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Was Sie bei Hitze niemals im Auto liegen lassen sollten

22. Juni 2026

Thermometer zeigt über 40 Grad an, im Hintergrund eine Windschutzscheibe mit Abdeckung
Bei Außentemperaturen von mehr als 40 °C kann sich ein geparktes Auto innerhalb kurzer Zeit auf über 60 °C aufheizen. Besonders gefährdet sind Kinder, Haustiere, Medikamente und elektronische Geräte. Eine Abdeckung der Windschutzscheibe kann helfen. Foto: Smarterpix / aapsky
Schon nach einer Stunde können im Auto über 55 °C herrschen. Diese Gegenstände nehmen Schaden oder werden sogar gefährlich.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der aktuellen Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 °C kann sich ein geparktes Auto auf mehr als 60 °C aufheizen.
  • Kinder und Haustiere dürfen niemals im Fahrzeug zurückbleiben – auch nicht für wenige Minuten.
  • Medikamente, Akkus und elektronische Geräte können durch Hitze dauerhaft geschädigt werden.
  • Spraydosen und andere Druckbehälter können gefährlich werden.
  • Lebensmittel verderben im heißen Auto deutlich schneller als viele Menschen vermuten.

Deutschland erlebt derzeit eine der heißesten Phasen des Jahres. In vielen Regionen werden Temperaturen von deutlich über 35 °C erwartet, örtlich sogar knapp 40 °C. Wer sein Auto jetzt in der Sonne abstellt, sollte bedenken: Im Innenraum wird es noch deutlich heißer.

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Schon bei 30 °C Außentemperatur können sich nach einer Stunde mehr als 55 °C im Fahrzeuginneren entwickeln. Liegen die Außentemperaturen bei 40 °C, sind im Auto schnell über 60 °C möglich. Auf dunklen Oberflächen wie Armaturenbrett, Lenkrad oder Sitzen können die Temperaturen sogar noch deutlich höher ausfallen.

Inhaltsverzeichnis

Fensterscheiben lassen die Hitze in den Wagen

Verantwortlich ist ein physikalischer Effekt, den viele aus der Klimaforschung kennen. Sonnenlicht gelangt durch die Scheiben in den Innenraum und erwärmt dort die Oberflächen. Die entstehende Wärme kann anschließend nur eingeschränkt wieder entweichen. Das Fahrzeug wird dadurch innerhalb kurzer Zeit zur Wärmekammer.

Viele Menschen verlassen sich auf vermeintliche Schutzmaßnahmen. Doch weder ein weißes Auto noch ein leicht geöffnetes Fenster verhindern die starke Aufheizung zuverlässig. Zwar können helle Lacke die Erwärmung der Karosserie etwas reduzieren. Für die Temperatur im Innenraum spielt jedoch vor allem die Sonneneinstrahlung durch die Glasflächen eine Rolle.

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Kinder und Haustiere schweben besonders schnell in Gefahr

Die größte Gefahr betrifft Menschen und Tiere. Immer wieder unterschätzen Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter, wie schnell kritische Temperaturen erreicht werden. Schon wenige Minuten können ausreichen, um einen medizinischen Notfall auszulösen.

Kinder sind besonders gefährdet. Ihr Körper erwärmt sich schneller als der von Erwachsenen. Gleichzeitig können sie ihre Körpertemperatur weniger effektiv regulieren. Die Folge können Kreislaufprobleme, Hitzschlag und im schlimmsten Fall Organversagen sein.

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Auch Hunde und Katzen geraten rasch in Lebensgefahr. Sie können Wärme nur eingeschränkt über Schwitzen abgeben und sind auf das Hecheln angewiesen. Steigt die Temperatur im Fahrzeug, verliert dieser Kühlmechanismus zunehmend an Wirkung.

Warnzeichen für einen drohenden Hitzschlag bei Hunden sind:

  • starkes Hecheln
  • Unruhe
  • übermäßiger Speichelfluss
  • Taumeln
  • Erbrechen
  • Apathie

Wer ein Kind oder Tier in einem offensichtlich überhitzten Fahrzeug entdeckt, sollte umgehend Polizei oder Feuerwehr verständigen. In akuten Notfällen kann auch das Einschlagen einer Scheibe gerechtfertigt sein. Allerdings sollte die Situation dokumentiert werden und es sollte keine andere Möglichkeit zur Rettung bestehen.

Medikamente können unbemerkt ihre Wirkung verlieren

Besonders kritisch ist Hitze für Arzneimittel. Viele Medikamente sollen laut Hersteller bei Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C gelagert werden. Wird dieser Bereich deutlich überschritten, können sich Wirkstoffe verändern oder abbauen.

Das gilt unter anderem für:

  • Insulin
  • Biologika
  • Schilddrüsenmedikamente
  • bestimmte Asthmasprays
  • einige Augentropfen

Das Problem: Der Schaden ist oft nicht sichtbar. Ein Medikament kann äußerlich völlig normal aussehen und dennoch einen Teil seiner Wirksamkeit verloren haben.

