Verkauf ankurbeln 22.12.2025, 17:30 Uhr

E-Auto-Förderung: Rückenwind auch für China?

Drei Milliarden Euro will die Bundesregierung in die Hand nehmen. Das Ziel: den Absatz von E-Autos beflügeln. Als Zielgruppe hat die Regierung vor allem Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen im Blick. Ausgerechnet chinesische Hersteller könnten von der Prämie profitieren.

Frau steht mit einer Ladekarte in einer Tiefgarage vor einer Ladebox, das Kabel ist bereits mit dem Auto verbunden.

Die Kaufprämie für E-Autos soll vor allem Geringverdienende entlasten.

Foto: smarterPix / viktor_cap

Ab 2026 plant der Bund ein Förderprogramm, das Haushalten mit kleinerem oder mittlerem Einkommen den Einstieg in die Elektromobilität erleichtern soll. Aus dem Klima- und Transformationsfonds will die Politik dafür insgesamt drei Milliarden Euro bereitstellen.

Mit der Kaufprämie für E-Autos könnte der Erwerb oder das Leasing von batterieelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden finanziell unterstützt werden. Daraus ergäbe sich im Idealfall auch eine zusätzliche Nachfrage.

Kaufprämie für E-Autos zielt auf mehr Absatz

Die Unternehmensberatung Deloitte betrachtet die Kaufprämie noch aus einem anderen Blickwinkel: Die Fachleute gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich bis zu 180.000 zusätzliche Elektrofahrzeuge verkauft werden könnten, überwiegend reine Batterieautos.

Insgesamt könnte der Fördertopf laut den Autoexpertinnen und -experten ausreichen, um bis 2030 rund 750.000 weitere Stromer auf die Straße zu bringen. Die Kaufprämie für E-Autos würde damit zu einem wichtigen Hebel, um den Umstieg auf elektrische Antriebe zu beschleunigen.

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Auch chinesische Hersteller könnten profitieren

Nach Einschätzung von Deloitte ist auch noch ein Nebeneffekt zu betrachten: Die europäische Produktion von E-Autos dürfte nicht ausreichen, um die durch das Programm entstehende Zusatznachfrage komplett zu bedienen. In dieser Lücke sehen die Beraterinnen und Berater eine große Chance für chinesische Hersteller.

Ohne Schutzmechanismen könnte die Kaufprämie für E-Autos daher auch Importmodelle aus China verstärkt fördern. Damit wäre die angedachte Prämie zugleich auch eine Subvention für die Konkurrenz – und zwar mit deutschen Steuergeldern.

Regionale Bindung einbauen in die Kaufprämie für E-Autos

Deloitte-Experte Harald Proff fordert deshalb eine regionale Bindung der Förderung. Gemeint sind sogenannte Local-Content-Kriterien. Local Content steht dabei für den Anteil an der Wertschöpfung, der in einer Region erbracht wird. Steht also im Gegensatz zu Importen.

Nach Ansicht des Experten müsse ein bestimmter Anteil der Wertschöpfung in Europa erbracht werden, damit ein Modell von der Kaufprämie für E-Autos profitieren darf. Nur dann sei die Prämie auch an der gewünschten Stelle wirksam.

Kaufprämie für E-Autos ohne Klauseln geplant

Nach derzeitigem Stand sieht der Bund jedoch keine solchen Local-Content-Vorgaben zum Start des Programms vor. Die Kaufprämie für E-Autos soll 2026 möglichst zügig anlaufen, um den Markt rasch zu beleben. Vorgesehen ist eine Förderung für Haushalte bis 80.000 Euro Jahreseinkommen, das Limit steigt für bis zu zwei Kinder jeweils um 5.000 Euro.

Die Bundesregierung wolle zudem EU-konforme Kriterien und tragfähige EU-Präferenzregelungen erarbeiten, um die Kaufprämie auch EU-weit auf eine gute Basis zu stellen. Diese Regelungen könnten dann in das bereits laufende Programm noch integriert werden.

Chinas Überkapazitäten treffen auf deutsche Kaufprämie

Chinesische Hersteller von Elektroautos haben in den letzten Jahren erhebliche Überkapazitäten aufgebaut. Sie sind daher vor allem stark auf den Export angewiesen. Nur dann können sie auch künftig ihre Werke weiter auslasten und die Bilanzen stabilisieren. Die Kaufprämie für E-Autos in Deutschland eröffnet ihnen genau den Markt, den sie brauchen: zusätzliche Nachfrage, die von der europäischen Fertigung alleine kaum gedeckt werden kann.

Genau das macht den Import für Hersteller aus China besonders attraktiv. Solange also zusätzliche Local-Content-Kriterien nicht gelten, kann die Kaufprämie für E-Autos auch für importierte Modelle greifen. Chinesische Autobauer können große Stückzahlen liefern und deshalb besonders von der Prämie für E-Autos profitieren.

Kaufprämie für E-Autos könnte gezielt wirken

Die E-Auto-Prämie könnte dazu beitragen, dass Hersteller aus China ihre Marktanteile in Deutschland weiter ausbauen. Alleine deshalb, weil die heimische Industrie den Markt nicht ausreichend bedienen kann. Damit würde die ursprüngliche Idee der Prämie, die heimische Industrie zu stärken, verfehlt.

Es hängt also ganz besonders an den Local-Content-Kriterien. Sie werden voraussichtlich darüber entscheiden, wer von der Förderung künftig am meisten profitieren kann.

Anschluss an die E-Mobilität nicht verlieren

Abgesehen von der neuen Prämie für E-Autos müssen die deutschen Automobilhersteller die Elektrifizierung des Verkehrs weiter im Blick behalten. Zwar gibt es einen EU-Vorschlag zur Lockerung der CO2-Grenzwerte, doch die deutsche Bundesregierung mahnt die Hersteller, den Anschluss in der E-Mobilität nicht zu verlieren. Weiterhin auf Diesel und Benziner zu setzen, könnte die Probleme nur zeitlich verschieben.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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