Flüssige Gespräche möglich 27.02.2025, 08:14 Uhr

Amazons neue Alexa will KI-Chatbots abhängen

Alexa+ spricht natürlicher als je zuvor. Amazons neuer KI-Assistent ist vorerst nur in den USA verfügbar, soll aber bald auch nach Deutschland kommen.

Kind mit Amazon Alexa

Viele Menschen haben mittlerweile eine Amazon Alexa zuhause. Bald schon sollen noch flüssigere Gespräche mit ihr möglich sein.

Foto: PantherMedia / Sharomka

Amazon bringt eine neue Version seines Sprachassistenten auf den Markt: Alexa+. Diese soll mit natürlicher Sprache umgehen können und sich nahtlos in den Alltag der Nutzenden integrieren. In den USA startet der Dienst zunächst für Prime-Kunden kostenlos, eine deutsche Version ist angekündigt. Ziel ist es, Alexa als zentrale KI-Assistenz im Haushalt zu etablieren und mit Konkurrenzprodukten von Apple und Google mitzuhalten.

Alexa+ soll natürlicher mit Menschen sprechen

Amazon reagiert auf die Fortschritte bei KI-Chatbots und hebt seinen Sprachassistenten Alexa auf ein neues Niveau. Die neu entwickelte Version, genannt Alexa+, versteht und verarbeitet gesprochene Sprache deutlich besser als bisher.

Nutzende müssen keine festgelegten Kommandos mehr verwenden, sondern können frei formulieren. Alexa+ soll in der Lage sein, den Sinn von Aussagen zu erkennen und gegebenenfalls nachzufragen, wenn etwas unklar bleibt.

Alltagsunterstützung durch eigenständige Aktionen

Amazon will Alexa+ als persönliche Assistenz etablieren, die mehr kann als einfache Sprachbefehle auszuführen. Die KI analysiert vergangene Interaktionen, um bessere Vorschläge zu machen. Ein Beispiel: Wer Alexa+ bittet, im „üblichen“ Restaurant einen Tisch zu reservieren, nutzt damit automatisch gespeicherte Informationen aus einer Buchungs-App.

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Auch die Planung von Rezepten wird individueller. Wenn Nutzende Alexa+ mitteilen, dass eine Person in der Familie Vegetarier ist oder eine Allergie hat, werden diese Präferenzen bei Rezeptvorschlägen berücksichtigt.

Nahtlose Integration in den Haushalt

Amazon setzt darauf, dass Alexa bereits in Millionen von Haushalten über Echo-Lautsprecher verbreitet ist. Die meisten dieser Geräte sind mit der neuen Software kompatibel. So kann Alexa+ bestehende Smart-Home-Geräte steuern und Informationen aus unterschiedlichen Apps zusammenführen.

Wer etwa Musik beim Spülen hören will, muss nicht präzise angeben, welches Gerät genutzt werden soll – Alexa+ versteht den Kontext und startet die Musik automatisch auf dem richtigen Lautsprecher.

Preisgestaltung und Prime-Vorteile

Amazon macht deutlich, dass Alexa+ eng mit dem Prime-Abo verknüpft ist. Für Prime-Mitglieder ist die Nutzung kostenlos, alle anderen zahlen 19,99 US-Dollar pro Monat. Prime-Nutzende können zudem auf weitere Vorteile zugreifen, wie die Integration von Amazons Musik- und Videodiensten sowie die Nutzung des Cloud-Fotospeichers.

Dennoch bleibt die Plattform offen für Drittanbieter-Apps. Auch Kalender und andere Dienste von konkurrierenden Anbietern lassen sich mit Alexa+ verknüpfen.

Entwicklung und technische Herausforderungen

Alexa wurde bereits 2014 vorgestellt und ist seitdem ein fester Bestandteil vieler Haushalte. Doch mit der Einführung von KI-gestützten Chatbots wie ChatGPT wirkte Amazons Sprachassistent veraltet.

Während Alexa bislang vor allem zum Einstellen von Timern oder zum Steuern von Lampen genutzt wurde, soll Alexa+ echte Gespräche ermöglichen. Die Entwicklung dauerte länger als geplant, da Amazon fehlerhafte Antworten – sogenannte „Halluzinationen“ – reduzieren musste. Die KI gleicht ihre Antworten mehrfach ab, um falsche Informationen zu vermeiden.

Konkurrenz durch Apple und Google

Amazon steht mit Alexa+ nicht alleine im Markt für smarte Assistenten. Apple entwickelt mit „Apple Intelligence“ eine eigene Lösung, die auf die geräteinterne Datennutzung setzt. Google hingegen bringt seine jahrzehntelange Erfahrung in Suchtechnologien und Objekterkennung ein.

Im Gegensatz zu Apple und Google fehlt Amazon ein eigenes Smartphone- und Betriebssystem-Ökosystem, was die Integration in den Alltag der Nutzenden erschwert. Daher setzt der Konzern auf eine starke Vernetzung der Alexa-App mit Drittanbieterdiensten. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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