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Unsichtbare Technik, historische Optik: So wird Hohenlimburgs Wahrzeichen gerettet

29. Juni 2026

Historische Stützmauern an der Alten Synagoge Hohenlimburg während der Sanierung
Sanierung der historischen Stützmauern an der Alten Synagoge Hohenlimburg – Denkmalschutz und moderne Hangsicherung im Zusammenspiel. Foto: BAUER Gruppe
Die Sanierung der historischen Stützmauern an der Alten Synagoge Hohenlimburg zeigt, wie sensibler Denkmalschutz und moderne Ingenieurtechnik zusammenwirken.
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Hoch über dem Hagener Stadtteil Hohenlimburg prägt die Alte Synagoge Hohenlimburg seit 1870 das Stadtbild. Das denkmalgeschützte Bauwerk thront auf einer schmalen Hangterrasse und dient heute als Museum sowie Veranstaltungsort. Zwei historische Stützmauern sichern den steilen Geländesprung mit einer Neigung von bis zu 40 Grad. Doch Zeit, Witterung und Vegetation haben ihre Spuren hinterlassen. Eine Bauwerksprüfung zeigte deutliche Schäden, darunter eine gefährliche Schiefstellung und einen Teileinsturz. Provisorische Big Bags verhinderten Schlimmeres, konnten jedoch keine dauerhafte Lösung bieten.

Inhaltsverzeichnis

Stützmauern im Spannungsfeld von Denkmal und Technik

Die Verantwortung für die Sanierung übernahm die Wirtschaftsbetriebe Hagen AöR. Sie beauftragten die SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH mit einer komplexen Aufgabe: Rückbau, Hangsicherung und denkmalgerechter Wiederaufbau. Ein Materialgutachten machte klar, dass nur ein vollständiger Neuaufbau die Standsicherheit gewährleisten kann. Gleichzeitig galt es, die historische Substanz zu bewahren und behutsam zu behandeln.

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Geotechnische Realität am Hang

Der Hang hinter der Synagoge besteht aus standfestem Fels. Die Stützwände fungierten nie als tragende Schwergewichtskonstruktionen, sondern als Verkleidung. Verwitterung in den oberen Gesteinsschichten und Wurzeldruck führten jedoch zu massiven Schäden. Besonders herausfordernd wirkte die zweite Wand, die direkt an ein Nebengebäude grenzt. Die dort eingesetzten Big Bags sichern aktuell den Bauzustand und engen den Arbeitsraum stark ein. „Sie sorgen aktuell für die nötige Standsicherheit und können daher nur schrittweise zurückgebaut werden“, erklärt Sebastian Otto. „Gleichzeitig stellen sie eine weitere logistische Herausforderung im beengten Arbeitsumfeld dar.“

Stützmauern unter strengen Denkmalschutzauflagen

Der Rückbau erfolgt Stein für Stein. Die historischen Natursteine werden gesichert, zwischengelagert und aufbereitet. Platzmangel erschwert die Logistik, doch eine aufwendige Kartierung bleibt entbehrlich. Ziel bleibt stets der Erhalt des originalen Erscheinungsbilds. Fehlende Steine ersetzt das Team später durch vergleichbaren, ortsüblichen Naturstein. Ziegel kommen bewusst nicht mehr zum Einsatz, um die Authentizität zu wahren.

Moderne Hangsicherung schafft das Fundament

Nach dem Rückbau beginnt die eigentliche Sicherung des Hangs. Auf rund 150 Quadratmetern tragen Fachkräfte etwa 75 Tonnen Spritzbeton auf und sichern diese Schale mit 110 Rückverankerungen. Erst diese Maßnahme schafft die Voraussetzung für den Wiederaufbau. Der Zwischenraum zwischen Spritzbetonschale und Natursteinmauer füllt das Team lagenweise mit Einkornbeton. „Durch dieses Verfahren lässt sich der Frischbetondruck optimal kontrollieren“, so Sebastian Otto. „Die neue Natursteinwand übernimmt dabei keine stützende Funktion für den Hang. Sie trägt lediglich ihr Eigengewicht und den Druck der Drainageschicht.“

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Stützmauern als sichtbares Ergebnis präziser Arbeit

Nach Abschluss der Arbeiten fügen sich die rekonstruierten Stützmauern harmonisch in das historische Ensemble ein. Sie wirken authentisch, obwohl moderne Technik im Inneren verborgen bleibt. Besucherinnen und Besucher nehmen vor allem die optische Aufwertung wahr, während die Konstruktion im Hintergrund dauerhaft Sicherheit bietet.

Nachhaltiger Schutz für einen besonderen Ort

Die Kombination aus engen Platzverhältnissen, Denkmalschutzauflagen und anspruchsvoller Geotechnik macht das Projekt zu einem Präzisionsvorhaben. Die Arbeiten starteten im Februar und sollen im Juli 2026 abgeschlossen sein. Damit erhält ein bedeutender Erinnerungsort jüdischer Geschichte im südöstlichen Ruhrgebiet langfristig Halt – technisch solide und historisch respektvoll. (BAUER Gruppe / Heike van Ooyen)

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