Zukunft kostet Geld 29.10.2025, 08:18 Uhr

Gewinneinbruch bei Mercedes: Umbau kostet – Absatz wackelt

Mercedes-Benz rutscht bei Gewinn und Absatz ab. Zölle und Umbaukosten drücken. Was hinter den Zahlen steckt – und was der Sparkurs bringt.

Regentropfen auf Mercedes

Regenwetter bei Mercedes-Benz: Der Gewinn brach im dritten Quartal ein - die Konzernspitze gibt sich dennoch optimistisch.

Foto: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki

Bei Mercedes-Benz läuft längst nicht mehr alles wie geschmiert. Der Stuttgarter Autobauer hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen kräftigen Dämpfer hinnehmen müssen: Der Gewinn sank um 50,3 % – von 7,80 Mrd. € auf 3,87 Mrd. €.

Schuld daran sind nicht nur Zölle und ein schwächerer Absatz, sondern auch die hohen Kosten für den Umbau des Konzerns. Vorstandschef Ola Källenius gibt sich dennoch betont ruhig: „Die Quartalsergebnisse stünden im Einklang mit der Prognose für das Gesamtjahr“, sagte er.

Zölle, Abfindungen, Umbau – die teure Zwischenbilanz

Ein Blick ins dritte Quartal zeigt, wie eng es geworden ist. Das Konzernergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 31 % auf 1,19 Mrd. €. Gleichzeitig schrumpfte der Umsatz um 6,9 % auf 32,14 Mrd. €. Während die Konkurrenz versucht, ihre Modellpaletten zu elektrifizieren, steckt Mercedes mitten in einer der größten Umstrukturierungen der vergangenen Jahre.
Diese kostet – und zwar kräftig.

Allein im dritten Quartal schlugen Sondereffekte von rund 1,3 Mrd. € zu Buche. Davon entfielen 876 Mio. € auf Personalmaßnahmen in Deutschland. Viele Beschäftigte in indirekten Bereichen erhielten Abfindungsangebote, andere wechselten in neue Strukturen. Wie viele es genau betrifft, wollte das Unternehmen bislang nicht sagen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (m/w/d) (Master/Uni-Diplom) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d) wpd infrastruktur GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement Universität zu Köln
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte wpd infrastruktur GmbH
wpd construction GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) wpd construction GmbH
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung Universität zu Köln
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im Quartal bei rund 2 Mrd. €. Im Vorjahr waren es noch 2,5 Mrd. €. Bereinigt heißt: Einmaleffekte wie Abfindungen oder Umbaukosten sind herausgerechnet. Das zeigt, wie sich das eigentliche Kerngeschäft entwickelt – und das läuft zäher als gedacht.

Absatzschwäche in China und den USA

Auch die Verkaufszahlen bereiten Sorgen. Von Juli bis September lieferte Mercedes-Benz weltweit 525.300 Pkw und Vans aus – ein Minus von 12 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders China, lange der wichtigste Einzelmarkt der Marke, zeigt Schwäche. Dort drückt der Preiskampf mit heimischen Herstellern wie BYD oder Geely die Margen.

In den USA bremsen neue Importzölle und eine nachlassende Nachfrage nach Premiumfahrzeugen. Insgesamt steht für die ersten neun Monate des Jahres ein Absatzrückgang von 9 % auf rund 1,6 Mio. Fahrzeuge in den Büchern. Schon 2024 war der Absatz der Schwaben um 4 % gefallen – nun geht der Trend weiter nach unten.

„Umbau kostet heute, spart morgen“

Mercedes investiert derzeit viel Geld in die eigene Zukunft. Der Konzern hat ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt, das bis 2027 die Produktionskosten um 10 % senken soll. Auch Fixkosten und Materialaufwand stehen auf dem Prüfstand. Das Management spricht von einem Gesamtumfang von rund 5 Mrd. €, verglichen mit früheren internen Planungen. Ziel ist es, die Profitabilität zu steigern – langfristig.

Doch kurzfristig schmerzen die Einschnitte. Die Transformation zur Elektromobilität bindet Milliarden für Forschung, Entwicklung und Umbau der Werke. Neue Plattformen, modernisierte Batterielinien und Softwareentwicklungen sind teuer. „Umbau kostet heute, spart morgen“ – so formulieren es die Verantwortlichen. Der Satz klingt nüchtern, beschreibt aber die Lage treffend: Die Gegenwart ist teuer, die Zukunft soll es richten.

Ein Konzern zwischen Tradition und Transformation

Mercedes-Benz steckt mitten in einem Balanceakt. Auf der einen Seite steht das traditionelle Kerngeschäft mit Verbrennern, das noch immer den Großteil der Gewinne liefert. Auf der anderen Seite die Zukunft mit Elektrofahrzeugen, vernetzter Software und effizienteren Produktionsprozessen.

Der Umstieg ist komplex – und geschieht nicht über Nacht. Hinzu kommt der weltweite Gegenwind: Handelszölle, geopolitische Spannungen und schwankende Rohstoffpreise machen die Planung schwieriger. Gerade die Luxusmarken spüren, dass Kund*innen in unsicheren Zeiten vorsichtiger kaufen.

Für die kommenden Monate gibt sich Mercedes vorsichtig optimistisch. Zwar bleibt das Umfeld herausfordernd, doch der Umbau soll Früchte tragen. Weniger Modelle, dafür mehr Effizienz – so lautet die Strategie. Die Stuttgarter wollen sich stärker auf margenstarke Fahrzeuge konzentrieren, statt jeden Markt um jeden Preis zu bedienen. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.