Kommentar 07.04.2026, 17:00 Uhr

Kraftstoffpreise in Deutschland – Tempolimit auf freiwilliger Basis?

2,50 € für einen Liter Dieselkraftstoff – noch vor wenigen Wochen eine Horrorvorstellung, heute bereits Realität. Aber vielleicht liegt im heutigen Dilemma die Chance von morgen. Stichwort: Elektromobilität.

Sprit wird immer teurer

Spritpreis-Rallye ohne Ende: Immer mehr Fahrer reagieren mit einem freiwilligen Tempolimit, um die explodierenden Kosten in Schach zu halten.

Foto: picture alliance / Caro Kadatz | Caro Kadatz

2,50 € für einen Liter Dieselkraftstoff – noch vor wenigen Wochen eine Horrorvorstellung, heute bereits Realität. Und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Der Grund ist hinlänglich bekannt: Der Iran-Krieg und die damit steigenden Rohölpreise, die die Mineralölkonzerne – auch in Erwartung noch höherer Kosten – an die Endkunden weiter geben.

Machen wir uns nichts vor: So funktioniert die freie Marktwirtschaft, ob es uns passt oder nicht. Angebot und Nachfrage unter Berücksichtigung aktueller und zu erwartender Rohstoff-, Energie- und Herstellungskosten regeln den Preis. So handelt jedes profitorientierte Unternehmen, vom Klopapierhersteller bis hin zum Flugzeugkonzern. Am Ende zahlt der Kunde die Zeche. Ist leider so.

Jeder Liter Mehrverbrauch tut weh, jeder Liter weniger entlastet den Geldbeutel

Kann der Endkunde selber gar nichts dagegen tun? Nichts – außer vielleicht sein eigenes Verhalten den höheren Preisen anzupassen. Und das geschieht offenbar sogar, wie der Autor dieser Zeilen am Osterwochenende auf vielen hundert Kilometern auf deutschen Autobahnen im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“ hat.

Es fühlte sich an wie „Niederländische Verhältnisse“ – als wäre man in unserem Nachbarland unterwegs, in dem tagsüber ein generelles Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen gilt, das je nach Beschilderung zwischen 19 und 6 Uhr auf 120 km/h bis sogar 130 km/h angehoben werden kann. Genau so fühlte es sich plötzlich zu Ostern auch auf deutschen Autobahnen an: Kaum Raser, der durchaus dichte Verkehr „floss“ mit einer gefühlten Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 100 km/h und 120 km/h dahin.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Handtmann Reutlingen GmbH-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur / Electrical Design Engineer (m/w/d) EPLAN P8 Handtmann Reutlingen GmbH
Reutlingen Zum Job 
Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Absolvent / Nachwuchsingenieur (w/m/d) Technik und Produktion Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG
Universität Bayreuth-Firmenlogo
W3-Professur für Chemische Verfahrenstechnik Universität Bayreuth
Bayreuth Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) für Energie- und Gebäudetechnik Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Stadtverwaltung Frankenthal-Firmenlogo
Bereichsleiter (m/w/d) Gebäude und Grundstücke Stadtverwaltung Frankenthal
Frankenthal (Pfalz) Zum Job 
Stadt Offenburg-Firmenlogo
Techniker*in Straßenbau - Bauüberwachung und Genehmigungsverfahren (m/w/d) Stadt Offenburg
Offenburg Zum Job 
Hochschule Angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Regelungstechnik sowie Modellbildung und Simulation (W2) Hochschule Angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Scheidt & Bachmann GmbH-Firmenlogo
Energietechnikerin / Projekttechnikerin (m/w/d) Energie- und Gebäudetechnik Scheidt & Bachmann GmbH
Mönchengladbach bei Düsseldorf Zum Job 
Sprint Sanierung GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Betriebswirt / Bautechniker / Handwerksmeister als Niederlassungsleiter (m/w/d) Sprint Sanierung GmbH
Berlin-Ahrensfelde Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter Wohnungsbau (m/w/d) Energetische Modernisierung Allbau Managementgesellschaft mbH
Clariant Produkte (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Projektmanager (M/W/D) - Engineering & Process Technology Clariant Produkte (Deutschland) GmbH
Burgkirchen an der Alz Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Leiter Geschäftsbereich Planung / Bau (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
HUESKER Synthetic GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bau- oder Umweltingenieur (m/w/d) HUESKER Synthetic GmbH & Co. KG
Gescher Zum Job 
KRONOS TITAN GmbH-Firmenlogo
RCM Ingenieur - Schwerpunkt Elektrotechnik - (m/w/d) KRONOS TITAN GmbH
Leverkusen Zum Job 
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Betriebsingenieur:in Müllheizkraftwerk (w/m/d) Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Fertigungstechnik (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Wissenschaftliche:r Koordinator:in der Graduiertenschule HITEC im Bereich Energie- und Klimaforschung (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 
Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) als Projektleitung Elektrotechnik im Bundesbau Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW
GEBHARDT Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Project System Engineer Electrical (m/w/d) GEBHARDT Fördertechnik GmbH
Sinsheim Zum Job 

