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Von Bio-Brücke bis Windturm

10. April 2025

„Die DGNB Sustainability Challenge hat sich in den vergangenen Jahren als Innovationsradar für vielversprechende neue Ansätze und Lösungen im nachhaltigen Bauen etabliert“, erklärt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Ob Produktinnovation, Start-up-Unternehmen oder Forschungsprojekt: Auch in diesem Jahr überzeugen die Finalisten und Gewinner unseres Wettbewerbs wieder durch ihr Transformationspotenzial…
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„Die DGNB Sustainability Challenge hat sich in den vergangenen Jahren als Innovationsradar für vielversprechende neue Ansätze und Lösungen im nachhaltigen Bauen etabliert“, erklärt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Ob Produktinnovation, Start-up-Unternehmen oder Forschungsprojekt: Auch in diesem Jahr überzeugen die Finalisten und Gewinner unseres Wettbewerbs wieder durch ihr Transformationspotenzial und einen großen Facettenreichtum.“

Kategorie „Innovation“: Bodenplatte, Klimasystem und Bitumen

In der Kategorie „Innovation“ steht der Hersteller von Schaumglasprodukten Glapor Werk Mitterteich in der Endauswahl. Mit der lose verlegten Urban Mining Bodenplatte UMB1 aus 100 Prozent Recyclingglas kombiniert das Unternehmen aus der Oberpfalz Bodenplatte und Wärmedämmung miteinander. Der Heizungs- und Klimatechnikbetrieb ArgillaTherm aus dem niedersächsischen Göttingen ist mit seinen Humid-Modulen nominiert. Die aus natürlichen Komponenten hergestellten Module kühlen, heizen und regulieren die Luftfeuchte für ein gesundes und behagliches Raumklima. Mit ihrem Produkt Instant BioBitumen schaffte es das Start-up B2Square aus dem nordrhein-westfälischen Meerbusch ins Finale. Die aus einem natürlichen Pulver und einer biogenen Flüssigkeit hergestellten Bitumen sind CO2-negativ, flexibel produzierbar und verbessern aufgrund des kalten Herstellungsprozesses neben der Sicherheit auch die Handhabung und Lagerung.

Kategorie „Start-up“: Kohlenstoffmineralisierung, Naturfasern und ESG-Ausbau

In der Kategorie „Start-up“ überzeugte das Düsseldorfer Unternehmen Co-reactive die Jury mit der Entwicklung einer CO2-Mineralisierungstechnologie, durch die sowohl die Nachhaltigkeit als auch die Performance zementbasierter Baumaterialien verbessert werden. Bei dem Spezialisten für nachhaltige Materiallösungen NatStruct aus dem hessischen Wetzlar werden landwirtschaftliche Reststoffe zur Herstellung pflanzlicher Fasern und Produkte genutzt, die in der Bau-, Automobil-, Möbel- und Textilindustrie zum Einsatz kommen. Das Start-up Regreen aus Frankfurt am Main hat eine Strategie entwickelt, den Wert von Gewerbeimmobilien durch ESG-Sanierung und Zertifizierung für Eigentümer kostenneutral zu steigern – finanziert durch Strom- und Wärmelieferverträge mit den Mietern.

Kategorie „Forschung“: Zirkuläre Holzverbindungen, Lehmbausteine und Bio-Brücke

Das Projekt „(De-) Montierbarkeit und statische Performance von Holzverbindungen im Hinblick auf Re-Use und Zirkuläres Bauen“ der Universität Stuttgart zählt zu den Finalisten in der Kategorie „Forschung“. Mit dem Ziel, die Planung von zirkulärem Holzbau zu verbessern, wird untersucht, welche Knotenverbindungen sich für die De- und Wiedermontage eignen. Das von der Technischen Universität Dortmund, der Hochschule Bochum und weiteren Partnern durchgeführte Forschungsprojekt „Lego. Stranggepresste Hochlochlehmbausteine für Innenwände als Substitution für Rigips-Wände“ lotet die Möglichkeiten und Vorteile von Lehmsteinen als ökologische Alternative zu Gipsbauplatten aus. Im Rahmen des EU-geförderten Verbundforschungsprojekts „Smart Circular Bridge“ entstand in Ulm die erste befahrbare Brücke, die aus einem Biokomposit aus Flachsfasern und bio-basiertem Polyesterharz gebaut wurde. 42 Sensoren erfassen Umwelteinflüsse und strukturelle Belastungen am Bauwerk, liefern Daten für die Materialforschung und sind zugleich die technische Grundlage, damit Passanten die Brücke als Musikinstrument erleben können.

Sonderpreise: Zirkularität trifft Ökobilanz, Windturm und Hoffnungshäuser

Während in den drei Hauptkategorien der DGNB Sustainability Challenge zunächst nur die drei Finalisten bekannt gegeben werden, stehen die Gewinner von drei Sonderpreisen bereits fest. Dabei prämierte die Jury in diesem Jahr gleich zwei studentische Arbeiten.

