Verkehr bleibt Klimasünder 07.04.2025, 08:00 Uhr

Straßen sauberer, aber Ziel verfehlt: Warum die Verkehrswende stockt

Die Autos werden sauberer – doch der Verkehrssektor bleibt ein Problem für die Energiewende in Deutschland.

Autoabgase

Es sind immer weniger Stinker auf deutschen Straßen unterwegs, dennoch bleibt der Verkehrssektor das Sorgenkind mit Blick auf die Energiewende.

Foto: PantherMedia / alpinist_den

In Deutschland fahren immer mehr Pkw mit sauberen Antrieben oder erfüllen hohe Abgasstandards. Das klingt nach Fortschritt – doch der Verkehrssektor bremst die Energiewende weiterhin aus. Der Anteil emissionsarmer Fahrzeuge steigt, gleichzeitig verdrängen große, schwere Autos die kleineren, sparsameren Modelle. Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht Handlungsbedarf – besonders beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Förderung alternativer Antriebe.

Weniger Stinker auf der Straße – ein erster Schritt

Der Fahrzeugbestand in Deutschland wird sauberer. Mittlerweile erfüllen über 53 % der rund 49 Mio. Pkw entweder den Abgasstandard Euro 6 oder fahren rein elektrisch – sie verursachen also keine lokalen Abgase. Ein Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 49 %. Damit ist ein Fortschritt erkennbar.

Dieser Wandel geht vor allem darauf zurück, dass ältere Autos mit schlechteren Abgaswerten zunehmend aus dem Verkehr gezogen werden. Etwa 1,7 Mio. Fahrzeuge mit niedrigen Abgasnormen verschwanden aus dem Bestand. Was genau mit ihnen geschah – ob sie verschrottet oder exportiert wurden –, lässt sich aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) nicht ablesen.

Gleichzeitig nahm die Zahl der in Deutschland zugelassenen Elektroautos deutlich zu. 243.000 neue E-Autos wurden gemeldet. Insgesamt sind nun 1,65 Mio. reine Stromer auf deutschen Straßen unterwegs.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Was sagt die Abgasnorm eigentlich aus?
Die sogenannte Euro-Norm regelt, wie viele Schadstoffe Autos ausstoßen dürfen. Je höher die Zahl, desto strenger die Vorgaben. Aktuell gilt Euro 6 – in der Version Euro 6e – als höchster Standard. In den kommenden Jahren wird Euro 7 folgen. Diese Normen betreffen Schadstoffe wie Stickoxide oder Feinstaub – nicht jedoch den CO₂-Ausstoß.

 

CO₂-Ausstoß: Die Schattenseite der Entwicklung

Beim Klimaschutz zählt nicht nur, wie sauber ein Auto im Stadtverkehr fährt. Auch der CO₂-Ausstoß spielt eine zentrale Rolle – und dieser hängt unter anderem vom Gewicht und der Größe eines Fahrzeugs ab. Und genau hier zeigt sich ein Problem: Kleine Autos verschwinden zunehmend aus dem Straßenbild.

Der Anteil der Kompaktklasse ist weiterhin hoch – rund 11,2 Mio. dieser Fahrzeuge sind registriert. Doch auch hier schrumpfen die Zahlen: 132.000 weniger als im Vorjahr. Noch deutlicher ist der Rückgang bei den Kleinwagen (minus 101.000 auf 8,6 Mio.) und den Minis (minus 62.000 auf 3,3 Mio.). Ähnliche Trends zeigen sich bei Mittelklasseautos und Vans.

Ganz anders sieht es bei SUVs aus: Ihr Bestand wuchs um satte 588.000 Fahrzeuge auf 6,6 Mio. Auch Geländewagen legten zu – um 112.000 auf 3,3 Mio.. Selbst Wohnmobile sind im Aufwind und nähern sich der Millionengrenze.

Warum gerade SUVs?

SUVs sind nicht nur bei Neuwagenkäufen beliebt – sie machten zuletzt fast ein Drittel der Neuzulassungen aus. Ein Grund dafür: Die Bauweise der Fahrzeuge bietet genug Raum für große Batterien. Deshalb gibt es unter den neuen Elektroautos besonders viele SUV-Modelle. Unter den reinen Stromern dominieren SUVs mit 626.000 Fahrzeugen – keine andere Fahrzeugklasse kommt auf vergleichbare Zahlen.

Doch gerade große und schwere Fahrzeuge sind klimapolitisch problematisch – selbst wenn sie elektrisch fahren. Denn Herstellung, Verbrauch und Materialeinsatz sind deutlich höher als bei kleineren Modellen.

Der Verkehrssektor bleibt Bremser

Trotz des wachsenden Anteils sauberer Fahrzeuge bleibt der Verkehrsbereich ein Sorgenkind der deutschen Energiewende. Die Internationale Energieagentur (IEA) kommt in einem Bericht zu dem Schluss: „Der Verkehrssektor muss einen Gang zulegen, um zur deutschen Energie- und Wirtschaftswende beizutragen.“ Laut IEA stammen 95 % der verkehrsbedingten Emissionen aus dem Straßenverkehr.

Das Urteil fällt deutlich aus: In vielen anderen Bereichen komme Deutschland beim Umbau der Energieversorgung gut voran. Doch auf der Straße stockt der Fortschritt.

Klimafreundliche Mobilität braucht mehr als E-Autos

Die IEA sieht vor allem die Politik in der Pflicht. Die Bundesregierung müsse stärkere Anreize setzen, um klimaschonende Alternativen attraktiver zu machen. Dazu gehören:

  • ein besser ausgebauter öffentlicher Nah- und Fernverkehr,
  • gezielte Förderung für E-Autos,
  • steuerliche Vorteile für emissionsärmere Fahrzeuge,
  • und ein stärkerer Einsatz von Biokraftstoffen.

Tatsächlich hat der Bund zuletzt bei der Förderung gespart. Das bremst die Nachfrage – besonders bei E-Autos. Während viele andere Länder den Ausbau der Elektromobilität mit klaren Förderprogrammen begleiten, sinkt das Interesse in Deutschland gerade spürbar.

Eine gemischte Bilanz mit Luft nach oben

Die IEA erkennt durchaus Fortschritte: Trotz geopolitischer Krisen wie des Ukraine-Krieg oder der Energiepreiskrise sei der Umbau des Energiesystems in Deutschland gut vorangekommen. Bleibe die Politik bei ihren ambitionierten Zielen, könnten sich daraus wirtschaftliche Chancen ergeben – zum Beispiel durch Technologieführerschaft im Bereich erneuerbarer Energien oder klimafreundlicher Mobilität.

Doch der Verkehrssektor bleibt ein Stolperstein. Sauberere Autos allein werden nicht reichen, um die Klimaziele zu erreichen. Ohne eine echte Verkehrswende – mit weniger Autos, mehr ÖPNV und einem anderen Mobilitätsverhalten – bleibt das Ziel einer klimaneutralen Zukunft in weiter Ferne. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.