Wiederverwertung für Glycerin 05.12.2014, 06:55 Uhr

Biodiesel-Abfall verwandelt sich in Trinkbecher

In der Biodieselherstellung ist Glycerin lästiges Abfallprodukt. Es lässt sich aber in Milchsäure verwandeln – Ausgangsmaterial für Bioplastik-Trinkbecher. Schweizer Forscher haben ein preiswertes Herstellungsverfahren entwickelt.

Bioplastik aus Milchsäure wird zunehmend in Verpackungen und Einwegbechern verwendet. Forscher der ETH Zürich stellen die Milchsäure kostengünstig aus dem Abfallprodukt Glycerin her. 

Bioplastik aus Milchsäure wird zunehmend in Verpackungen und Einwegbechern verwendet. Forscher der ETH Zürich stellen die Milchsäure kostengünstig aus dem Abfallprodukt Glycerin her. 

Foto: Bo Cheng/ETH Zürich

Bei der Herstellung von Biodiesel bleiben europaweit einige 100.000 Tonnen Glycerin pro Jahr übrig. Nur ein Teil davon lässt sich weiterverarbeiten: zu Seife etwa oder einem Frostschutzmittel für den Kühlkreislauf in Autos. Ein großer Teil muss allerdings entsorgt werden, was gar nicht so einfach ist. Es brennt relativ schlecht.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Gruppenleiter (m/w/d) Konstruktion Stahlbrücken Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Infrastrukturprojekte Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
IT-Systemingenieur*in Leitsysteme Busbetrieb Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleitung (m/w/d) "Technische Projekte" Allbau Managementgesellschaft mbH
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Mobilität / Verkehr THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Projektleiter:in für große Investitionsprojekte (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Planungskoordinator (m/w/d) im Projekt Zukunftsquelle Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Architect (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Leitende:r Ingenieur:in der technischen Betriebsführung / Klärwerk Wansdorf (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Schönwalde-Glien Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Integration Engineer (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Cycle GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur für Elektronik (m/f/d) Cycle GmbH
Hamburg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich verfahrenstechnischer Anlagenbau (Chemie und Pharma) THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover,Berlin,Leipzig,Hamburg Zum Job 
Mitscherlich PartmbB-Firmenlogo
Patentingenieur (w/m/d) Fachrichtung Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Maschinenbau oder vergleichbar Mitscherlich PartmbB
München Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Elektrotechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen,Lingen (Ems) Zum Job 
newboxes GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Produktentwicklung (m/w/d) newboxes GmbH
Deutschlandweit Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Automatisierungstechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
Leviat GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Leviat GmbH
Langenfeld (NRW) Zum Job 
ILF Beratende Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Projekt- und technischer Angebotsingenieur (m/w/d) ILF Beratende Ingenieure GmbH
München, Bremen, Hamburg, Essen, Berlin Zum Job 

Machen wir doch einfach Kunststoff daraus, sagten sich Schweizer Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und machten sich an die Arbeit. Jetzt präsentieren sie das Ergebnis: Milchsäure aus Glycerin, die sich zum biologisch abbaubaren Kunststoff Polymilchsäure vernetzen lässt. Daraus werden beispielsweise Bioplastik-Trinkbecher hergestellt, die nach Gebrauch im Kompostwerk landen.

Zweistufiges Verfahren sorgt für Umwandlung

Die Forschungsgruppen der Professoren Konrad Hungerbühler und Javier Pérez-Ramírez vom Institut für Chemie- und Bioingenieurwissenschaften haben ein neues zweistufiges Verfahren entwickelt, mit dem sich die Herstellungskosten für Polymilchsäure deutlich senken lassen, sodass dieser Kunststoff angeblich mit Plastik aus Erdöl konkurrieren kann.

In der Biodiesel-Produktion entsteht Glycerin (dunkle Phase) als Nebenprodukt. Nur ein kleiner Teil lässt sich zu Seife und Frostschutzmittel verarbeiten, der Großteil ist schwer entsorgbarer Abfall. 

In der Biodiesel-Produktion entsteht Glycerin (dunkle Phase) als Nebenprodukt. Nur ein kleiner Teil lässt sich zu Seife und Frostschutzmittel verarbeiten, der Großteil ist schwer entsorgbarer Abfall. 

Quelle: Bo Cheng/ETH Zürich

Ausgesuchte Enzyme, also Biokatalysatoren, sorgen für die Umwandlung von Glycerin in Dihydroxyaceton. Das wird mit Hilfe eines weiteren nicht-biologischen Katalysators in Milchsäure umgewandelt.

Schweizer Technik verspricht 17-fach höheren Profit

Bisher wird Milchsäure durch Fermentation gewonnen. Mikroorganismen produzieren sie im Rahmen ihres Stoffwechsels. Dabei entstehen pro Kilogramm Milchsäure 7,5 Kilogramm Kohlendioxid. Beim neuen Verfahren sind es nur sechs Kilogramm. Weil die neue Technik weitaus produktiver sei als die traditionelle, sei ein 17-fach höherer Profit drin, sagen die Forscher, vielleicht sogar noch mehr. „Wir haben eine relativ hohe Qualität des Glycerins vorausgesetzt. Aber das Verfahren funktioniert auch mit stärker verunreinigtem Glycerin, was noch kostengünstiger wäre“, sagt Hungerbühlers Doktorand Merten Morales. 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.