Das mag durchaus nicht repräsentativ sein, da über die Feiertage nur sehr eingeschränkt LKW-Verkehr unterwegs war. Aber es zeigt vielleicht eine Tendenz, ein Umdenken vieler Menschen, dass individuelle Mobilität aktuell nicht mehr aus der Portokasse bereit steht. Sondern richtig weh tun kann, wenn 100 km in einem Dieselfahrzeug, das normalerweise vielleicht 8 l verbraucht, plötzlich 20 € kosten – und eine 800-km-Fahrt in den Urlaub plötzlich heftig ins Budget schlägt. Jeder Liter weniger Verbrauch schlägt da am Ende des Urlaubs richtig positiv zu Buche.

Autofahrer reagieren auf hohe Kraftstoffpreise mit einem „freiwilligen Tempolimit“

Es hat sich schon seit Jahrzehnten rumgesprochen, dass Kraftfahrzeuge auf Autobahnen am wenigsten verbrauchen, wenn der Motor um die 2000 Umdrehungen pro Minute dreht. Aber durch die aktuell hohen Kraftstoffkosten kommt das gefühlt erst jetzt auf breiter Basis richtig an. Und die Leute gehen vom Gas. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt. Der Gasfuß ist plötzlich nicht mehr aus Blei. Würde die Politik ein Tempolimit beschließen, wäre der Aufschrei groß – war er schon immer.

Doch jetzt gehen viele Menschen freiwillig vom Gas, man könnte fast sagen: „Tempolimit by Kosten“. Und plötzlich lächeln diejenigen, die zuvor oft belächelt wurden: Die Besitzer von Elektro- oder Hybridfahrzeugen. Diejenigen, die die Kraftstoffpreise wenig bis gar nicht juckt. Diejenigen, die jetzt lächelnd an den Tankstellen vorbei fahren und die Schlangen vor den Zapfsäulen beobachten, weil der Liter Diesel gerade „nur“ 2,40 € kostet. Diejenigen, die jetzt auf der Autobahn – gefüllte Akkus voraus gesetzt – richtig Gas geben können.

Hohe Kraftstoffpreise – steigende Nachfrage bei Elektrofahrzeugen?

Indirekt wirken die hohen Kraftstoffpreise fast wie ein Kaufanreiz für Elektro- oder teilelektrifizierte Fahrzeuge. Und wenn man will, könnte vielleicht genau dort bei allem Dilemma die Chance lauern: Ein schnellerer Hochlauf der Elektromobilität. Ein schnellerer Weg zu geringeren CO2-Emissionen. Ein schnellerer Weg, den weltweiten Klimazielen etwas näher zu kommen. Ein schnellerer Weg aus der Abhängigkeit von Rohöl mit all seinen geografischen und politischen Verwerfungen. Ein schnellerer Weg für den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Ein schnellerer Weg für den Hochlauf alternativer Kraftstoffe.

Von all dem hat der Endverbraucher, der sich womöglich gar kein neues Fahrzeug leisten kann und/oder keine eigene PV-Anlage hat, aktuell erst mal nichts – aber vielleicht eben auf lange Sicht. Und nicht nur aufs Auto bezogen, denn auch Gas- und Ölheizungen sind vom Rohölpreis direkt oder indirekt abhängig. Ein schnellerer Ausbau in Richtung „Elektro“ – z.B. auch in Form von Wärmepumpen – könnte auf breiter Basis von Vorteil sein. Denn auch das ist die oben beschriebene Marktwirtschaft, die nicht nur in Richtung „immer teurer“ funktioniert: Über Skalierungseffekte werden dann viele Sachen günstiger. Angebot und Nachfrage regulieren dann über den Konkurrenzkampf den Preis – auch zum Vorteil des Kunden.

Und so gesehen liegt vielleicht im heutigen Dilemma die Chance von morgen.

Ein Beitrag von:

  • Peter Kellerhoff

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Automobil, Nutzfahrzeuge, Schiff, Bahn, Verkehr, Mobilität, E-Mobilität, Software, Cloud, Internet, KI

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.