Wer Arzneimittel im Sommer transportiert, sollte deshalb Kühltaschen oder isolierte Behälter nutzen. Im Auto sollten Medikamente grundsätzlich nicht zurückgelassen werden.

Smartphones und Powerbanks altern schneller

Auch moderne Elektronik reagiert empfindlich auf hohe Temperaturen. Lithium-Ionen-Akkus fühlen sich bei Temperaturen zwischen etwa 15 °C und 35 °C am wohlsten. Wird es dauerhaft wärmer, altern die Zellen schneller. Die Kapazität nimmt ab, die Leistung sinkt und die Lebensdauer verkürzt sich.

Besonders betroffen sind:

  • Smartphones
  • Tablets
  • Laptops
  • Powerbanks
  • Akkukameras
  • E-Bike-Akkus

Von spektakulären Akku-Bränden muss man bei einem normalen Sommertag zwar nicht ausgehen. Hitze erhöht jedoch die Belastung der Zellen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Geräte bereits beschädigt sind oder gleichzeitig geladen werden.

Wer sein Smartphone regelmäßig im heißen Auto liegen lässt, wird häufig feststellen, dass der Akku schon nach wenigen Jahren deutlich an Leistung verliert.

Spraydosen und Feuerzeuge gehören nicht ins Auto

Viele Alltagsgegenstände stehen unter Druck.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Deodorants
  • Haarsprays
  • Sonnenschutzsprays
  • Insektensprays
  • Feuerzeuge

Mit steigender Temperatur erhöht sich auch der Druck im Inneren der Behälter. Viele Hersteller warnen deshalb ausdrücklich davor, die Produkte Temperaturen von mehr als 50 °C auszusetzen. Wird dieser Wert überschritten, können Behälter beschädigt werden oder im Extremfall platzen.

Lebensmittel verderben überraschend schnell

Wer nach dem Einkauf noch mehrere Besorgungen erledigt, sollte vorsichtig sein. Der Innenraum eines Autos bietet im Sommer ideale Bedingungen für Bakterien. Besonders empfindlich sind:

  • Fleisch
  • Wurstwaren
  • Fisch
  • Milchprodukte
  • Feinkostsalate

Bereits kurze Aufenthalte im heißen Fahrzeug können die Haltbarkeit erheblich verkürzen. Kühlwaren sollten deshalb möglichst zuletzt gekauft und anschließend direkt nach Hause transportiert werden. Kühltaschen oder Kühlboxen schaffen zusätzliche Sicherheit.

Brillen mögen keine 60 Grad

Viele Menschen legen ihre Sonnenbrille oder Lesebrille auf das Armaturenbrett. Genau dort herrschen jedoch die höchsten Temperaturen.

Moderne Brillengläser bestehen meist aus Kunststoff und tragen mehrere hauchdünne Beschichtungen. Hitze kann dazu führen, dass sich diese Schichten unterschiedlich ausdehnen. Die Folge sind feine Risse, milchige Stellen oder dauerhafte Schäden an der Entspiegelung.

Auch Kunststofffassungen können sich verziehen. Ein Etui im Handschuhfach ist deshalb deutlich sicherer als das Armaturenbrett.

Wasserflaschen sind aus einem anderen Grund problematisch

Rund um Wasserflaschen im Auto kursieren zahlreiche Warnungen. Nicht alle sind wissenschaftlich eindeutig belegt.

Tatsächlich können transparente Flaschen unter bestimmten Bedingungen Sonnenlicht bündeln und wie eine Linse wirken. In Einzelfällen entstanden dadurch bereits Schmorspuren auf Sitzbezügen oder Verkleidungen.

Das größere Problem ist jedoch meist hygienischer Natur. Wird aus einer Flasche getrunken und bleibt sie anschließend tagelang im heißen Auto liegen, können sich Keime deutlich vermehren. Das Wasser schmeckt dann nicht nur unangenehm, sondern sollte besser entsorgt werden.

Wie Sie die Hitze im Auto reduzieren

Ganz verhindern lässt sich die Aufheizung nicht. Einige Maßnahmen helfen jedoch:

  • möglichst im Schatten parken
  • Sonnenschutz für die Frontscheibe verwenden
  • vor dem Einsteigen alle Türen kurz öffnen
  • die ersten Meter mit geöffneten Fenstern fahren
  • anschließend die Klimaanlage nutzen
  • empfindliche Gegenstände grundsätzlich mitnehmen

Moderne Elektroautos bieten teilweise eine Standklimatisierung oder spezielle Haustier-Modi. Tests zeigen, dass diese Systeme die Temperatur zuverlässig kontrollieren können. Dennoch ersetzen sie nicht die eigene Verantwortung. Kinder und Tiere sollten grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt im Fahrzeug bleiben.



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