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Umweltfreundlicher tanken: Die reFuels kommen

15. Januar 2026

Tanken
Kommen bald nur noch reFuels in den Tank?
Foto: Miguel-Perfectti / smarterpix.de
In Mannheim ist ein Projekt gestartet, das erstmals den großflächigen Einsatz von reFuels ermöglicht. Eine Pilotanlage zeigt, wie sich erneuerbare Anteile flexibel beimischen lassen – dokumentiert und wissenschaftlich begleitet von Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
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In der Anlage der Exolum Mannheim GmbH werden fossile und erneuerbare Kraftstoffe direkt beim Befüllen gemischt. Das bezieht sich nicht nur auf Bioethanol, sondern auch auf reFuels, also Kraftstoffe, die mithilfe erneuerbarer Energien gewonnen werden. Ziel ist es, in der Praxis zu testen, wie ReFuels künftig genutzt werden können und in welchen Mischverhältnissen. Das könnte ein wichtiger Schritt hin zu CO₂-ärmerer Mobilität sein. Das KIT begleitet den Versuch wissenschaftlich.

ReFuels aus Abfällen

Hergestellt werden die reFuels vor allem aus Abfällen und Reststoffen. Die Bandbreite reicht von Holzresten und Rückständen der Landwirtschaft bis zu CO₂ und grünem Wasserstoff. Für die Produktion werden also größtenteils Ressourcen verwendet, die sonst ungenutzt blieben. Dabei haben reFuels die gleiche Energiedichte wie fossile Kraftstoffe.

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Kraftstoffe individuell mischen

Die Pilotanlage erlaubt es, verschiedene Kraftstoffarten bedarfsgerecht zu kombinieren und die jeweilige Treibhausgas-Einsparung digital festzuhalten. Drei Lagertanks sind angeschlossen. Für eine Tankfüllung werden erneuerbare, strombasierte und fossile Kraftstoffe in unterschiedlichen Anteilen zusammengestellt. Sensoren sorgen dafür, dass alle Vorgabe exakt eingehalten werden.

Jede Lieferung wird bilanziert, wodurch Emissionen sichtbar und überprüfbar werden – ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Transparenz für die Energiewende im Bereich Verkehr.

Nachhaltigkeit sichtbar machen

Eine Software berechnet automatisch, wie viel Treibhausgas gegenüber rein fossilen Mischungen eingespart wird. Diese Daten erscheinen als offizielle Nachweise. Für Unternehmen, die ihre Klimabilanz verbessern wollen, ist das ein messbarer Fortschritt – und ein Beleg für mehr Nachhaltigkeit.

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Startschuss zum Hochlauf der reFuels

„Mit der neuen Inline-Blend-Anlage können wir nun erstmals nach Bedarf abgestimmte Mengen von fossilen und erneuerbaren Kraftstoffen mischen und die Klimawirkung sofort transparent dokumentieren. Das ist ein entscheidender Schritt für den Hochlauf von reFuels“, erklärt Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT.

Energiewende für Schwerlast- und Flugverkehr

„Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz sind strombasierte und biogene Kraftstoffe Bausteine – vor allem dort, wo Elektromobilität gar nicht oder nur bedingt greift“, betont Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer bei ihrem Besuch in Mannheim. Besonders im Schiffs-, Flug- und Schwerlastverkehr sollen diese Mischungen eine realistische Alternative schaffen.

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Denn der Verkehrssektor zählt noch immer zu den größten CO₂-Verursachern. Während sich manche Bereiche wie die private Mobilität gut elektrifizieren lassen, bleiben Flugzeuge, Schiffe oder schwere Lkw auf flüssige Kraftstoffe angewiesen, solange es keine wesentlichen Innovationen bei Batterietechnologien gibt. Hier könnten reFuels eine gute Lösung sein.

Mehr Effizienz durch regionale Produktion

Die neue Technologie soll den Weg für einen breiten Markteinstieg. „So finden die regenerativen reFuels auch erstmals den Weg in die Tanks von Endverbraucherinnen und Endverbrauchern“, erläutert Dr. Olaf Toedter vom Institut für Kolbenmaschinen am KIT, der das Projekt koordiniert.

Dabei spielt die regionale Produktion der Kraftstoffe eine entscheidende Rolle. Sie erhöht die Versorgungssicherheit und fördert lokale Wertschöpfungsketten. Zudem erhöht sie die Effizienz zusätzlich, da lokale Anbieter den Energieaufwand für den Transport der reFuels verringern.

Unterstützung vom Land für die reFuels

Das baden-württembergische Verkehrsministerium setzt sich bereits seit 2018 für eine praktikable Umsetzung klimafreundlicher Mobilität ein. Unter der Landesstrategie „Roadmap ReFuels“ wurden seither über 40 Studien und Projekte mitfinanziert.

Das aktuelle Projekt „BlendBilanz4Mobility“ wird mit mehr als 325. 000 Euro gefördert. Ziel ist es, mit konkreten Anwendungen zu beweisen, dass ReFuel-Produktion und -Einsatz nicht nur technisch möglich, sondern auch wirtschaftlich machbar sind.



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