Eine Auszeichnung geht an Clara Borgers von der Technischen Hochschule Köln für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltigkeitsbewertung – Einfluss der Zirkularität auf die CO2-Bilanz eines Bauteils“. Basierend auf dem DGNB Zirkularitätsindex in Kombination mit Ökobilanzierungsansätzen hat sie untersucht, ob eine höhere Zirkularität mit einer geringeren CO2-Bilanz korreliert. Der zweite studentische Sonderpreis geht an eine Gruppe Architekturstudierender der Berliner Hochschule für Technik für ihre Arbeit „Windturm 2.0“. Um den gesundheitlichen Folgen der klimawandelbedingten Temperaturveränderungen entgegenzuwirken, wurde der traditionelle Windturm aus dem westasiatischen Kulturraum architektonisch und bauphysikalisch neu interpretiert. Zudem wurde kategorieübergreifend ein Sonderpreis zum Thema „Social Impact“ vergeben. Gesucht waren beispielgebende Projekte oder Lösungen, die dazu beitragen, dass die Transformation im Bauen möglichst sozialgerecht und wirksam erfolgt. Als Preisträger wählte die Jury das Projekt „Hoffnungshaus“ der Hoffnungsträger Stiftung aus Leonberg in Baden-Württemberg. Seit 2016 bieten die in serieller Holzbauweise errichteten Hoffnungshäuser gleichberechtigten Wohnraum in einer gelebten Hausgemeinschaft sowohl für Geflüchtete und sozial Benachteiligte als auch für Menschen, die mitten im Leben stehen.

Live-Präsentation der Finalisten beim DGNB Ideenlabor

Die erste Gelegenheit, die Finalisten des Wettbewerbs kennenzulernen, bietet sich am 28. Mai 2025 im Rahmen des DGNB Ideenlabors im Forum Haus der Architektinnen und Architekten in Stuttgart. Das interaktive Wissens- und Kreativitätsevent widmet sich diesmal dem Thema „Innovation im Bauen“ und startet um 14:00 Uhr. Sämtliche Finalisten der DGNB Sustainability Challenge präsentieren sich im Rahmen des Events in kurzen Impulsvorträgen ab 16:30 Uhr. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch online möglich. Den Link zur kostenlosen Anmeldung gibt es unter www.dgnb.de/ideenlabor. Im Rahmen des DGNB Tags der Nachhaltigkeit stellen die Finalisten ihr Projekt nochmals live auf der Bühne vor. Bei dem zentralen Jahresevent des Non-Profit-Vereins gibt es für Besuchende zusätzlich die Chance, alle Nominierten während des Tages an einem eigenen Stand auf dem Marktplatz der Ideen zu besuchen. Der DGNB Tag der Nachhaltigkeit findet am 25. Juni 2025 in Stuttgart statt. Veranstaltungsort ist das Im Wizemann. Die Anmeldung ist unter www.dgnb.de/tdn möglich.

Renommierte Fachjury und zusätzlicher Publikumspreis

Die Auswahl der Finalisten und Gewinner der DGNB Sustainability Challenge erfolgte erneut durch eine hochkarätig besetzte Jury aus renommierten Expertinnen und Experten. Mit dabei waren in diesem Jahr Prof. Dr. Philipp Bouteiller vom Immobilienunternehmen Artprojekt Entwicklungen, Dr. Anna Braune von der DGNB, Gerhard Breitschaft vom Deutschen Institut für Bautechnik, Dominik Campanella vom Start-up Concular, Prof. Moritz Fleischmann von der Hochschule Düsseldorf, Mona Gennies von der Montag Stiftung Urbane Räume, Johannes Kreißig, Geschäftsführender Vorstand DGNB, Martin Rodeck vom Immobilienunternehmen Blacklake, Gudrun Sack von der Berliner Gesellschaft Tegel Projekt, der Tragwerksplaner Prof. Dr.-Ing. Patrick Teuffel von Circular Structural Design und Meike Weber von der Landeshauptstadt München.

Darüber hinaus lobt die DGNB auch in diesem Jahr wieder über alle Kategorien und Sonderpreise hinweg einen Publikumspreis aus. Die Wahl setzt sich zusammen aus einem Online-Voting, das am Tag des DGNB Ideenlabors freigeschaltet wird und bis zum 24. Juni 2025 offen ist, und einer Vor-Ort Abstimmung des Publikums beim DGNB Tag der Nachhaltigkeit. Bei der Veranstaltung am 25. Juni erfolgt auch die Bekanntgabe sämtlicher Gewinner der DGNB Sustainability Challenge 2025.

Alle Informationen zur Abstimmung sowie zu den zwölf Unternehmen und Projekten in der Endauswahl finden sich unter www.dgnb.de/sustainability-challenge.



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