehalten würden. Wer diese Partner sind, bleibt bislang unklar.

Wie entscheidet ChatGPT, welches Produkt gezeigt wird?

Die KI analysiert die Absicht hinter der Frage. Wer zum Beispiel nach Hundekostümen für zwei große Tiere sucht, bekommt entsprechende Vorschläge – vorausgesetzt, ChatGPT versteht Größe, Stil und Vorlieben richtig. Persönliche Informationen, etwa aus früheren Interaktionen, können ebenfalls einfließen. So kann die KI beispielsweise Clownskostüme ausschließen, wenn eine Abneigung gegen Clowns bekannt ist.

Fehleinschätzungen sind möglich. Nutzerinnen und Nutzer können die Antworten aber durch gezielte Nachfragen präzisieren. Die Interaktion ist ein zentrales Element des neuen Shopping-Modus.

Hier wird Ihnen ein externer Inhalt von X (vormals twitter.com) angezeigt.
Mit der Nutzung des Inhalts stimmen Sie der Datenschutzerklärung von youtube.com zu.

ChatGPT präsentiert nicht einfach nur Produkte. Die Empfehlungen werden durch Zusatzinformationen ergänzt: vereinfachte Produktbeschreibungen, visuelle Labels wie „Budgetfreundlich“ oder „Beliebteste“, Zusammenfassungen von Kundenbewertungen und oft auch Sterne-Ratings. Diese Angaben stammen von Drittanbietern. OpenAI gibt aber zu: Die Daten können unvollständig oder veraltet sein.

Wichtig zu wissen: Die Produktbewertungen wurden nicht von OpenAI überprüft. Manche Rezensenten könnten zudem für ihre Meinung bezahlt worden sein. Auch die angezeigten Preise müssen nicht immer die günstigsten sein. Sie orientieren sich meist am ersten Händler in der Liste. Preisabweichungen durch Versandkosten oder Steuern sind möglich.

Konkurrenz für Google – und andere Shopping-Portale

Aktuell ist die neue Kaufberatung auf einige Produktkategorien beschränkt: Elektronik, Mode, Kosmetik und Haushaltswaren. Doch OpenAI plant, den Funktionsumfang schnell zu erweitern. Das Ziel ist klar: ChatGPT soll zur ersten Anlaufstelle für Produktsuche und Kaufentscheidung werden. Für Google, das mit Shopping-Anzeigen Milliarden verdient, ist das eine direkte Herausforderung.

Auch klassische Vergleichsportale und Produkttest-Seiten spüren den Druck. ChatGPT bietet eine neue Form der Beratung: individuell, direkt und interaktiv. Nutzerinnen und Nutzer können Folgefragen stellen, Alternativen anfordern oder Kriterien anpassen – alles in einem durchgängigen Gespräch.

Transparenz? Noch ausbaufähig

Ein Kritikpunkt bleibt: Die Herkunft der Produktdaten ist oft unklar. OpenAI nennt weder die Drittanbieter, noch erklärt das Unternehmen, wie genau Produkte bewertet und Händler gelistet werden. Zudem ist die Sortierung der Anbieter nicht auf Nutzerinteressen wie Preis oder Rückgabebedingungen abgestimmt – sondern folgt bislang eher technischen Vorgaben.

OpenAI kündigte jedoch an, in Zukunft direktere Datenzugänge für Händler zu schaffen. Das könnte die Aktualität und Genauigkeit der Empfehlungen verbessern.

Erste Schritte in ein neues Shopping-Zeitalter

Mit der Integration von Kaufberatungen in ChatGPT geht OpenAI einen neuen Weg – und nimmt dabei Google direkt ins Visier. Die Funktion bietet Vorteile: personalisierte Beratung, mehr Interaktion, keine Werbung. Gleichzeitig bleiben Fragen offen, etwa zur Datenbasis und Transparenz.

Fest steht: Die Produktsuche im Netz könnte sich grundlegend verändern. Für Ingenieurinnen und Ingenieure, die oft gezielt nach Technikprodukten suchen, bietet ChatGPT einen spannenden neuen Zugang. Doch wie bei jeder KI gilt: Kontrolle und kritisches Prüfen bleiben unerlässlich. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.